Alfred Haas (Volkskundler)

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Alfred Haas (* 8. Juli 1860 in Bergen auf Rügen; † 27. Juli 1950 ebenda; vollständiger Name Alfred Moritz Wilhelm Gottlieb Haas) war ein deutscher Historiker, Volkskundler und Gymnasiallehrer. Er gilt als der bedeutendste Sagensammler Vorpommerns.

Leben und Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Haas wurde am 8. Juli 1860 in Bergen auf Rügen als Sohn eines Kreissekretärs geboren. Von 1872 bis 1878 besuchte er das Pädagogium zu Putbus auf Rügen. Anschließend studierte er auf der Universität Greifswald alte Sprachen und Geschichte. 1884 wurde er zum Dr. phil. promoviert, 1885 bestand er das Examen für das höhere Lehramt. Nach Stationen als Lehrer an verschiedenen Schulen in Stettin und seinem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger in Greifswald wurde er 1889 Lehrer am Städtischen Schiller-Realgymnasium in Stettin, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1925 blieb. 1906 erhielt er den Titel eines Gymnasialprofessors.

Haas widmete sich der Geschichte Pommerns, vor allem aber der Volkskunde, besonders als Sammler von Volkssagen.

Er war seit 1885/1886 Mitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, von 1924 bis 1933 als Vorstandsmitglied. Nach der Gründung des Rügisch-Pommerschen Geschichtsvereins wurde er auch dort aktives Mitglied.

Von 1893 bis 1902 gab er, gemeinsam mit Otto Knoop, die Blätter für Pommersche Volkskunde heraus. Es war dies die erste für ein deutsches Land erscheinende volkskundliche Fachzeitschrift. Wegen Absinkens der Abonnentenzahlen und fehlender öffentlicher Unterstützung musste das Erscheinen der Zeitschrift 1902 eingestellt werden.

Haas gilt als der bedeutendste Sagensammler Vorpommerns. Er sammelte sowohl bereits andernorts veröffentlichte Sagen, als auch unmittelbar bei der pommerschen Bevölkerung. Er veröffentlichte umfangreiche Sagensammlungen als Bücher. Seine beiden Bände Rügensche Sagen und Pommersche Sagen erreichten zahlreiche Neuauflagen.

1944 wurde Haas Wohnung in Stettin durch einen Bombenangriff zerstört. Er zog zu seinem jüngeren Bruder in seine Geburtsstadt Bergen, wo er am 27. Juli 1950 starb.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenmitglied der Gesellschaft für pommersche Geschichte und Altertumskunde, 1933
  • Erneuerung des Doktor-Diploms durch die Universität Greifswald zum 65. Doktorjubiläum, 1949

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sagensammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rügensche Sagen und Märchen. 1. Auflage: Ludwig Bamberg, Greifswald 1891. 9. Auflage: Walter Krohß, Bergen (Rügen) 1939.
  • Sagen und Erzählungen von den Inseln Usedom und Wollin. Stettin 1904.
  • Pommersche Sagen. 1. Auflage: Eichblatt, Berlin, 1912. 4. Auflage: Eichblatt, Leipzig 1926.
  • Pommersche Wassersagen. Verlag Dr. K. Moninger, Greifswald 1923.
  • Buchheidesagen. Saunier, Stettin 1924.
  • Burgwälle und Hünengräber der Insel Rügen in der Volkssage. Schuster, Stettin 1925.
  • Greifswalder Sagen. Abel, Greifswald 1925.
  • Sagen des Kreises Grimmen. Abel, Greifswald 1925.

Sonstige Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arkona im Jahre 1168. Schuster, Stettin 1918, 2. Aufl. 1925.
  • Rügensche Volkskunde. Schuster, Stettin 1920.
  • Die Tiere im pommerschen Sprichwort. Greifswald 1925.
  • Die Große Lubinsche Karte von Pommern. Aus Anlaß des Neudrucks der Karte verfaßt. Stettin 1926 (neu abgedruckt in: Eckard Jäger, Roderich Schmidt (Hrsg.): Die Große Lubinsche Karte von Pommern aus dem Jahre 1618. Mit beschreibendem Text von Alfred Haas (1926). Nordostdeutsches Kulturwerk, Lüneburg 1980, ISBN 3-922296-18-1)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]