Alexei Nikolajewitsch Owtschinin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alexei Owtschinin
Alexei Owtschinin
Land: RusslandRussland Russland
Organisation: Roskosmos
ausgewählt am 11. Oktober 2006
Einsätze: 2 Raumflüge
Start des
ersten Raumflugs:
18. März 2016
Landung des
letzten Raumflugs:
3. Oktober 2019
Zeit im Weltraum: 374d 18h 32min
Raumflüge

Alexei Nikolajewitsch Owtschinin (russisch Алексей Николаевич Овчинин; * 28. September 1971 in Rybinsk, Rajon Rybinsk, Oblast Jaroslawl, Russische SFSR) ist ein russischer Kosmonaut.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owtschinin absolvierte eine Mittelschulausbildung mit Musikvertiefung (Klavier) in Rybinsk. Das Fliegen lernte er im Rybinsker Aeroklub.[1] Seit 2012 studierte er an der Fakultät für staatliche und kommunale Leitung der Wladimirer Filiale der Russischen Akademie für nationale Volkswirtschaft und Staatsdienst.[2]

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1988 bis 1992 wurde Owtschinin an den Höheren Militärfliegerschulen in Borissoglebsk und Jeisk zum Flugingenieur ausgebildet. Von 1992 bis 1998 war er als Fluglehrer in Jeisk eingesetzt, anschließend bis 2003 am Militärinstitut für Luftfahrt Krasnodar in Kotelnikowo, Oblast Wolgograd. Danach war er Kommandant einer Fliegereinheit des 70. Selbständigen Testfliegerregiments zur besonderen Verwendung „Wladimir S. Serjogin im Moskauer Militärdistrikt. Er flog die Schulflugzeuge Jak-52 und Aero L-39 und kann über 1.300 Stunden Flugzeit nachweisen. 2009 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus und zum Juli 2012 als Oberstleutnant auch aus dem Reservedienst.

Tätigkeit als Kosmonaut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owtschinin wurde 2006 als Kosmonaut ausgewählt. Die Kosmonauten-Grundausbildung absolvierte er von 2006 bis 2009.

Im September 2013 nahm Owtschinin an der zweiwöchigen ESA-Trainingsmission CAVES 2013 teil. Dabei arbeiteten er und seine Kollegen Paolo Nespoli, Jeremy Hansen, Satoshi Furukawa, Mike Barratt und Jack Fischer im Höhlensystem Sa Grutta auf Sardinien unter ähnlichen Bedingungen wie auf der Internationalen Raumstation.[3]

Owtschinin war Ersatzmann für Gennadi Padalka beim Flug von Sojus TMA-16M. Er war Kommandant des Raumschiffes Sojus TMA-20M sowie Bordingenieur der ISS-Expeditionen 47 und 48. Starttermin war der 18. März 2016. Die Landung erfolgte am 7. September 2016.[4]

Im Oktober 2018 sollte Owtschinins zweiter Langzeitaufenthalt auf der Internationalen Raumstation beginnen. Er sollte dort zunächst als Bordingenieur der ISS-Expedition 57 arbeiten und im Dezember das Kommando der ISS-Expedition 58 übernehmen. Als Kommandant des Raumschiffes Sojus MS-10 startete er am 11. Oktober 2018 mit Nick Hague vom Kosmodrom Baikonur. Das Raumschiff erreichte jedoch wegen eines Problems bei der ersten Stufentrennung der Sojus-Rakete nicht den Orbit und musste notlanden.[5] Seinen Flug zur ISS konnte Owtschinin durch Änderungen in der Mannschaftsplanung schon am 14. März 2019 mit Sojus MS-12 nachholen. Er nahm an der ISS-Expedition 59 teil und war anschließend Kommandant der Expedition 60. Am 3. Oktober 2019 landete er zusammen mit Hague und dem Kurzzeit-ISS-Besucher Hassa al-Mansuri in der Kasachensteppe.[6]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Owtschinin ist verheiratet und Vater einer Tochter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alexei Owtschinin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Светлана ИЗРАЙЛЕВА: РЫБИНЕЦ – КОСМОНАВТ №205. Газета «Рыбинская неделя», 13. April 2010, archiviert vom Original am 12. September 2013; abgerufen am 23. Juni 2015 (russisch).
  2. Ирина Германова, Андрей Синягин: Гордость вуза - это его студенты. ГТРК "Владимир", 6. Juni 2012, abgerufen am 23. Juni 2015 (russisch).
  3. CAVES 2013: Unterirdisches Astronauten-Training als Vorbereitung für Weltraummissionen. ESA, 13. September 2013, abgerufen am 23. Juni 2015.
  4. Планируемые полёты. astronaut.ru, 28. November 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015 (russisch).
  5. NASA: NASA Statement on Soyuz MS-10 Launch Abort. In: NASA Press Release 18-089. 11. Oktober 2018, abgerufen am 11. Oktober 2018 (englisch).
  6. Anatoly Zak: Soyuz MS-12. In: Russian Space Web. Abgerufen am 3. Oktober 2019.