Alfred Wöhlk

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Alfred Wöhlk (auch: Woehlk, Wøhlk; * 25. Juli 1868 in Frederikshavn, Dänemark; † 2. März 1949 in Kopenhagen[1]) war ein dänischer Chemiker und Pharmazeut.[2]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Wöhlk war das achte von elf Kindern seiner Eltern Carl Andreas Nicolai Wöhlk und Clara Wilhelmine Wöhlk, geb. Knutzen.[3] Er studierte an der Pharmazeutischen Lehranstalt in Kopenhagen, wo er anschließend auch arbeitete und in deutscher Sprache publizierte.[4][5] Im Jahr 1910 wurde er Inhaber der Trianglen-Apotheke in Kopenhagen, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1949 leitete; nebenher publizierte er für Danmarks Farmaceutiske Selskab (Dänemarks Pharmazeutische Gesellschaft) und erfand das Medikament Magnyl, eine dänische ASS-Variante mit Magnesiumoxid.

Wöhlk-Probe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die insbesondere aus dem Pharmaziestudium bekannte Wöhlk-Probe zum Nachweis von Lactose und Maltose erfährt seit einiger Zeit einen erneuten Aufschwung, weil sie im Chemieunterricht als halbquantitativer Nachweis für den sehr unterschiedlichen Lactosegehalt von Milchprodukten eingesetzt werden kann, was für Menschen mit Lactoseintoleranz relevant ist.[6] Auch am Ende eines schulischen Standardexperiments, der Stärkespaltung durch Speichel-Amylase, dient sie zum Nachweis des Disaccharids Maltose, das als Hauptprodukt anfällt, neben Glucose, Isomaltose und anderen zufälligen Resten der endohydrolytischen Spaltung.[7][8]

Bis heute ist der genaue Mechanismus der Wöhlk-Reaktion nicht bekannt, ebenso gibt die Struktur des roten Farbstoffs noch Rätsel auf, da er nur im stark alkalischen Bereich stabil ist und sich nicht mit bekannten Lösungsmitteln ausschütteln lässt. Immerhin weiß man nun, dass der rote Farbstoff ein Absorptionsmaximum bei 527 nm hat und auch mit anderen Zuckern entsteht, die analog Lactose und Maltose aufgebaut sind (z. B. Cellobiose, Maltotriose).[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Wøhlk 1868–1949 In: slaegtprojekt.dk, abgerufen am 16. Februar 2018.
  2. 150 Years Alfred Wöhlk : Education : ChemistryViews. In: chemistryviews.org. 25. Juli 2018, abgerufen am 29. April 2018 (englisch).
  3. Klaus Ruppersberg, Julia Hain: Die Wiederentdeckung der Wöhlk-Probe. In: ChiuZ. Nr. 51, 2017, S. 106–111, doi:10.1002/ciuz.201600744.
  4. Alfred Wöhlk: Über eine neue Reaktion auf Milchzucker und Maltose. In: Zeitschrift für analytische Chemie. Band 43. J. F. Bergmann, 1904, S. 670 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Alfred Wöhlk: Zur Untersuchung des Urotropins. In: Zeitschrift für analytische Chemie. Band 44. J. F. Bergmann, 1905, S. 765 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Klaus Ruppersberg, Julia Hain: Das Experiment. In: Chemkon. Bd. 23 (2016), H. 2, S. 90–92, doi:10.1002/ckon.201610272.
  7. a b Klaus Ruppersberg, Julia Hain, Petra Mischnik: Auf der Spur der roten Farbe: Ein historischer Lactose-Nachweis wiederentdeckt. In: Chemkon. Bd. 24 (2017), H. 4, S. 302–503, doi:10.1002/ckon.201790012.
  8. Ruppersberg, Klaus: Stärkeverdauung durch Speichel – was kommt eigentlich dabei heraus? Ein einfacher Maltose-Nachweis am Ende der enzymatischen Hydrolyse von Amylose und die überraschende Anwesenheit von Glucose im Verhältnis 1:15. In: MNU Journal. Bd. 69 (2016), H. 5, S. 325–328, urn:nbn:de:0111-pedocs-150973.