Alfred Hausser

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Alfred Theodor Hausser (* 27. August 1912 in Stuttgart; † 12. August 2003 ebenda) war ein deutscher kommunistischer Widerstandskämpfer während der NS-Zeit. Im Juli 1936 wurde Alfred Hausser als einer der Hauptangeklagten wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt. Ab 1945 war er maßgeblich beim Aufbau des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes beteiligt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Ersten Weltkrieges verbrachte er die ersten Lebensjahre bei seinen Großeltern auf dem Lande. Nach Kriegsende und Novemberrevolution begann er eine Schulzeit in Stuttgart-Gablenberg. 1927 fand im Stuttgarter Gustav-Siegle-Haus seine Jugendweihe statt. Ein Jahr später beendete er die Schule mit der Mittleren Reife. Anschließend begann er eine Mechanikerlehre in einem Betrieb, der bei 400 Mitarbeitern ein Viertel Lehrlinge beschäftigte, die nach dem ersten Lehrjahr in der Produktion eingesetzt wurden. Er wurde Mitglied des Metallarbeiter-Verbandes. Mit der Beendigung der Lehre 1932 war er arbeitslos und blieb wirtschaftlich von seinen Eltern abhängig. 1933 verstarb sein Vater. In der illegalen Arbeit für den kommunistischen Jugendverband (KJVD) ging er ins Ruhrgebiet.

Politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Hausser wurde 1930 Mitglied des KJVD und 1932 Mitglied in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Er zeichnete für den Aufbau einer „antifaschistischen Jugendorganisation“ verantwortlich.

Ab August 1934 arbeitete er im Auftrag der KPD im Bezirk Chemnitz unter dem Decknahmen Max in der politischen Agitation. Ende des Jahres wurde die Gruppe von der Gestapo aufgedeckt. Es folgten verschärfte Vernehmungen. Nach 17 Monaten „Behandlung“ im NS-Rechtsapparat wurde das Gerichtsverfahren gegen ihn und 10 weitere in Berlin vor dem Volksgerichtshof eröffnet. Ergebnis war eine Verurteilung als Haupträdelsführer wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens (…) zu 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust und Polizeiaufsicht“.

Während der Haft im Zuchthaus Ludwigsburg unterstand Alfred Hausser Disziplinarmaßnahmen wie Einzelhaft und Sprechverbot. Bei der Wehrerfassung der Häftlinge im Oktober 1939 wurde er für den „Dienst in der Wehrmacht im Frieden, und im Krieg für dauernd“ ausgeschlossen. In dieser Zeit wurde er zur Zwangsarbeit für Bosch im Gefängnisbetrieb eingeteilt. Eine Entschädigung für die Zwangsarbeit hat er in der Bundesrepublik nie erhalten.[1]

Nach der Befreiung durch die Amerikaner Ende April 1945 im Gefängnis Wolfenbüttel kehrte Alfred Hausser Ende Juni nach Stuttgart zurück. Als einer der ersten Redakteure arbeitete er 1946 bei der Jugendzeitschrift „Die Zukunft“ in Tübingen in der französischen Besatzungszone mit. Im Jahr 1948 gründete sich der Landesverband VVN Württemberg-Baden, und Alfred Hausser wurde hauptamtlicher Mitarbeiter bis zu seiner Verrentung 1975. Von 1961 bis 1992 war er Landesvorsitzender der VVN. Noch im hohen Alter begleitete er als Zeitzeuge regelmäßig die vom Stadtjugendring Stuttgart organisierten "antifaschistischen Stadtrundfahrten".

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valentin J. Hemberger: „Fleisch vom Fleische des Volkes“?