Alexei Borissowitsch Miller

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Alexei Miller, 2013

Alexei Borissowitsch Miller (russisch Алексей Борисович Миллер; wiss. Transliteration Aleksej Borisovič Miller; * 31. Januar 1962 in Leningrad) ist Vorstandsvorsitzender und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des größten russischen Konzerns und weltgrößten Energielieferanten Gazprom.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miller stammt väterlicherseits aus einer russlanddeutschen Familie und wurde in Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, geboren.[1] Bis 1984 studierte er am Wosnessenski-Institut für Finanz- und Wirtschaftswissenschaften. 1991 war Miller zunächst für den Bürgermeister seiner Heimatstadt tätig und ein langjähriger enger Mitarbeiter des dortigen früheren Vizebürgermeisters und heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin. Seit dieser gemeinsamen Zeit gilt Miller als Vertrauter des ebenfalls aus St. Petersburg stammenden Putin. 1996 übernahm Miller die Leitung des St. Petersburger Hafens. Es folgte 1999 eine Position als Generaldirektor der Baltischen Pipelinesysteme. Im Jahre 2000 wurde er stellvertretender Energieminister der Russischen Föderation.[2]

Im Mai 2001 wurde Miller von Wladimir Putin zum Vorstandsvorsitzenden von Gazprom ernannt. Miller löste damit Rem Wjachirew von seiner Position ab und leitete eine restriktive Umstrukturierung des Konzerns ein. Aus dem staatlichen Energieunternehmen entwickelte Miller einen vielschichtigen Multikonzern, der als weltgrößter Energielieferant[3] ein wirkungsvolles Instrument der global ausgerichteten russischen Außenpolitik darstellt.[4] Innerhalb der ersten fünf Jahre seit Millers Einstieg stieg der Börsenwert Gazproms von 9,8 Milliarden US-Dollar auf zwischenzeitlich 300 Milliarden US-Dollar und war 2006 nach General Electric und ExxonMobil das drittwertvollste Unternehmen der Welt. Nach globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen liegt Gazproms Börsenwert Stand Mai 2016 bei 58 Milliarden Dollar.[5] Das Gazprom-Konglomerat unter Millers Führung beherrscht laut dem Journalisten Jens Hartmann von der Tageszeitung Die Welt weite Teile der russischen Wirtschaft.[6]

Qua seiner Position gilt Miller als einer der mächtigsten Personen Russlands. Das Magazin Forbes listete ihn 2013 erstmals unter den mächtigsten Menschen der Welt. Im Februar 2016 wurde Millers Gazprom-Vertrag um weitere fünf Jahre bis 2021 verlängert.[7]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alexey Miller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrew Davidson (Hrsg.): 1000 CEOs. Verlag Dorling Kindersley, 2009, S. 357
  2. Matthias Brüggmann: Gazprom-Chef Alexej Miller: Gefürchtet und verehrt Handelsblatt, 24.05.2006
  3. Robert Rapier: The 25 Biggest Oil And Gas Companies In The World: No.1: Gazprom Forbes, 30.05.2016
  4. Andrew Davidson (Hrsg.): 1000 CEOs. Verlag Dorling Kindersley, 2009, S. 357
  5. Daniel Eckert, Stephan Dörner: Magische Marke: Diese großen Konzerne sind Opfer des Billionen-Fluchs. Die Welt, 14.05.2016
  6. Jens Hartmann: Gazprom-Chef Alexej Miller: Der mächtigste Gasmann – und sein wahrer Boss. Die Welt, 25.12.2007
  7. dpa/AFP: Russischer Energieriese Gazprom-Chef bleibt weitere fünf Jahre. Spiegel online, 16.02.2016
  8. Указ Президента Российской Федерации от 27 марта 2006 года № 265
  9. Grande Ufficiale Ordine al Merito della Repubblica Italiana Sig. Alexei Miller (italienisch)
  10. Согласованный подвиг