Alfred Gunzenhauser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alfred Gunzenhauser

Alfred Gunzenhauser (* 24. Mai 1926 in Heidenheim an der Brenz; † 16. November 2015 in München[1]) war ein deutscher Galerist und Kunstsammler. Seine in 50 Jahren zusammengetragene Sammlung gilt als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen und bildet den Grundstock des 2007 in Chemnitz eröffneten Museums Gunzenhauser. Ihr Wert wird auf etwa 200 Millionen Euro geschätzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Gunzenhausers Vater war Prokurist bei einer Spedition, seine Mutter entstammte einer Sägewerk-Dynastie.[1] Er studierte an der Universität Heidelberg Volkswirtschaft. Nach seiner Promotion ging er nach Berlin und nahm eine Anstellung in der Verwaltung des Elektrogeräteherstellers AEG an. Diese Tätigkeit gab er jedoch bald für eine Karriere als Galerist auf. Erste Erfahrungen in diesem Metier sammelte er als Mitarbeiter der Galerie Gerd Rosen,[2] der 1945 am Berliner Kurfürstendamm die erste Galerie in Deutschland nach Ende des Zweiten Weltkriegs eröffnet hatte. Mitte der 1960er Jahre zog Gunzenhauser nach München und gründete dort in der Maximilianstraße eine eigene Galerie, die in den folgenden Jahren das Kulturleben der Stadt beeinflusste.

Parallel zu seiner Tätigkeit als Galerist baute Gunzenhauser eine private Kunstsammlung mit Werken des 20. Jahrhunderts auf, die als eine der bedeutendsten deutschen Privatsammlungen gilt. Erstes Werk seiner Sammlung war 1954 das Bild Vergessene Küste von Manfred Bluth, das er mit monatlichen Raten von 15 Mark bei einem Galeristen in Berlin erworben hatte. Heute umfasst die Sammlung etwa 2500 Werke von 270 Künstlern, darunter die weltweit größte private Sammlung von Werken des deutschen Malers Otto Dix.

Um die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen, brachte Gunzenhauser die Bilder 2003 in eine Stiftung ein. Nachdem die Stadt Chemnitz ihm zugesichert hatte, ein eigenes Museum zur Verfügung zu stellen, erhielt sie den Zuschlag als Standort für das Museum Gunzenhauser, das im Dezember 2007 eröffnet wurde.

Alfred Gunzenhauser starb am 16. November 2015 in München und wurde am 5. Dezember 2015 im Familiengrab in seiner Geburtsstadt Heidenheim beigesetzt.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kunstsammler Alfred Gunzenhauser ist tot. In: Heidenheimer Zeitung, 18. November 2015.
  2. Brita Sachs: Traum und Handel. Zum Tod von Alfred Gunzenhauser. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. November 2015, S. 15.
  3. Trauerfeier für Sammler Alfred Gunzenhauser in Heidenheim. welt.de, 5. Dezember 2015, abgerufen am 5. Dezember 2015.