Alice Agneskirchner

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Alice Agneskirchner (* 1966 in München) ist eine deutsche Drehbuchautorin und Regisseurin.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alice Agneskirchner ist in München und am Tegernsee aufgewachsen, ihre Mutter stammte aus Rottach-Egern, sie starb 1977.[2]

In München studierte Alice Agneskirchner Theaterwissenschaft, Politikwissenschaft und Deutsche und Vergleichende Volkskunde. Sie war Regieassistentin am Landestheater Salzburg, reiste durch Asien und Nordamerika, arbeitete u. a. als Bergführerin, Cowgirl und Buchhändlerin. Von 1989 bis 1994 absolvierte sie ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg. Noch vor der Wende erhielt sie ein Gaststudium durch Lothar Bisky, den damaligen Rektor.

Seit dem Diplomabschluss arbeitet sie kontinuierlich als Autorin und Regisseurin für Dokumentarfilme und Imagefilme. Seit ihrem Film „Ein Apartment in Berlin“ (Gert-Ruge-Stipendium / Los Angeles Jewish Film Festival 2015) richtet sich ihr künstlerisches Interesse zunehmend auf dokumentarische Filme, die Realität in verschiedenen Facetten und Stilformen erzählt, ohne Rücksicht auf die herkömmlichen Genregrenzen. Von 2003 bis 2007 war sie Gastdozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg. Für ihren autobiographischen Film „Liebe Mama, ich kannte dich kaum …“ wurde sie mit dem Förderpreis Dokumentarfilm des Dokumentarfilmfests München ausgezeichnet.[3] 2015 war sie als Artist in Residence in der Villa Aurora, Los Angeles. Ab 2015 arbeitete sie an ihrem Kinofilm Wem gehört die Natur?, einer „philosophischen Reise“, die das Verhältnis der Menschen zum Wilden Tier auslotet.[4]

Im Jahr 2009 war Alice Agneskirchner als Teilabschnittsregisseurin an der 24-Stunden-Fernsehdokumentation 24h Berlin – Ein Tag im Leben beteiligt,[5] und 2010 war sie eine der Regisseurinnen des Gemeinschafts-Projekts 20 × Brandenburg, das den Grimme-Preis gewann. Für ihr Projekt Ein Apartment in Berlin erhielt sie das Gerd-Ruge-Stipendium. Ihr Filmprojekt Wem gehört die Natur? (2016/2017) wurde vom FFF-Bayern und der Filmstiftung NRW gefördert. Es gelangte 2018 in die Kinos.[6] Der Kino-Dokumentarfilm Lampenfieber über das Kinder- und Jugendensemble des Friedrichstadt-Palastes Berlin, das als größtes in Europa gilt, feierte 2019 auf der Berlinale in der Reihe Berlinale-Special seine Premiere.[7]

Alice Agneskirchner ist Mitglied der Deutschen Filmakademie, der Deutschen Akademie für Fernsehen und der AG-DOK. Für Wie „Holocaust“ ins Fernsehen kam erhielt sie 2020 den Grimme-Preis.[8][9]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Die Frau vom Meer, Kurzspielfilm (Regie)
  • 1994: Raulien’s Revier, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 1995: Herr, Frau, Hund, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 1996: Die Radio-Fritzen On Air, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 1997: Ready for Take Off, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 1998: Waschen und legen, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 1999: Im Freibad, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 2001: Cheerleader Stories, 5-teilige Doku-Serie (Buch und Regie) – zusammen mit Jeannette Eggert
  • 2002: Wildenranna, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 2003: Zusammen, 70-mm-Imagefilm für die VW-Autostadt in Wolfsburg (Buch und Regie)
  • 2005: Silver Girls, 5-teilige Doku-Serie (Buch und Regie)
  • 2007: Liebe Mama, ich kannte Dich kaum …, Autobiographischer Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 2008: Die Bundesregierung, 3-D-Imagefilme (Buch und Regie)
  • 2009: Münchner Ratschkathl’n, historische Dokumentar-Kurzfilme (Buch und Regie)
  • 2010: Doris Dörrie – Deutschland Deine Künstler, Portrait (Buch und Regie)
  • 2010: 24 h Berlin / Drehregisseurin
  • 2011: Hechenberg – Der Anfang vom Isarwinkel, Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 2011: Detroit – Hope for the Motor City, Documentary
  • 2012 Der Doktor und das liebe Pferd, Reportage (Buch und Regie)
  • 2013: Ein Apartment in Berlin, Dokumentarfilm (Idee, Buch und Regie)
  • 2013: 24 h Jerusalem, Drehregisseurin
  • 2014: Umschalten im Kopf – Therapie für Schwerverbrecher, Reportage (Buch und Regie)
  • 2016: 24h Bayern – Ein Tag Heimat, Drehregisseurin
  • 2017: Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?, Kino-Dokumentarfilm (Idee, Buch und Regie)
  • 2019: Lampenfieber, Kino-Dokumentarfilm (Buch und Regie)
  • 2019: Wie „Holocaust“ ins Fernsehen kam (Idee, Buch und Regie)
  • 2020: Die Gregors – Ein Leben für die Filme (Idee, Buch, Regie und Produktion)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. First Steps – der Nachwuchspreis: Dokumentarfilmjury. Alice Agneskirchner: Regisseurin. In: firststeps.de. Abgerufen am 22. Dezember 2020.
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven:@1@2Vorlage:Toter Link/www.rathaus-rottach-egern.de Mitteilungsblatt der Gemeinde Rottach-Egern
  3. Pressemitteilung der HFF München
  4. „An Apartment in Berlin“ examines trend of Jews’ moving to German city (engl.) bei Latimes.com, abgerufen am 24. April 2015.
  5. 24 h Berlin - Ein Tag im Leben. Internet Movie Database, abgerufen am 10. November 2015 (englisch).
  6. Auf der Jagd – Wem gehört die Natur? (Offizielle Webseite). In: wemgehoertdienatur.de. NFP marketing & distribution, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  7. Lampenfieber – Offizielle Webseite. In: lampenfieber-derfilm.de. Abgerufen am 22. Dezember 2020.
  8. Reinhard Lüke: Alice Agneskirchner: Wie „Holocaust“ ins Fernsehen kam. In: medienkorrespondenz.de. 6. Februar 2019, abgerufen am 22. Dezember 2020.
  9. 75 Jahre DEFA: Dokumentarfilmerin Alice Agneskirchner – geprägt von DEFA-Filmkunst | MDR.DE. In: mdr.de. 1. Dezember 2020, abgerufen am 22. Dezember 2020.