Alfa Romeo MiTo

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Alfa Romeo
Alfa Romeo Mito (2008–2013)
Alfa Romeo Mito (2008–2013)
MiTo
Produktionszeitraum: 2008–2018
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
0,9–1,4 Liter
(51–125 kW)
Dieselmotor:
1,2–1,6 Liter
(62–88 kW)
Länge: 4063 mm
Breite: 1720 mm
Höhe: 1446 mm
Radstand: 2511 mm
Leergewicht: 1140–1280 kg

Der Alfa Romeo MiTo (intern ZAR 955) ist ein dreitüriger Kleinwagen der italienischen Automobilmarke Alfa Romeo auf der technischen Basis des Fiat Grande Punto. Er wurde im Frühjahr 2008 der Presse vorgestellt, im Sommer 2008 bei der British International Motor Show in London erstmals öffentlich gezeigt und kam gleichzeitig in den Handel.

Der Name MiTo setzt sich aus den Abkürzungen der Städte Mailand und Turin auf Kraftfahrzeugkennzeichen zusammen. Die erste ist der ursprüngliche Sitz von Alfa Romeo, die zweite der Sitz des heutigen Dachkonzerns Fiat und Produktionsort des Fahrzeugs. Als italienisches Wort bedeuten die vier Buchstaben Mythos. Der Name wurde durch einen Aufruf im Internet gefunden und mit einem Alfa Romeo Spider vergütet.[1]

2018 endete die Produktion vorerst ohne ein Nachfolgemodell.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Design des MiTo ist an den Alfa Romeo 8C Competizione angelehnt. Wie es bei einem Coupé üblich ist, weisen die seitlichen Türen des MiTo keine Fensterrahmen auf. Die Heckklappe ist ungewöhnlich klein, was der Steifigkeit der Karosserie zuträglich ist. Der Antrieb ist mit einer elektronischen Differenzialsperre versehen. Mit einer Außenlänge von mehr als 4 m gehört der MiTo zu den größeren Fahrzeugen seiner Klasse.

Heckansicht
Wertung im Euro NCAP[2] 5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest für den Innenraumschutz

Eine technische Besonderheit des MiTo ist das serienmäßige System DNA (DynamicNormalAll Weather), das über einen dreistufigen Schalter auf der Mittelkonsole die Anpassung von Fahrdynamikregelung, Differentialsperre, Bremsen, Lenkung und Motor an sportliche Fahrweise ermöglicht.

Anfangs standen zwei Ottomotoren und ein Dieselmotor zur Auswahl, jeweils kombiniert mit einem manuellen Sechsganggetriebe.[3] Zum Jahreswechsel kamen ein Fünfganggetriebe und ein kleinerer Dieselmotor hinzu.

Im Herbst 2009 wurde der MiTo zum ersten Serienautomobil mit hydraulischer Ventilsteuerung.[4] Das System MultiAir ist eine selektive Steuerung jedes einzelnen Ventils und ermöglicht mehr Drehmoment und mehr Leistung bei weniger Verbrauch und weniger Emissionen. Die stärkste Version des Motors leistet im hinzugefügten Spitzenmodell Quadrifoglio Verde mit elektronisch geregelten Stoßdämpfern 125 kW (170 PS).[5] MultiAir ist mit einem Start-Stopp-System kombiniert.

2010 wurde ein Doppelkupplungsgetriebe eingeführt, wahlweise mit zusätzlicher Bedienung am Lenkrad.[6]

Seit Anfang 2011 werden auch beide Dieselmotoren mit Start-Stopp-System ausgeliefert.[7]

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2013[8] wurde der MiTo leicht überarbeitet. Seitdem verfügt der Zweizylinder-Motor über eine um 15 kW (21 PS) auf 77 kW (105 PS) gesteigerte Leistung. Optisch ist das aktuelle Modelljahr an seinem modifizierten Kühlergrill samt schärfer gezeichneter Chromeinfassung und einem abgedunkelten Rahmen der Scheinwerfer zu erkennen.

Im Interieur wurden die Sitzbezüge sowie die Armaturen- und Tür-Applikationen verändert. Als neues Grundmodell wurde der MiTo Impression in das Programm genommen, gleichzeitig die Ausstattungslinie Turismo aufgewertet. Im Laufe des Jahres folgte das sportlichste Modells der Baureihe, der MiTo Quadrifoglio Verde. Neue Motoren gibt es als 1.4 TB 16V MultiAir TCT mit nun 102 kW (140 PS) um 3 kW stärker. Außerdem konnte der Verbrauch 0,2 Liter gesenkt werden.

Ab Januar 2014 war der MiTo als Connect verfügbar.[9] Das limitierte Sondermodell hat serienmäßig das Infotainmentsystem Uconnect an Bord und gibt sich außen an den titangrauen Heckleuchtenumrandungen, dunkel getönten Scheiben sowie an der Außenfarbe Biancospino und schwarzen Spiegelklappen zu erkennen.

Am Genfer Automobilsalon 2016 wurde erneut eine überarbeitete Version[10] des MiTo vorgestellt. Geändert wurden unter anderem das Design des vorderen Stoßfängers sowie der Schriftzug am Heck. Ebenso hielt das neue Markenlogo Einzug. Die Ausstattungen gliedern sich nun in die Linien MiTo, Super und Veloce. Letztere ersetzt das bisherige Topmodell Quadrifoglio Verde.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottomotoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment vmax 0–100 km/h Bauzeit
0.9 8V TwinAir 2 875 cm³ 62 kW (84 PS) bei 5500/min 110 Nm bei 2500/min
(145 Nm bei 2000/min)(1)
174 km/h 12,5 s 05/2012–06/2013
0.9 8V TwinAir Turbo 77 kW (105 PS) bei 5500/min 120 Nm bei 1750/min
(145 Nm bei 2000/min)(1)
184 km/h 11,4 s seit 06/2013
1.4 8V 4 1368 cm³ 51 kW (69 PS) bei 6000/min 115 Nm bei 3000/min 160 km/h 14,0 s 05/2012–01/2014
57 kW (78 PS) bei 6000/min 115 Nm bei 3000/min 165 km/h 13,0 s seit 01/2014
58 kW (79 PS) bei 6000/min 115 Nm bei 3250/min 165 km/h 13,0 s 04/2011–05/2012
1.4 16V 58 kW (79 PS) bei 5750/min 120 Nm bei 4000/min 165 km/h 12,3 s 03/2009–04/2011
70 kW (95 PS) bei 6000/min 125 Nm bei 4500/min 180 km/h 11,2 s 08/2008–04/2011
1.4 16V MultiAir 4 1368 cm³ 77 kW (105 PS) bei 6500/min 130 Nm bei 4000/min 187 km/h 10,7 s 04/2011–06/2013
1.4 TB 16V 88 kW (120 PS) bei 5000/min 206 Nm bei 1750/min 198 km/h 08,8 s 01/2009–09/2009
1.4 TB 16V MultiAir 99 kW (135 PS) bei 5000/min 190 Nm bei 4250/min
(206 Nm bei 1750/min)(1)
207 km/h 08,4 s 09/2009–01/2014
1.4 TB 16V MultiAir TCT 99 kW (135 PS) bei 5000/min 190 Nm bei 4250/min
(230 Nm bei 1750/min)(1)
207 km/h 08,2 s 07/2010–01/2014
1.4 TB 16V MultiAir TCT 103 kW (140 PS) bei 5000/min 190 Nm bei 4250/min
(250 Nm bei 2500/min)(1)
209 km/h 08,1 s seit 01/2014
1.4 TB 16V 4 1368 cm³ 114 kW (155 PS) bei 5500/min 201 Nm bei 5000/min
(230 Nm bei 3000/min)
215 km/h 08,0 s 05/2008–10/2010
1.4 TB 16V MultiAir 125 kW (170 PS) bei 5500/min 230 Nm bei 2250/min
(250 Nm bei 2500/min)(1)
219 km/h 07,4 s seit 11/2009
(1) Drehmomentwerte in Klammern mit Overboost, bei der Einstellung Dynamic des DNA-Schalters

TCT = Doppelkupplungsgetriebe (Twin Cluch Technology)

Dieselmotoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Zylinder Hubraum Leistung Drehmoment(1) vmax 100 km/h Bauzeit
1.3 JTDM 16V Eco² 4 1248 cm³ 62 kW (84 PS) bei 3500/min 200 Nm bei 1500/min 174 km/h 12,9 s 05/2012–05/2015
1.3 JTDM 16V 66 kW (90 PS) bei 4000/min 200 Nm bei 2000/min 178 km/h 12,0 s 01/2009–11/2009
70 kW (95 PS) bei 4000/min 180 Nm bei 1500/min
(200 Nm bei 2000/min)
180 km/h 11,6 s 11/2009–06/2013,
seit 08/2016
1.6 JTDM 16V 1598 cm³ 88 kW (120 PS) bei 3750/min 280 Nm bei 1500/min
(320 Nm bei 1750/min)
198 km/h 09,8 s 08/2008–05/2015
(1) Drehmomentwerte in Klammern bei DNA-Einstellung Dynamic

Zulassungszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Marktstart bis einschließlich Dezember 2017 sind in der Bundesrepublik 19.150 MiTo neu zugelassen worden. Über 40 Prozent aller Fahrzeuge wurde im Jahr 2009 zugelassen. Dies ist auf die Umweltprämie zurückzuführen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alfa Romeo MiTo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Erfinderin“ des MiTo fährt ab sofort Alfa Spider. alfisti.net. 8. Mai 2008. Abgerufen am 18. September 2011.
  2. Ergebnis des Alfa Romeo MiTo beim Euro-NCAP-Crashtest (2008)
  3. MiTo vor dem Start: Alfa Romeo nennt weitere Details. Heise Verlag. 20. Juni 2008. Abgerufen am 18. September 2011.
  4. Revolution im Zylinderkopf. Spiegel Verlag. 15. Oktober 2009. Abgerufen am 18. September 2011.
  5. Nur echt mit Kleeblatt. Axel Springer Verlag/Autobild.de. 9. September 2009. Abgerufen am 18. September 2011.
  6. MiTo schaltet doppelt. Axel Springer Verlag/Autobild.de. 12. August 2010. Abgerufen am 18. September 2011.
  7. Alfa Romeo MiTo: Spritsparen mit Start-Stopp-Automatik. FOCUS Magazin Verlag. 13. Januar 2011. Abgerufen am 18. September 2011.
  8. Jonas Eling: Alfa Romeo Giulietta und Mito Facelift auf der IAA 2013. In: autozeitung.de. 3. September 2013, abgerufen am 10. Mai 2018.
  9. Limitiertes Sondermodell: Alfa Romeo Mito Connect mit Infotainmentsystem „Uconnect“ In: Meinkleinwagen. 21. Januar 2014, abgerufen am 12. November 2014.
  10. Uli Baumann: Alfa Romeo Mito 2016 Facelift: Mit Diesel und schärferer Optik - auto motor und sport. In: auto-motor-und-sport.de. 25. Mai 2016, abgerufen am 10. Mai 2018.
Zeitleiste der Alfa-Romeo-Modelle von 1945 bis heute
Typ bis 1986 unabhängig / Staatsbetrieb 1986 an Fiat verkauft
1940er 1950er 1960er 1970er 1980er 1990er 2000er 2010er
5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7
Kleinwagen MiTo (955)
Kompaktklasse Arna
Alfasud 33 145, 146 (930) 147 (937) Giulietta (940)
Mittelklasse Giulietta Berlina Giulia Giulietta (Typ 116) 75 155 156 (932) 159 (939) Giulia (952)
Obere Mittelklasse Alfetta 90 164 166 (936)
6C 2500 1900 Berlina 2000 Berlina 2600 Berlina 1750/2000 Berlina Alfa 6
Coupé Giulietta Sprint Giulia Sprint GT Alfasud Sprint GT (937)
1900C Sprint / Supersprint 2000 Sprint 2600 Sprint 1750/2000 GT Veloce Alfetta GT/GTV GTV (916) Brera (939)
Cabriolet Giulietta Spider Giulia Spider Spider („Duetto“) Spider (916) Spider (939)
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Geländewagen und SUV Matta Stelvio (949)
Kleintransporter Romeo F12/A12 AR6
AR8
  • von Joint-Venture mit Nissan
  • Kooperation zwischen Fiat und Saab: baugleiche Teile mit Fiat-, Lancia- und Saab-Modell
  • Baugleich mit Fiat bzw. Iveco