Alfred Beierle

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Alfred Beierle, als Paul Alfred Beier, (* 4. Juni 1885 in Berlin; † 16. März 1950 in Berlin) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Beierle startete seine Schauspielerkarriere an verschiedenen Berliner Bühnen, bis er schließlich Direktor des Lessingtheaters wurde. In den 1920er Jahren gehörte er zu den kritischen Intellektuellen der Berliner Theater- und Kabarettszene und machte sich auch als Rezitator einen Namen. Er arbeitete für den Rundfunk, betrieb eine kleine Plattenfirma unter dem Namen Die Neue Truppe[1] und trat auch in Trude Hesterbergs Kabarett Wilde Bühne auf.[2] Daneben spielte er bei fast 50 Filmen mit, zunächst als Darsteller in Stummfilmen, dann auch im Tonfilm. Beierle trat 1924 der SPD bei und blieb Mitglied bis 1930.

Im April 1934 ging Beierle für einige Zeit ins westliche Ausland. In den Niederlanden kontaktierte er Emigrantenkreise, wovon die deutsche Botschaft in Den Haag erfuhr. Als man dort 1936 seiner Mitwirkung in dem Volksstück Das Veilchen vom Potsdamer Platz gewahr wurde, informierte die Botschaft deutsche Stellen in Berlin über Beierles Kontakte. Daraufhin wurde der inzwischen wieder heimgekehrte Beierle noch 1936 sowohl aus der Reichstheaterkammer als auch aus der Fachschaft Film ausgeschlossen. Die Vorwürfe lauteten, Beierle habe im Ausland „den Führer beschimpft“ und „gegen Deutschland gehetzt“. Am 4. November 1936 deportierte man Beierle in das KZ Sachsenhausen. Am 24. September 1937 wurde er wieder entlassen, durfte aber bis 1945 nicht mehr künstlerisch arbeiten.[3] Nach dem Krieg sah man ihn dann noch in drei Produktionen. Sein letzter Film war 0 Uhr 15, Zimmer 9, der 1950 in die Kinos kam. Im selben Jahr starb Beierle, der dem Publikum als Charakterdarsteller in Erinnerung blieb.

Filmographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 57 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Staedeli auf der Internetseite Cyranos.ch.
  2. Helga und Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp, Künstlerbiographien AK. Medium Film, Berlin 1994.
  3. Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke, S. 58.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]