Alfa Romeo 1900

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Alfa Romeo
Alfa Romeo 1900 Berlina
Alfa Romeo 1900 Berlina
1900
Produktionszeitraum: 1950–1959
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,9–2,0 Liter
(59–85 kW)
Länge: 4400 mm
Breite: 1600–1630 mm
Höhe: 1350–1490 mm
Radstand: 2500–2630 mm
Leergewicht: 900–1100 kg
Vorgängermodell Alfa Romeo 6C
Nachfolgemodell Alfa Romeo 2000

Alfa Romeo 1900 ist eine Automobil-Modellreihe des Unternehmens Alfa Romeo, die von Herbst 1950 bis Spätsommer 1959 hergestellt wurde.

Die von Orazio Satta Puglia konstruierte Stufenhecklimousine Berlina, die Basis für diverse Coupés und andere Varianten war, wurde im Oktober 1950 auf dem Automobilsalon in Paris vorgestellt. Sie war das erste neu entwickelte Modell des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg, sein erstes auf einer Montagelinie hergestelltes und sein erstes mit einer selbsttragenden Karosserie.

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vierzylindermotor war neu entwickelt. Er hatte zunächst einen Hubraum von 1884 cm³ (Bohrung 82,55 mm, Hub 88 mm) und leistete in der einfachsten Version 59 kW (80 PS). Eine Besonderheit waren die beiden obenliegenden Nockenwellen, die über Ketten angetrieben wurden und den Motor sehr drehfreudig machten. 1954 wurde der Hubraum auf 1975 cm³ aufgebohrt (Bohrung dann 84,5 mm) und die Leistung auf 66 kW (90 PS) angehoben. Zur Unterscheidung hießen die Modelle ab dann 1900 Super. Für zusätzliche Leistung gab es eine Variante mit dem Kürzel „ti“ (Turismo Internationale), die 74 kW (100 PS) bzw. als Super 85 kW (115 PS) leistete.

Limousine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die viertürige Berlina wurde schnell beliebt bei gut verdienenden Familienvätern, die auch Motorsport betreiben oder so tun wollten. In der Werbung hieß es zum Alfa Romeo 1900 „la berlina che vince le corse“ (deutsch: „die Limousine, die Rennen gewinnt“). Dies war gar nicht einmal sehr übertrieben, da die Spitzengeschwindigkeit des Viertürers für damals beachtliche 160 bis 170 km/h betrug. Die sportliche Berlina 1900 ti Super erreichte sogar 180 km/h.

Eine Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern an der Vorderachse sowie das vergleichsweise günstige Gewicht von gut 1000 kg unterstrichen die sportliche Note. Einzig die Viergang-Lenkradschaltung passt nicht so ganz ins Bild.

In sehr geringer Stückzahl gab es für repräsentative Zwecke unter dem Namen „Lunga“ auch eine Variante mit verlängertem Radstand sowie auch eine seltene zweitürige Version mit dem Namen „Primavera“.

Insgesamt wurden 17.390 Berlinas hergestellt,[1] davon 1095 in der schnellen ti-Version.

Coupés, Cabriolets und andere Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer verkürzten Bodengruppe mit Verstärkungen wurden elegante zweitürige Coupés sowie einige Cabriolets im Auftrag von Alfa Romeo von der Firma Touring hergestellt. Mit dem Modellwechsel zur Super-Version wurden die Modelle überarbeitet und man unterscheidet deshalb eine erste und eine zweite Serie. Aber auch andere Automobil-Designer, wie z. B. Pininfarina, Zagato und Ghia stellten zweitürige Modelle als Cabriolets und Coupés auf der Grundlage des 1900er her. Als Typenbezeichnung erhielten diese Fahrzeuge das Kürzel 1900C für corto (kurzer Radstand) sowie den Zusatz „Sprint“ oder nur „S“. Sie verbanden Eleganz und Sportlichkeit. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei 180 km/h oder mehr. Damals schon waren diese Fahrzeuge keineswegs billig. Ein Alfa Romeo 1900C Super Sprint kostete 1954 in Deutschland etwa 31.000 Mark[2] und damit rund 2.000 mehr als ein Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer. Insgesamt wurden 1.808 Sprint hergestellt.

Weitere Varianten waren der Geländewagen Matta sowie verschiedene Prototypen, wie die Disco Volante oder die Batmobile.

Produktionsende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1958 trat der Alfa Romeo 2000 die Nachfolge der 1900er-Reihe an, der ebenfalls als Berlina, Sprint und Cabriolet („Spider“) angeboten wurde.

Von 1960 bis 1962 wurde die 1900-Limousine unter der Bezeichnung „IKA Bergantin“ von der Industrias Kaiser Argentina in Argentinien weitergebaut, allerdings ausgerüstet mit deren 2,5-Liter-Vierzylinder- oder 3,7-Liter-Sechszylindermotoren (Bergantin Super 6). Es entstanden dort 7.998 Fahrzeuge mit Vierzylindermotoren und 353 Super 6.

Modellgalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfa Romeo Typenhandbuch. Alle Modelle von 1910 bis heute. Heel, Königswinter 2002, ISBN 3-89880-114-4.
  2. Alfa Romeo Jahrbuch No. 7. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-821-7, S. 92.
Zeitleiste der Alfa-Romeo-Modelle von 1945 bis heute
Typ bis 1933 unabhängig, anschließend Staatsbetrieb ab 1986 Teil von Fiat
1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Kleinwagen MiTo (955)
Kompaktklasse Arna
Alfasud 33 145, 146 (930) 147 (937) Giulietta (940)
Mittelklasse Giulietta Berlina Giulia Giulietta (Typ 116) 75 155 156 (932) 159 (939) Giulia (952)
Obere Mittelklasse Alfetta 90 164 166 (936)
6C 2500 1900 Berlina 2000 Berlina 2600 Berlina 1750/2000 Berlina Alfa 6
Coupé Giulietta Sprint Giulia Sprint GT Alfasud Sprint GT (937)
1900C Sprint / Supersprint 2000 Sprint 2600 Sprint 1750/2000 GT Veloce Alfetta GT/GTV GTV (916) Brera (939)
Cabriolet Giulietta Spider Giulia Spider Spider („Duetto“) Spider (916) Spider (939)
2000 Spider 2600 Spider
Sportwagen Disco Volante Tipo 33 Montreal SZ / RZ 8C Competizione 4C
Geländewagen und SUV Matta Stelvio (949)
Kleintransporter Romeo F12/A12 AR6
AR8
  • von Joint-Venture mit Nissan
  • Kooperation zwischen Fiat und Saab: baugleiche Teile mit Fiat-, Lancia- und Saab-Modell
  • Baugleich mit Fiat bzw. Iveco