Algenstedt

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Algenstedt
Koordinaten: 52° 35′ 52″ N, 11° 26′ 32″ O
Höhe: 38 m ü. NN
Fläche: 9,82 km²
Einwohner: 158 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 2009
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
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Lage der Ortschaft Algenstedt in Gardelegen

Algenstedt ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Algenstedt liegt etwa neun Kilometer nordöstlich der Gardelegener Altstadt an der Landesstraße 27. Der Secantsgraben tangiert die Gemarkung nördlich und bildet gleichzeitig die Landkreisgrenze zwischen dem Landkreis Stendal und dem Altmarkkreis Salzwedel.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Algenstedt stammt aus dem Jahr 1303 als in uilla Alincstede apud Gardeleghe,[2] als die Markgrafen Otto und Konrad dem Kloster Neuendorf Hebungen vereignen.

Weitere Nennungen sind 1412 in dem dorpe to alingstede und 1687 Algenstedt.[3]

Bei der Bodenreform im Jahre 1945 wurden 63 Besitzungen unter 100 Hektar erfasst, die zusammen 855 Hektar umfassten. Enteignet wurden 149 Hektar, davon wurden 54,2 Hektar aufgeteilt an vier landarme Bauern mit Besitz unter 5 Hektar, 7,5 Hektar erhielt ein Landarbeiter und 32,5 Hektar gingen an vier Umsiedler.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1994 wurde die Gemeinde aus dem Landkreis Gardelegen in den neu errichteten Altmarkkreises Salzwedel umgegliedert.[4]

Die Gemeinde Algenstedt gehörte ab 1. Januar 2005 zur Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Algenstedt am 11. Dezember 2008, dass die Gemeinde Algenstedt in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[5][6]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Algenstedt wurde Algenstedt Ortsteil der Hansestadt Gardelegen. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Algenstedt und künftige Ortsteil Algenstedt wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Hansestadt Gardelegen. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Algenstedt wurde ein Ortschaftsrat mit sechs Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 169
1772 189
1790 206
Jahr Einwohner
1798 215
1801 206
1818 171
Jahr Einwohner
1840 1284
1864 324
1871 312
Jahr Einwohner
1885 338
1895 317
1905 293
Jahr Einwohner
1925 298
1939 259
1946 496
Jahr Einwohner
1964 334
1971 303
1981 254
Jahr Einwohner
1993 223
2006 216

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Dorfkirche in Algenstedt ist ein flach gedeckter rechteckiger Feldsteinbau.[7] Sie besaß ursprünglich einen zweiteiligen Grundriss, bestehend an rechteckigem Langhaus und eingezogenem rechteckigem Chor. Die Untersuchungen eines Türsturzes des romanischen Kernbaus weisen auf einen Entstehungszeitraum zwischen 1194 und 1215 hin. Die dendrochronologische Untersuchung des an der Südseite des Turmes eingemauerten Deckenbalkens aus Eichenholz datiert die nachträgliche Errichtung des Turmes auf 1349.[8] Die Kirche ist eine Filiale der Kirche in Kassieck.[9]
  • Auf dem Kirchhof ist der Friedhof des Dorfes.
  • In Algenstedt steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein abgestufter Sockel mit tempelartigem Aufsatz und krönendem Adler.[10]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Algenstedt gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Kassiek, die früher zur Pfarrei Kassiek gehörte.[11] Seit 2007 gehört die Kirchengemeinde zum Kirchspiel Lindstedt[3] im Pfarrbereich Lindstedt[12] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 377 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00385~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  3. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 15–20.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357.
  5. Gebietsänderungsvertrag. Eingemeindung der Gemeinde Algenstedt in die Hansestadt Gardelegen. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2. Salzwedel 18. Februar 2009, S. 46–48 (http://www.altmarkkreis-salzwedel.de/Portaldata/1/Resources/as_buerger/dokumente/Amtsblatt_Nr._02,_18.02.2009.pdf (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive) [abgerufen am 13. April 2018]). (PDF; 397 kB)
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  7. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 9.
  8. Ulf Frommhagen: Dendrochronologische Untersuchungen an mittelalterlichen Dorfkirchen in der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 75. Jahresbericht, 2003, S. 80–81 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  9. Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen. Series Pastorum. Band 10. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 356.
  10. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Algenstedt auf www.denkmalprojekt.org. 1. Dezember 2015, abgerufen am 15. April 2018.
  11. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 61 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 15. April 2018]).
  12. Pfarrbereich Lindstedt. Abgerufen am 15. April 2018.