Alexei von Russland

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Alexei von Russland,
Porträt von Christoph Bernhard Francke

Alexei Petrowitsch (russisch Алексей Петрович; * 18. Februarjul./ 28. Februar 1690greg. in Moskau; † 26. Junijul./ 7. Juli 1718greg. in Sankt Petersburg) war der älteste Sohn von Peter I. und dessen erster Frau Jewdokija Lopuchina. Er blieb bis zum Tode der Zarewitsch (Kronprinz) von Russland.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexei und sein Vater Zar Peter I. hatten zeitlebens politische Differenzen. Während Peter Europa und der Aufklärung zugewandt war, stand sein Sohn unter dem Einfluss seiner Mutter, von Teilen der alten Bojarenkaste und der Vertreter der orthodoxen Kirche, die die Öffnung Russlands gegenüber Europa ablehnten.

Um Alexei an die westeuropäische Kultur heran zu führen, aber auch um die Familie der Romanows stärker mit dem deutschen Hochadel zu verbinden, betrieb Zar Peter seit 1707 eine Verehelichung seines Sohnes mit einer entsprechenden Prinzessin. Bald wurde Charlotte Christine Sophie, die Tochter des Herzogs Ludwig Rudolf von Braunschweig-Wolfenbüttel, in die nähere Auswahl gezogen. Von ihren Eltern an die sächsische Kurfürstin und polnische Titularkönigin Christiane Eberhardine zur Erziehung übergaben, besuchte sie 1710 mit ihrer Pflegetochter den böhmischen Kurort Schlackenwerth, wo diese und der angereiste Alexei sich kennenlernen konnten. Ein zweites Treffen erfolgte nochmals in Torgau. Aneinander Gefallen findend, übernahm Kurfürst und König August II. im Auftrag der Brauteltern die Aufgabe, die Hochzeitsmodalitäten mit Zar Peter auszuhandeln. Am 25. Oktober 1710 fand die Eheschließung des jungen Paares in der Residenz von Christiane Eberhardine, dem Schloss Hartenfels in Torgau statt. Neben der Familie der Braut nahm daran auch Zar Peter mit einem großen Gefolge teil.

Während die junge Ehefrau sich mit ihrem Schwiegervater sehr gut verstand, wurde sie bald durch ihren jähzornigen und dem Alkohol verfallenen Gemahl Alexei geschlagen; die Ehe verlief also sehr unglücklich. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes 1715 verstarb die erst 21 Jahre alte Prinzessin. [1]

Als Gegner von Peters Reformen von der Thronfolge ausgeschlossen, flüchtete Alexei 1717 zuerst nach Wien, dann nach Neapel. Von Gesandten seines Vaters überredet nach Russland zurückzukehren, wurde er dort der Verschwörung gegen seinen Vater angeklagt. Da er nicht freiwillig auf die Thronfolge verzichten wollte, wurde Alexei im Gefängnis gefoltert. Wohl in Folge von Knutenhieben verstarb er in der Peter-und-Paul-Festung. [2]

August Graf von Platen hat sein Schicksal – nicht völlig geschichtsgetreu – in die Ballade Alexius (1832) gefasst.

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natalja (* 12. Juli 1714; † 22. November 1728), Großfürstin von Russland
  • Peter II. (* 23. Oktober 1715; † 29. Januar 1730), Zar von Russland

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Böttcher: Christiane Eberhardine Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen, Gemahlin August des Starken. Dresdner Buchverlag, Dresden 2011, ISBN 978-3-941757-25-7, S. 235–239.
  2. N.N.: Alexei. In: Meyers Kleines Konversations-Lexikon. Band 1. Bibliographisches Institut, Leipzig u. Wien 1893, S. 44.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Biografie, Presidentskaja biblioteka (russisch)
 Commons: Alexei Petrowitsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien