Alfons Maria Wachsmann

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Denkmal für Alfons Maria Wachsmann in der Rubenowstraße in Greifswald
Gedenktafel für Alfons Maria Wachsmann in der Bahnhofstraße 46/47 (Ecke Pfarrer-Wachsmann-Straße) in Greifswald

Alfons Maria Wachsmann (* 25. Januar 1896 in Berlin; † 21. Februar 1944 im Zuchthaus in Brandenburg-Görden) war ein römisch-katholischer Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in Berlin geborene Wachsmann wuchs nach dem Tod seines Vaters in Schlesien auf. Er war Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, studierte Theologie, empfing im Juni 1921 in Breslau durch Kardinal Adolf Bertram die Priesterweihe und wurde Kaplan an der Heilig-Kreuz-Kirche in Görlitz. 1924 wechselte er an die Berliner Herz-Jesu-Kirche und übernahm von 1929 bis 1943 die Pfarrei St. Joseph in Greifswald. Als Studentenseelsorger veranstaltete er wöchentliche Treffen, um religiöse und kulturelle Fragen zu behandeln; gleichzeitig war er noch Seelsorger der ausländischen Arbeiter. Er war ein geachtetes Mitglied der Gemeinde, so beschrieb ihn Benedicta Maria Kempner einst mit den Worten: „Er verstand es bald, sich durch seine besonders anziehende, allseitig interessierte Persönlichkeit, voller Liebenswürdigkeit und Heiterkeit, eine anerkannte Position im Leben der kleinen Universitätsstadt zu schaffen.“

Wachsmann bezog früh Stellung gegen den Nationalsozialismus, in dem er ein Folterwerkzeug der Unfreiheit sah. Diese Meinung versuchte er auch an seine Studenten weiterzugeben. Im Rahmen der Stettiner Gestapo-Aktion gegen katholische Geistliche in Pommern („Fall Stettin“) wurde er am 23. Juni 1943 verhaftet, am selben Tag, an dem der Prozess gegen die sogenannten Lübecker Märtyrer begann, und nach Stettin in die Untersuchungshaft gebracht.

Am 3. Dezember 1943 wurde er vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt, am 5. Januar 1944 ins Zuchthaus Brandenburg überstellt und am 21. Februar dort hingerichtet. Das Urteil wurde erst im November 1998 aufgehoben.[1]

Dokumente zum Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anklageschrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab (2014)

Am 31. Mai 1951 fand seine erneute Beisetzung auf dem Alten Friedhof in Greifswald statt. Seit 1984 erinnert ein schlichter Gedenkstein in der Rubenowstraße an den Humanisten und Theologen Dr. Alfons Maria Wachsmann.[2] Nach einer Umbettung im selben Jahr wurde sein Grab an der Südseite der Kirche St. Joseph neu errichtet.

Die katholische Kirche hat Pfarrer Dr. Alfons Wachsmann als Blutzeugen in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.

2017 wurde vor der Heilig-Kreuz-Kirche in Görlitz von Gunter Demnig ein an Wachsmann erinnernder Stolperstein verlegt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vom christlichen Gnadenleben: [Ein Cyclus von Fastenpredigten]. Breslau: Franke [1933]
  • Zur Frage der Einbettung des Religiösen in den Gesamtablauf des Seelischen auf Grund von Protokollen katholischer Studenten. Paderborn: Bonifacius-Druckerei 1935, zugl. Diss. phil. Greifswald
Digitalisat, Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern
  • Zur Situation der Diaspora. Paderborn: Bonifacius-Druckerei [1936]
Digitalisat, Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alfons Maria Wachsmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pfarrer Dr. Alfons Maria Wachsmann endlich rehabilitiert, Katholische Kirchenzeitung, Nr. 2/1999, 17. Januar 1999.
  2. Greifswald – Pfarrer-Wachsmann-Denkmal. auf der Webseite Kulturportal Mecklenburg-Vorpommern