Alexandra Sell

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Alexandra Sell (2017)

Alexandra Sell (* 26. November 1968 in Hamburg) ist eine deutsche Regisseurin, Drehbuchautorin und Fotografin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexandra Sell ist als Tochter einer Kinderbuchautorin und eines Bauingenieurs in Hamburg geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie von 1988 bis 1996 Freie Kunst mit Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule der Künste Berlin und schloss ihr Studium als Meisterschülerin des Fotografen Dieter Appelt ab. Mit einem DAAD-Stipendium für Großbritannien studierte sie 1996/1997 am Goldsmiths College, London und schloss dieses Studium mit einem MA Fine Art ab.

Ihre MA-Arbeit bei Goldsmith markierte den Einstieg in die filmische Arbeit: Das Video He smiled at her and she smiled back wurde 1998 für The New Contemporaries ausgewählt, die Auszeichnung für die besten Absolventen britischer Kunsthochschulen. Während des Kunststudiums arbeitete Alexandra Sell als freie Fotografin und beteiligte sich an Ausstellungen und Festivals. 1998 begann sie ihr Filmstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln, das sie 2001 mit einem Diplom des Fachbereichs Film/Fernsehen abschloss.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Köln realisierte sie ihren ersten Dokumentarfilm Das Avon Projekt, ein filmisches Porträt dreier britischer Avon-Beraterinnen. Der Film entstand als Koproduktion der KHM Köln und FACT Liverpool. Die Filmidee entwickelte Sell, nachdem sie, beauftragt von Avon Cosmetics, 1998 die Beraterinnen fotografisch porträtiert hatte. Der Kontakt blieb bestehen, und, balancierend zwischen Projekt und Freundschaft, zeigte Sell im Film Das Avon Projekt Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt der Kosmetikverkäuferinnen.[1] Das Avon Projekt wurde auf internationalen Festivals und Ausstellungen gezeigt (u. a. Goetheinstitut Toulouse, Caixa Forum Barcelona, Foundation for Art and Creative Technology Liverpool).

Der Dokumentarfilm Durchfahrtsland (2005)[2] ist Sells Langfilmdebüt, mit Buch und Regie. Ein Jahr begleiteten sie und ihr Team die Protagonisten in der Welt des Vorgebirges. Aufgeschlüsselt wurden Weltanschauungen und Lebenswege. Produziert wurde der Film von Jörg Siepmann und Harry Flöter (2 Piloten Filmproduktion), koproduziert durch ZDF, Nordmedia, Filmstiftung NRW und das Kuratorium Junger deutscher Film (Produktion).

Sell überzeugte mit Durchfahrtsland beim Festival des deutschen Films 2005 und erhielt den Filmkunstpreis „Besondere Auszeichnung“. 2005 erhielt der Film Durchfahrtsland den „Special Prix Europa“ in der Kategorie TV Non-Fiction. Der Preis wird vom Europäischen Parlament für das beste Programm von einem lokalen oder regionalen TV-Sender oder die beste Low-Budget-Produktion gestiftet.[3]

2008 zog Sell wieder nach Berlin. 2010 begann sie mit der Vorbereitung ihres Spielfilmdebüts. Für den Kinofilm Die Anfängerin begab sie sich auf eine fotografische Recherche in der Welt des Berliner Eiskunstlaufs, denn im Zentrum des Films steht eine betagte Hobby-Eiskunstläuferin. Sell griff damit ein Motiv aus Das Avon Projekt auf; eine der britischen Protagonistinnen war leidenschaftliche Hobby-Eiskunstläuferin, musste den geliebten Sport jedoch aufgeben. Sells Arbeitsprämisse und Herzensangelegenheit für Die Anfängerin war, eine Geschichte zu erzählen, in der durch die Fiktion die Möglichkeit eines glücklichen Endes gegeben war.

Während der Recherche lernte Sell die Eiskunstläuferin Christine Stüber-Errath kennen. Im Osten eine Legende, im Westen weitgehend unbekannt, ist Stüber-Errath die einzige Berliner Weltmeisterin im Eiskunstlauf. Inspiriert durch Interviews mit Stüber-Errath schrieb Sell ein Drehbuch, in dem die reale Biografie Stüber-Erraths mit der fiktiven Handlung verwoben wurde. An Originalschauplätzen im Sportforum Berlin erzählt Die Anfängerin die Geschichte einer späten Befreiung.

Ulrike Krumbiegel spielt Dr. Annebärbel Buschhaus, eine bärbeißge Ärztin, die mit 58 Jahren die Schlittschuhe anzieht, um auf dem Eis nach ihren verschütteten Kindheitsträumen zu suchen. Annekathrin Bürger spielt die unbarmherzige Mutter Buschhaus'. Sell schrieb die Rolle eigens für Bürger und die Schauspielerin wirkte beratend an der Entwicklung der Story Line mit. Christine Stüber-Errath spielt sich selbst in einer Nebenrolle.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997: He smiled at her and she smiled back, Video, Goldsmith College London
  • 2001: Schutzmann, Video, Kamera, Regie, Schnitt Zusammenarbeit mit Robert Elfgen,
  • 2002: Das Avon Projekt, Regie, Drehbuch
  • 2005: Durchfahrtsland, Sprecherin, Regie, Drehbuch
  • 2005: Karger, Dramaturgie
  • 2017: Die Anfängerin, Regie, Drehbuch, Schnitt

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996/67 DAAD Stipendium für Großbritannien
  • 1998 Teilnahme an „The New Contemporaries“, Ausstellung und Publikation der besten Abschlussarbeiten britischer Kunsthochschulen
  • 2005: Festival des deutschen Films, Filmkunstpreis „Besondere Auszeichnung“
  • 2005: „Special Prix Europa“ in der Kategorie TV Non-Fiction, gestiftet vom Europäischen Parlament.

Teilnahme an Ausstellungen und Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Avon Projekt.
  2. Durchfahrtsland. In: kobv. Abgerufen am 14. August 2016.
  3. Special Prix Europa. Abgerufen am 14. August 2016.