Alfa Pendular

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Alfa Pendular.svg
Ein Alfa Pendular der Baureihe 4000
turístico-Klasse des Alfa Pendular

Alfa Pendular [ˈalfɐ pẽduˈlaɾ] ist die derzeit höchste Zuggattung der portugiesischen Eisenbahngesellschaft Comboios de Portugal (CP), die seit 2006 komplett mit den mit Neigetechnik ausgerüsteten Hochgeschwindigkeitszügen der Baureihe 4000 bedient wird. Die Zuggattung bestand seit 1987 unter dem Namen „Alfa“ und bezeichnete besondere Schnellzüge zwischen den beiden wichtigsten Städten Portugals, Lissabon und Porto.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten „Alfa“-Züge nahmen den Betrieb parallel zum neuen Intercidades-Liniennetz der damaligen Caminhos-de-ferro portugueses im Jahr 1987 auf. Speziell dafür beschaffte die CP nach französischem Vorbild gebaute Corail-Wagen sowie Lokomotiven der Baureihe 2600/2620.

In den neunziger Jahren plante die CP, die Alfa-Züge durch neue Hochgeschwindigkeitszüge zu ersetzen, wie es bereits in Frankreich und in Deutschland geschehen war. Die CP bestellte dafür nach dem Vorbild der italienischen ETR 480 1996 zehn Einheiten bei GEC Alsthom. Im Juli 1999 wurde der fahrplanmäßige Betrieb der Züge auf der 329 km langen Strecke zwischen Lissabon und Porto aufgenommen. Die Hochgeschwindigkeitszüge, der bei CP die Baureihennummer 4000 erhielten, waren die erste (und bisher einzige) Fernverkehrstriebzüge der portugiesischen Staatsbahn.

Bei Betriebsaufnahme war die Höchstgeschwindigkeit der Züge zunächst auf 160 km/h begrenzt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren vier der insgesamt zehn Sechswageneinheiten ausgeliefert, sodass bis 2006 zeitweise noch lokbespannte Corail-Wagenzüge eingesetzt werden mussten.[1] In diesem Zusammenhang benannte die CP auch die Zuggattung von Alfa in Alfa Pendular, nach Pendolino, der italienischen Neigetechnik, um.

Alfa Pendular verkehren heute auf den Strecken:

Auf der Strecke zwischen Lissabon und Faro erreichen die Alfa Pendular ihre Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h, während diese Geschwindigkeit zwischen Porto und Lissabon zurzeit nur auf einem kurzen Abschnitt zwischen Coimbra und Porto gefahren werden kann. Der größte Teil der Strecke Porto–Lissabon ist derzeit für eine Geschwindigkeit von 160 km/h ausgelegt. Die Fahrzeit auf der 329 km langen Strecke wird sich in Zukunft von bislang 3:30 Stunden auf 2:15 Stunden verkürzen, wenn auch auf dieser Strecke durchgängig 225 km/h gefahren werden können.

Die sechsteiligen Züge bestehen aus zwei Wagen erster Klasse (conforto) und vier Wagen zweiter Klasse (turístico). Sämtliche Wagen sind Großraumwagen. der Sitzteiler entspricht dem in Europa üblichen mit 2+2 in der zweiten und 2+1 in der ersten Klasse. Die Wagen sind mit einer Reihenbestuhlung ausgerüstet, wobei jeweils nur die Hälfte der Plätze in Fahrtrichtung zeigt. Einzelne Sitzgruppen sind zudem mit einer vis-à-vis Bestuhlung versehen.

2016/17 sollen die zehn Zugeinheiten für 18 Millionen Euro komplett modernisiert werden und im Zuge dessen auch ein neues Interieur erhalten. Die Modernisierung wird von der CP-Tochter EMEF übernommen.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alfa Pendular – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung Alfa Pendular: Betriebsaufnahme. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 48, Nr. 12, 1999, S. 778.
  2. Económico/Lusa: CP investe 18 milhões na nova geração dos comboios Alfa Pendular. In: Económico. 27. Januar 2016, abgerufen am 1. Februar 2016 (portugiesisch).