Alfaro (Rioja)

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Alfaro
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Alfaro
Alfaro (Rioja) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Koordinaten 42° 11′ N, 1° 45′ WKoordinaten: 42° 11′ N, 1° 45′ W
Höhe: 310 msnm
Fläche: 194,12 km²
Einwohner: 9.553 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 49,21 Einw./km²
Postleitzahl: 26540
Gemeindenummer (INE): 26011 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Alfaro
Lage der Stadt
Alfaro - La Rioja (Spain) - Municipality Map.svg

Alfaro ist eine nordspanische Kleinstadt und eine Gemeinde (municipio) mit 9.553 Einwohnern (1. Januar 2016) in der Autonomen Gemeinschaft La Rioja.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfaro liegt in einer Höhe von etwa 310 Metern ü. d. M. im äußersten Osten der Provinz La Rioja am Río Alhama,; der etwa zwei Kilometer östlich in den Ebro einmündet. Die Kleinstadt liegt am Kreuzungspunkt der Straßen von Soria (ca. 100 Kilometer südwestlich) nach Pamplona (ca. 91 Kilometer nördlich) bzw. von Logroño (ca. 85 Kilometer nordwestlich) nach Saragossa (ca. 103 Kilometer südöstlich).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 8511 8529 8774 9315 9843 9688

Bereits im 19. Jahrhundert stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde von ca. 4000 auf ca. 6000 Personen an.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In frühen Jahrhunderten lebten die Bewohner hauptsächlich von den landwirtschaftlichen Produkten der näheren Umgebung, die Kleinstadt selbst fungierte als Markt- und Handelszentrum, aber auch Handwerker ließen sich hier nieder. Heutzutage arbeiten die Einwohner in der Kleinindustrie (ca. 40 %), im Dienstleistungssektor (ca. 36 %), im Bausektor (ca. 14 %) und im Bereich der Landwirtschaft (ca. 10 %).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In römischer Zeit hieß der Ort Graccurris, er wurde 179 oder 178 v. Chr. von Tiberius Sempronius Gracchus bei Ilurcis, einer Siedlung der iberischen Vasconen, gegründet. Er gehörte zur römischen Provinz Hispania Tarraconensis. Westgoten und Mauren hinterließen keine archäologisch verwertbaren Spuren, doch ist der Name der Stadt eindeutig arabischen Ursprungs. Im 11. Jahrhundert eroberte König Alfons I. von Aragon die Stadt zurück (reconquista) und leitete die Ansiedlung von Christen aus dem Norden ein (repoblación). Im Jahr 1253 erhielt der Ort von König Alfons X. die Stadtrechte und kurze Zeit später (1287) unter Sancho IV. weitere Privilegien.

Bis zur großen Gebietsreform des Jahres 1833 gehörte Alfaro zur Provinz Soria; danach wurde sie der neugeschaffenen Provinz Logroño zugeschlagen, deren Name im Jahr 1980 in La Rioja geändert wurde; außerdem erhielt sie den Status einer Autonomen Region. Am 21. Juni 1936 wurde Alfaro von Truppen aus Navarra und Logroño besetzt. In der Zeit des Bürgerkrieges befand sich in Alfaro ein Feldflugplatz der Nationalspanier, den auch die Bomber der Kampfgruppe 88 (K/88) der deutschen Legion Condor insbesondere während der Schlacht von Teruel und der Aragonoffensive nutzten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Colegiata San Miguel Arcángel
  • Die zweitürmige und deshalb manchmal auch als ‚Kathedrale‘ bezeichnete Kollegiatkirche (Colegiata San Miguel Arcángel) wurde im 17. und 18. Jahrhundert erbaut. Ihre ganz aus Ziegelstein konstruierte Fassade zeigt sowohl Stileinflüsse der Renaissance als auch des Frühbarock; sie wird aufgelockert durch einen mit Arkaden versehenen Laufgang über der Portalzone. Der darüber befindliche Giebel ist in der Mitte gesprengt und seitlich abgerundet. Das dreischiffige Innere der Kirche beherbergt einen sehenswerten spätbarocken Altarretabel.
  • Ähnlich aber viel zurückhaltender gestaltet ist die in den 1630er Jahren entstandene Kirchenfassade des Franziskanerkonvents; sie ist ebenfalls aus Ziegelsteinen erbaut und wird durch einige Natursteine der zerstörten Burg (castillo) optisch etwas aufgelockert. Die ehemaligen Konventsgebäude fungieren heute als Studienkolleg.
  • Das klassizistisch gestaltete Innere der Iglesia de Nuestra Señora del Burgo birgt einen spätbarocken vergoldeten Schnitzaltar im Stil des Churriguerismus (1752). Unter den vielen Skulpturen stechen zwei Reiterfiguren hervor: Eine zeigt den hl. Georg als Drachentöter; die andere ist dem Maurentöter Santiago gewidmet.
  • Die Architektur der im 17. Jahrhundert entstandenen Einsiedlerkirche Ermita de San Roque ist äußerst streng gehalten; das Innere ist dagegen im barocken Stil ausgestaltet.
  • Mehrere Stadtpaläste wohlhabender Adelsfamilien bereichern das Ortsbild.

außerhalb

  • Das römische Nymphäum war Teil eines Kanalbauwerks.
  • Die drei Kilometer außerhalb des Ortes stehende Ermita del Pilar entstand im 18. Jahrhundert.

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfaro ist als ‚Welthauptstadt der Störche‘ bekannt, da sich auf dem Dach der Kollegiatkirche ca. 140 Storchennester befinden. Der Bürgermeister der Stadt hat bekanntgegeben, dass bei der Renovation des Daches die Anzahl der Nester auf 90 reduziert werden soll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alfaro – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).