Alf (Mosel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Alf
Alf (Mosel)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Alf hervorgehoben
Koordinaten: 50° 3′ N, 7° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Zell (Mosel)
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 6,33 km2
Einwohner: 844 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56859
Vorwahl: 06542
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Corray 1
56856 Zell (Mosel)
Website: www.alf-mosel.de
Ortsbürgermeister: Peter Mittler (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Alf im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch)Eppenberg (Eifel)Laubach (Eifel)LeienkaulMüllenbach (bei Mayen)HaurothUrmersbachMasburgDüngenheimKaiserseschLandkernIllerichEulgemHambuchGamlenZettingenKaifenheimBrachtendorfUlmen (Eifel)AlflenAuderathFilz (Eifel)WollmerathSchmittBüchel (Eifel)Wagenhausen (Eifel)GillenbeurenGevenichWeiler (bei Ulmen)LutzerathBad BertrichUrschmittKlidingBeuren (Eifel)MoselkernMüden (Mosel)Treis-KardenLützLiegRoesMöntenichForst (Eifel)DünfusBrohlBinningen (Eifel)WirfusBriedenKailPommern (Mosel)BriedelAltlayPeterswald-LöffelscheidHaserichSosbergForst (Hunsrück)AltstrimmigReidenhausenMittelstrimmigBlankenrathPanzweilerWalhausenSchauren (bei Blankenrath)TelligHesweilerLiesenichMoritzheimGrenderichZell (Mosel)NeefBullaySankt AldegundAlf (Mosel)PünderichGreimersburgKlottenFaidDohrBremmBruttig-FankelSenheimNehren (Mosel)Ediger-EllerMesenichValwigErnst (Mosel)Beilstein (Mosel)Ellenz-PoltersdorfBriedernCochemLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichLandkreis Mayen-KoblenzRhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild
Alf mit seinem Freibad, im Hintergrund ist Bullay zu sehen

Alf ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Zell (Mosel) an. Alf ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Alf mündet der Alfbach, von den Ortsteilen Höllenthal und Fabrik her kommend, linksseitig in die Mosel. Ein weiterer Ortsteil ist der westlich liegende ältere Gewerbestandort Alf-Fabrik. Nachbarorte sind unter anderem St. Aldegund, das rechtsuferseitige Bullay und das ebenso am rechten Moselufer liegende aber – bedingt durch die Moselschleife – südlich 2 km Luftlinie entfernte Pünderich. Das Gebiet der Ortsgemeinde umfasst 6,33 km², davon 0,67 km² Weinlagen und 3,79 km² Wald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vorrömischer Zeit von Kelten bewohnt, geht der Name auf die römische Siedlung Albis (erste Erwähnung um 50 v. Chr.) zurück. Alf gehörte im Mittelalter zur Herrschaft der nahe gelegenen Burg Arras, die wiederum ein Lehen von Kurtrier war. Ab 1794 stand Alf unter französischer Herrschaft und gehörte bis 1814 zur Mairie Eller im Kanton Cochem. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet.

Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Alf, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 659
1835 1.023
1871 1.122
1905 1.764
1939 1.377
1950 1.522
Jahr Einwohner
1961 1.410
1970 1.272
1987 1.058
2005 946
2011 871
2017 844

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Alf besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU WGR Gesamt
2014 6 3 3 12 Sitze
2009 5 4 3 12 Sitze
2004 4 4 4 12 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die über dem Ort gelegene, im frühen 12. Jahrhundert gegründete Burg Arras. In der Nähe liegt auch die zu Zell gehörige Marienburg. Wahrzeichen des Orts ist der 1734 erbaute Glockenturm, ursprünglich Teil der barocken Pfarrkirche, heute freistehend als eine Art Campanile neben dem Pfarrheim, seitdem die alte Pfarrkirche abgerissen und 1892–94 neu erbaut wurde. Die aus Bruchstein gefertigte neue Pfarrkirche besitzt eine reiche neugotische Ausstattung. Auf dem Kirchenvorplatz zeigt eine Statue aus dem 15. Jahrhundert das Motiv „Christus in der Rast“, daneben befindet sich eine neugotische Kreuzigungsgruppe.

Um den Glockenturm herum an der Straße Auf Kockert erstreckt sich der historische Ortskern. Im alten Schulhaus, einem Fachwerkbau aus dem frühen 17. Jahrhundert, befindet sich ein kleines Heimatmuseum, das auch Auskünfte über die Industriegeschichte des Orts gibt. Schräg gegenüber an einem kleinen Dorfplatz erhebt sich das im 16. Jahrhundert erbaute ehemalige Kurtrierer Amtshaus als dreigeschossiger Steinbau. Das Dachwerk wurde um 1620 erneuert.[4] Besonders alte Gebäude haben sich auch im Bereich zwischen der Willburg- und der Brunnenstraße erhalten. Ein spätmittelalterliches Burgmannenhaus in der Willburgstraße 5 wurde auf 1448 datiert und bildet damit wahrscheinlich das älteste Haus des Ortes. Das massive Fachwerkhaus Brunnenstraße 1 an der Ecke zur Ferdinand-Remy-Straße stammt von um 1600.

Aus dem 19. Jahrhundert stammen der ehemalige Thurn- und Taxische Hof in der Koblenzerstraße 18 (um 1810) und die klassizistischen Villen und Wohnhäuser in der Straße Auf der Hill, auf einer Anhöhe zwischen dem Fluss Alf und der Mosel gelegen. Die markante Bergkapelle in den Weinbergen über dem Ort stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Die Hauptstraßen des Ortes, die Kirch-, die Ferdinand-Remy- sowie die Brückenstraße wurden zur Zeit der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert vor allem mit gründerzeitlichen Gebäuden wie dem späthistoristischen Wohn- und Geschäftshaus Ferdinand-Remy-Straße 1 (1902) bebaut. Zusätzlich entstanden Villenbauten wie die Jugendstilvilla Auf Kockert 14 (um 1900) direkt über der Kirche oder klassizierende Mansardwalmdachbau Auf Tannerd 7 (1920er Jahre) hoch über der Mosel.

Aus dem Jahr 2009 stammt der heutige Prinzenkopfturm an der engsten Stelle der Moselschleife „Zeller Hamm“, der sich schon auf dem Gemeindegebiet von Pünderich befindet. Der bereits vierte Aussichtsturm an dieser Stelle bietet einen weiten Blick über beide Enden der Moselschleife zwischen Bullay und Pünderich sowie über Kondelwald und Hunsrückhöhen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größter Arbeitgeber in Alf und der Region ist der finnische Verpackungskonzern Huhtamaki, der im Ortsteil Alf-Fabrik eines seiner weltweit rund 70 Werke hat. Hier werden starre Kunststoffe im Tiefzugverfahren und Hartpapiere für Verpackungszwecke produziert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber von Alf liegt der größere Ort Bullay mit einem Bahnhof an der Bahnstrecke Koblenz–Trier, gut erreichbar über die Doppelstockbrücke Alf-Bullay. Alf ist der Verkehrsknotenpunkt der Bundesstraßen 49 und 53.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Alf geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Alf verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Remy (1788–1848), Kommerzienrat und Eisenwerkbesitzer (Alf-Fabrik)

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem großen Erfolg der US-amerikanischen Fernsehserie Alf und dem Beginn der deutschen Ausstrahlung Anfang 1988 wurde die Ortstafel von Alf, ähnlich wie im Falle Fuckings, mehrfach gestohlen. Um den Diebstählen vorzubeugen, bot die Gemeinde Alf schließlich den Kauf von Ortsschildern an, die eigens zu diesem Zweck einseitig bedruckt waren. Damit diese Schilder von den abmontierten unterscheidbar waren, wurden diese Kaufschilder mit dem Gemeindestempel und der Unterschrift des damaligen Ortsbürgermeisters Wilhelm Nicolay auf der Rückseite versehen.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alf (Mosel) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Burghart Schmidt, Helmtrud Köhren-Jansen, Klaus Freckmann: Kleine Hausgeschichte der Mosellandschaft. Köln 1989, S. 212–217.
  5. Der Melmacer machte ein kleines Dorf berühmt, Berliner Kurier, 2. Mai 1997.