Ali Güngörmüş

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Ali Haydar Güngörmüş (* 15. Oktober 1976 in Tunceli, Türkei) ist ein deutscher Koch türkischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güngörmüş wurde als mittleres von sieben Kindern geboren. Die Familie hatte einen kleinen Bauernhof.[1] Der Vater arbeitete seit Mitte der 1960er Jahre als Schweißer in München. 1986 zog die Frau mit den Kindern zum Vater nach Deutschland, wo Ali einen Hauptschulabschluss machte. Gegen den Widerstand seiner Eltern und der Familie ließ er sich zum Koch ausbilden. Ab 2000 war er vorübergehend Küchenchef im Szenerestaurant Lenbach, anschließend wurde er Jungkoch bei Karl Ederer im 1-Sterne-Restaurant Glockenbach in München. Ederer wurde in der Folge sein Förderer und vermittelte ihm eine Anstellung im 2-Sterne-Haus Tantris und in den Schweizer Stuben in Wertheim.[2]

2005 eröffnete er in Hamburg-Othmarschen das Restaurant Le Canard Nouveau. Im November 2006 wurde sein Restaurant mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Er ist der bisher einzige in der Türkei geborene Küchenchef, dessen Restaurant einen Michelin-Stern erhielt.[3] Ende 2016 gab Güngörmüş die Position des Küchenchefs an Florian Pöschl ab, blieb aber Mitinhaber des Le Canard Noveau.[4]

2014 eröffnete er zudem in München das Restaurant Pageou in den ehemaligen Räumen des Ederer. Pageou heißt das Dorf in Ostanatolien, in dem Ali Güngörmüş die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte.[5] Küchenchefin ist hier Elisabeth Anetseder,[6] zuvor Sous-Chefin bei Martin Fauster.[7]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güngörmüş ist als Fernsehkoch regelmäßig in der NDR-Nachmittagssendung tipps & trends sowie als Juror und Moderator in der ZDF-Sendung Die Küchenschlacht zu sehen. Außerdem trat er auch in der Sendung Lanz kocht! auf, die ebenfalls im ZDF gesendet wurde.

Für Fatih Akıns Heimatfilm Soul Kitchen (2009) coachte Ali Güngörmüş den Schauspieler Birol Ünel, der in der international ausgezeichneten Komödie einen exzentrischen Koch gibt. Eine Szenenfolge zu Anfang des Films spielt im Le Canard Nouveau.

Seit dem 11. November 2013 ist er der Juror in der ZDF-Sendung Topfgeldjäger mit Alexander Herrmann und ist somit Nachfolger von Frank Rosin. Zuvor war er mehrfach Juror bei den Duellen zwischen dem früheren Moderator Steffen Henssler und dem weiteren Juror Rosin gewesen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In fremden Töpfen. Ein Sternekoch reist durch Deutschland. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2010, 60 Min., Buch und Regie: Ralph Quinke, Produktion: Spiegel TV, Erstsendung: 21. Dezember 2010 bei VOX, Inhaltsangabe vom Spiegel.
  • Jenseits von Herd und Hummer. Sterneköche privat. Dokumentarfilm, Deutschland, 2009, 94 Min., Buch: Anja Gerloff und Ralph Quinke, Regie: Ralph Quinke, Produktion: Spiegel TV, Erstsendung: 30. Oktober 2010 bei VOX, Inhaltsangabe von Spiegel online. Portraits der Meisterköche Ali Güngörmüş, Karl-Emil Kuntz und Lea Linster.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ilka Kreutzträger: Ali Güngörmüs über Gourmet-Küche: „Männer kochen eben nicht.“ Interview auf taz.de, 28. Mai 2012, abgerufen am 31. Mai 2013
  2. Jaquelin Vogt: Nach oben gekocht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25./26. August 2012, S. C2
  3. Jan Spielhagen: Sternekoch: Mit einem Beutel Estragon nach Istanbul. In: Beef!, 8. November 2011. Abgerufen am 21. Juli 2012. 
  4. abendblatt.de: Wechsel im Le Canard: Ali Güngörmüs gibt den Löffel ab
  5. pageou.de: Die Story von »Pageou«
  6. pageou.de: Küche
  7. restaurant.michelin.de: Junge Impulse in der Münchner Innenstadt