Alija

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Einwanderer der zweiten Alija, Feld bei Migdal (1912)

Der Begriff Alija (hebräisch עלייה, wörtlich „Aufstieg“; Plural Alijot) stammt aus der Bibel und bezeichnet im Judentum seit dem babylonischen Exil (586–539 v. Chr.) die Rückkehr von Juden als Einzelne oder Gruppen nach Eretz Israel. Teilnehmer einer Alija heißen hebräisch Olim (Singular: fem. Olah, mask. Oleh).

Seit der Entstehung des politischen Zionismus im 19. Jahrhundert bedeutet der Begriff allgemein „jüdische Einwanderung“ nach Palästina bzw. seit 1948 nach Israel.[1]

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das hebräische Wort Alija für „Aufsteigen, Hinaufziehen“ bezeichnete im antiken Judentum eine Wallfahrt gläubiger Juden zum Jerusalemer Tempel zu einem der drei jährlichen Wallfahrtsfeste Pessach, Schawuot und Sukkot. Das Aufsteigen bezog sich auf das hochgelegene Bergland Judäas und besonders auf den etwa 800 m hoch gelegenen Tempelberg, den Zion.[2]

Nachdem die Babylonier den Tempel und die Stadt Jerusalem als kultisches Zentrum des damaligen Judentums 586 v. Chr. zerstört und seine politischen und kultischen Eliten exiliert hatten, bezeichnete der Begriff auch das erhoffte künftige „Hinaufziehen“ der exilierten Juden in ihr Heimatland Israel. Das Edikt des Perserkönigs Kyros II. von 539 v. Chr. erlaubte ihnen diese Rückkehr nach biblischer Überlieferung mit den Worten (Esr 1,3 EU; vgl. 2. Buch Chronik 36,23):

„Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – sein Gott sei mit ihm –, der soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen und das Haus des Herrn, des Gottes Israels, aufbauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt.“

Damit löste Kyros eine frühe Rückwanderungswelle nach Israel aus, in deren Folge der Tempel und Jerusalem als Hauptstadt Israels wieder aufgebaut wurden.

Die frühen Alijot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im späten 12. Jahrhundert trafen einige Juden aus Nordafrika aufgrund von Verfolgungen ein.
  • Zwischen 1210 und 1211 wanderten 300 französische und englische Rabbiner ein (Einwanderung der dreihundert Rabbiner).
  • Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 kamen einige Juden nach Palästina
  • Im 15. Jahrhundert traf eine Gruppe italienischer Juden ein, die einen großen Einfluss auf die örtliche jüdische Gemeinde ausübte.
  • Nach der türkischen Eroberung im Jahr 1516 folgte eine Einwanderungswelle aus dem Orient, Sizilien, Italien, Frankreich, Deutschland und Nordafrika. Gemeinsam mit ihnen kamen auch weitere Flüchtlinge der Vertreibungen aus Spanien und Portugal. Einige ließen sich in Jerusalem nieder, die meisten jedoch siedelten in Safed.
  • Während des gesamten 16. Jahrhunderts zog die Hochblüte der Kabbala in Safed viele Einwanderer aus Frankreich, Deutschland, Italien und anderen europäischen Ländern, aber auch aus Nordafrika und dem Orient an.
Die Windmühle von Sir Moses Montefiore im Jahr 1858
  • Mitte des 17. Jahrhunderts gab es eine wichtige Alija türkischer Juden.
  • Im Jahr 1700 ließ sich eine Gruppe von 1500 europäischen Juden unter der Führung von Rabbi Judah Chassid in Jerusalem nieder.
  • Ende des 18. Jahrhunderts begann bis ins frühe 19. Jahrhundert die Einwanderung der Chassidim. Die erste organisierte chassidische Einwanderung fand 1764 statt und wurde von Schülern des Ba’al Schem Tow, des Begründers des Chassidismus, angeführt. Sie siedelten sich in Tiberias, Safed, Hebron und Jerusalem an und begründeten die Tradition der vier Heiligen Städte des Judentums.
  • 1808 organisierten auch die Peruschim, die Schüler des Gaon von Wilna, einem Gegner des Chassidismus, eine Alija und begründeten eine Gemeinde in Jerusalem.
  • 1830 begann eine Einwanderungswelle aus Deutschland, den Niederlanden und Ungarn.
  • Während des 19. Jahrhunderts fand die Einwanderung tausender Juden aus orientalischen Ländern wie der Türkei, Nordafrika, Irak, Persien, Buchara, Kurdistan, Afghanistan, dem Kaukasus und dem Jemen statt, welche die Ankunft des Messias für das jüdische Jahr 5.600 (=1840) erwarteten. 1840 waren Juden die größte Bevölkerungsgruppe in Jerusalem. Die Eroberung von Syrien durch Muhammad Ali Pascha brachte für die jüdische Bevölkerung Erleichterungen, wie z. B. die Erlaubnis, die bei einem Erdbeben 1837 zerstörten Gebäude in Safed und Tiberias wieder aufzubauen.
  • 1857: Der in London lebende italienische Jude Sir Moses Montefiore ließ eine achtzehn Meter hohe Windmühle mit einer kleinen Siedlung aus zwanzig Häusern außerhalb der Stadtmauer Jerusalems errichten und schuf damit eine wichtige Lebensgrundlage der jüdischen Bevölkerung.
  • 1860: Etwa 12.000 Juden leben in Palästina.

Die modernen Alijot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alijot der Neuzeit werden in der Literatur unterschiedlich periodisiert, sowohl hinsichtlich der Dauer als auch hinsichtlich der Einwanderungszahlen.

Die erste Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Alija dauerte von 1882 bis 1903. Das Gebiet von Palästina gehörte damals zum Osmanischen Reich. Mit der 1. Alija kamen 20.000 bis 30.000 Einwanderer aus Osteuropa, Russland, Rumänien und dem Jemen.

Die Gründe für eine Einwanderung lassen sich auf drei Faktoren zurückführen:

  • Die uralte Sehnsucht der Juden nach ihrem historischen Heimatland.
  • Die andauernden Pogrome in Russland.
  • Die Überzeugung, dass nur die Rückkehr in das historische Heimatland imstande sein würde, das "jüdische Problem" dauerhaft und grundlegend zu lösen.

Die erste Alija wurde vor allem von den Bewegungen Chibbat Zion und der Bilu beeinflusst. Bilu ist eine Abkürzung für "Beit Ja'akov Lekhu Ve-nelkha", „Haus Jakob, geht, lasst uns aufbrechen!“ (Jes 2,5 EU); Diese Bewegungen haben auch die ersten landwirtschaftlichen Siedlungen, Moschawot gegründet, bis 1903 insgesamt 28, darunter in Judäa: Rischon LeZion, Ekron, Gedera, Petach Tikwa, Zichron Jaakov und in Obergaliläa: Rosch Pina, Jesod Hama´alah. Be´er Tuvia war die südlichste und Metulla die nördlichste Siedlung.

Die erste Gruppe von 14 Personen ging am 6. Juli 1882 in Jaffa an Land, die zweite Gruppe mit 34 Personen kam zwei Jahre später. Zu dieser Gruppe gehörten auch vier Frauen. Gedera ist eine Bilu-Gründung. - Am 27. Juni 1901 wurde die Vereinigung Kibbuz Achim gegründet, deren Ziel es war, die Ankömmlinge der ersten Alija bei der Suche nach Arbeit und Unterkunft zu unterstützen.

Ebenfalls ab 1882 begann der in Frankreich lebende Baron Edmond Rothschild in sechzehn Musterdörfern 12.000 Juden anzusiedeln, die sich selbständig ernähren konnten. Besonders bekannt wurden seine Weinfelder am Südwestabhang des Karmel, wozu er französische Rebsorten einführen ließ.

Es gab zwei Haupteinwanderungswellen: 1882 bis 1884 und 1890 bis 1891.

Neben 28 neuen landwirtschaftlichen Siedlungen mit ca. 6.000 Personen wuchsen auch die städtischen Siedlungen an. So kamen je ca. 3.000 Neueinwanderer nach Haifa und Jaffa und etwa 1.000 Einwanderer nach Jerusalem.

Das Hebräische wurde wieder zu einer im Alltag gesprochenen Sprache und die ersten hebräischen Grundschulen entstanden. Der Pioniergeist hatte sich jedoch erschöpft und war 1903 fast zum Erliegen gekommen. Insgesamt gelangten während der ersten Alija etwa 35.000 Juden nach Palästina, doch fast die Hälfte unter ihnen verließ das Land wieder nach einigen Jahren.[3]

Ein bekannter Teilnehmer der 1. Alija war Elieser Ben-Jehuda.

Die zweite Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie fand von 1904 bis 1914 statt und brachte 35.000 bis 40.000 Einwanderer, vor allem aus Russland und Polen, in das Land Palästina.

Der erste Anstoß dazu waren die blutigen Ereignisse in Kischinew 1903. Weitere Pogrome in Russland im Jahre 1904 und 1905 sowie der Tod Theodor Herzls am 3. Juli 1904 führten zu einem neuen Pioniergeist.

Die Teilnehmer waren meist junge Männer und Frauen mit sozialistischen Ideen und dem Wunsch nach einer klassenlosen Gesellschaft und einer Religion der Arbeit. Sie ließen sich nicht nur von einer nationalen Ideologie leiten, sondern wünschten sich auch ein Gemeinwesen für Proletarier in Palästina.

Sie hatten in der Regel bereits in ihren Heimatländern eine landwirtschaftliche Ausbildung erhalten. Von Einwanderern der zweiten Alija wurden die ersten Parteien der Arbeiterbewegung, die Poalei Tzion und die HaPoel HaZair, die Vorgängerorganisationen der Mapai, aufgebaut.

Die Teilnehmer der zweiten Alija arbeiteten als Arbeiter in den Moschawot oder in den Städten. Sie gründeten 1909 den ersten Kibbuz Degania, die erste jüdische Stadt der Neuzeit Tel Aviv und ebenfalls 1909 die militärische Organisation HaSchomer. Auch schufen sie die Basis für eine neue hebräische Presse und Literatur, was die Verbreitung der Sprache erheblich förderte, und für die Gewerkschaft Histadrut.[4]

Bekannte Teilnehmer der zweiten Alija waren: David Ben-Gurion, Jitzhak Ben Zwi, Berl Katznelson, Israel Schochat, Jitzchak Tabenkin und Joseph Trumpeldor.

Die Zweite Alija wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges beendet. In der gleichen Zeit wanderten mehr als eine Million Juden aus Osteuropa in die USA aus.

Die dritte Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dritte Alija dauerte von 1919 bis 1923 und stellte in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung der zweiten dar. Sie brachte 35.000 Einwanderer ins Land, von denen 53 Prozent aus Russland und 36 Prozent aus Polen stammten. Die Übrigen kam aus Litauen, Rumänien und anderen osteuropäischen Ländern. Achthundert Einwanderer stammten aus West- und Mitteleuropa. Viele Neuankömmlinge waren Mitglieder der Hechaluz-Bewegung in Russland und Polen oder des Hashomer Hatzair („der junge Wächter“) in Galizien, der ältesten jüdischen Jugendbewegung die sich selbst als „Weltorganisation der zionistischen Jugend“ bezeichnet.

Die Ursachen der Einwanderungswelle lagen in den Folgen der russischen Oktoberrevolution und des Bürgerkrieges, den Pogromen in der Ukraine in den Jahren 1919 und 1920 mit 150.000 ermordeten Juden, den Auseinandersetzungen um die nationale Selbstbestimmung in Europa nach dem Ersten Weltkrieg, der Balfour-Deklaration und der britischen Mandatsverwaltung Palästinas mit der Zusicherung auf die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte.

Die Einwanderung in die Vereinigten Staaten war zwar immer noch möglich und wurde auch häufig genutzt, die meisten, die Palästina als Einwanderungsland wählten, kamen aus zionistischer Überzeugung.

Diese jungen Pioniere brachten eine Schöpferkraft, die den Charakter des Jischuw veränderte. Gemeinsam mit ihren Vorgängern aus der Zweiten Alijah spielten sie eine bedeutende Rolle in seiner Führungsschicht. Sie gründeten den Histadrut, den landesweit organisierte Gewerkschaftsverband der Arbeiter, die Selbstverteidigungsorganisation Hagana, stellten Arbeiter für den Wohnungs- und Strassenbau sowie den Anfängen der Industrie und unterstützten den Aufbau der jüdischen Landwirtschaft. Die Dritte Alijah vergrösserte auch die Zahl der jüdischen Siedlungen durch die Gründung vieler neuer Kibbutzim (z. B. En Harod, Gewa, Tel Josef und Beit Alfa in der Jesreelebene, Kirjat Anavim in der Nähe von Jerusalem), der ersten Moschawim (z. B. Nachalal, Kfar Yehezkel, Tel Adaschim und Balfouria) und riefen 1927 ihre Kibbuzbewegung ins Leben.[5]

1922 lebten etwa 85 000 Juden in Palästina: In den Städten des Landes, vor allem Jerusalem, Tel Aviv, Tiberias, Haifa und Hebron und in 60 landwirtschaftlichen Siedlungen

Im Zweiten Weltkrieg operierten Mitglieder der Hashomer Hatzair, darunter Mordechaj Anielewicz, im von NS-Deutschland besetzten Europa, vor allem in Polen, und waren an Ghettoaufständen beteiligt. Nach dem Krieg nahmen sie an Bricha-Unternehmen teil. 1946 gründete die Bewegung eine politische Partei, die gemeinsam mit Ahdut Ha´Avoda 1948 die Arbeiterpartei Mapam bildete.

Die vierte Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vierte Alija von 1924 bis 1927 unterschied sich in ihrer sozialen Struktur von den vorhergehenden. Sie begann Mitte des Jahres 1924 und an ihr nahmen 67.000 Einwanderer, die Hälfte von ihnen aus Polen, teil.

Sie wird auch als Mittelstands-Alija bezeichnet, weil sie vor allem Angehörigen der Mittelklasse, Geschäftsleuten und Handwerkern bestand. Die Immigration von Pionieren kam wegen der Auswanderungsbeschränkungen der Sowjetunion praktisch zu erliegen.

Die Einwanderungswelle war das Ergebnis von zwei Entwicklungen: Die Wirtschaftskrise in Polen und die ökonomischen Beschränkungen, die den polnischen Juden auferlegt wurden, daher auch der Name Grabski Alija nach dem polnischen Finanzminister Władysław Grabski. Und weil die USA mit dem Immigration Act von 1924 ihre Grenzen für Masseneinwanderungen weitgehend abschotteten.

Die meisten Neuankömmlinge, insgesamt acht von zehn Einwanderern der vierten Alija[6], hielten an ihrer Lebensweise fest und ließen sich in den Städten, vor allem in Tel Aviv, nieder. Sie investierten ihr geringes Kapital in Werkstätten und Fabriken, kleinen Hotels, Restaurants, Geschäften, vor allem aber im Baugewerbe. In der Küstenebene kam es auch zu einer bedeutenden landwirtschaftlichen Entwicklung. Neue Ansiedlungen, deren Lebensgrundlage Zitrusplantagen waren, wurden gegründet, darunter Magdiel, Herzlia, Binjamina und Netanja.

1926 stagnierte die Einwanderung durch eine ernste Wirtschaftskrise in Palästina. Von den 13.000, die 1926 angekommen waren, verließ mehr als die Hälfte wieder das Land. 1927 wanderten mehr als 5000 aus, jedoch nur 2300 wanderten ein, womit die Einwanderungswelle verebbte.[7]

Die fünfte Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünfte Alija erstreckte sich über den Zeitraum von 1930 bis 1939 und brachte 250.000 Einwanderer. Sie kamen überwiegend aus Polen, Deutschland, Österreich, Rumänien, Griechenland, Jemen und Irak. Allein im Zeitraum 1933 bis 1936 kamen nach der Machtübernahme Adolf Hitlers 164.000 Juden legal nach Palästina, neben weiteren illegalen Flüchtlingen. Die überwiegende Mehrheit ließ sich in den Städten nieder, allein nach Tel Aviv zogen etwa die Hälfte der Einwanderer.

Die deutschen und österreichischen Juden, die über ein Viertel der Gesamteinwandererzahl ausmachten, trugen entscheidend zur Entwicklung des Jischuw bei. Sie waren die erste größere Einwanderergruppe aus West- und Mitteleuropa. Viele von ihnen hatten eine medizinische oder andere akademische Ausbildung. Sie machten auch die Mehrheit der Musiker im neuen Philharmonischen Orchester aus. Die Städte erlebten durch den hohen Bildungsstand, bürgerliche Lebensform und mitteleuropäische Werte wie Pünktlichkeit und Ordnungssinn, sowie den beruflichen Erfahrungen eine Steigerung des Niveaus im Geschäftslebens und der städtischen Einrichtungen. Viele dieser Eigenschaften sind in das bis heute mit Ironie und Respekt verbundene Bild von den deutschen Einwanderern, den Jeckes, eingegangen. Mit diesem Zustrom begann die Erfolgsgeschichte von Tel Aviv. [8]

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges lebten 475.000 Juden in Palästina, ungefähr vierzig Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes.

Die Alija Bet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Alija Bet

Die Alija Bet (Bet ist der 2. Buchstabe des hebräischen Alphabets) bezeichnet den sekundärer Aufstieg, also die illegale Einreise. Sie wird auch als Ha’apalah bezeichnet. Sie begann ca. 1934 mit der Verfolgund in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus und dauerte bis zur Staatsgründung. Die Einwanderung trotzte den Hürden der britischen Regierung (u. a. Weißbuch von 1939) und den Versuchen die Einwanderungswege zu kontrollieren. Im Jahr 1939 wurde der Mossad als Organisation der illigalen Einwanderung innerhalb der Haganah gegründet.

Trotz der britischen Restriktionen erreichten zwischen 1934 und 1948 115.000 illegale Einwanderer das Land, während 51.000 von den britischen Behörden auf Zypern festgehalten wurden und erst nach der Unabhängigkeit des Staates Israel einreisen konnten. Die jüdische Bevölkerung in Palästina stieg bis 1948 auf 650.000 Juden an.[9]

In der Literatur finden sich auch Periodisierungsversuche, die eine sechste Alija benennen und auf 1936–1940 datieren. Sie umfasste etwa 90.000 Einwanderer, hauptsächlich „illegale“ Flüchtlinge vor dem Nationalsozialismus (Maapilim).

Alijot seit der Staatsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährliche Anzahl Aliyah (Einwanderer) nach Israel 1948 bis 2015
  • 1948–1951: Insgesamt ca. 690.000 Einwanderer, vor allem aus Ägypten, Irak, Jemen, Polen und Rumänien:
* Zwischen Juni 1949 und September 1950 kamen mit der Operation Fliegender Teppich in zunächst geheim gehaltenen Transporten etwa 49.000 jemenitischen Juden in den neuen Staat Israel.[10]
* Im März 1951 brachte die Luftbrücke „Operation Esra und Nehemia“ 107.603 irakische Juden über den Iran und Zypern nach Israel.
  • 1955–1957: etwa 100.000 Einwanderer aus Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen, mit dem Ende der französischen Kolonialherrschaft.
  • Nachdem am 11. Januar 1961 das Frachtschiff Egos 16 km vor Morro Nuevo in der Bucht von Alhucamas sank, bei dem alle 44 jüdische Flüchtlinge aus Marokko und 2 Besatzungsmitglieder starben wurde mit Erlaubnis der marokkanischen Regierung vom November 1961 bis zum Frühling 1964 80.000 Juden in der Operation Jachin über Frankreich und Italien nach Israel gebracht.[11]
  • 1969–1975: etwa 100.000 Einwanderer aus der UdSSR.
  • Zwischen dem 21. November 1984 und dem 5. Januar 1985 brachten die Operation Moses (Miwza Mosche) und im März 1985 die Operation Joschua etwa 8.000 äthiopische Juden nach Israel.
  • 1989 bis 1995: etwa 600.000 Einwanderer aus der Sowjetunion bzw. der GUS.

Jugend-Alija[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kinder- und Jugend-Alijah

Die Jugendalija bzw. Kinderalija, eine Abteilung der Jewish Agency, wurde 1933 von Recha Freier aus Berlin gegründet, um jüdische Kinder und Jugendliche aus Nazideutschland zu retten. In Palästina wurde die Organisation von Henrietta Szold und später von Hans Beyth geleitet. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden ungefähr 5.000 Jugendliche ins Land gebracht und erzogen. Nach dem Krieg kamen noch 15.000 Holocaustüberlebende dazu.

In Deutschland: Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugend-Alija gegründet Juli 1933 mit Sitz in Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158 (überparteiliche Organisation zur Überführung jüdischer Jugendlicher nach Palästina), umfasste die drei Berliner Vereine: Kinderheim Ahawah, jüdische Waisen- und Jugendhilfe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gur Alroey: Alija, in: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 1, Metzler, Stuttgart/Weimar 2011, S. 36–39
Historische Darstellungen
  • Lothar Mertens: Alija. Die Emigration der Juden aus der UdSSR/GUS. 1993, ISBN 3-8196-0122-8.
  • Julian Grzesik: Alija nach der Zerstreuung Israels. Bibel und Fakten. Drei Bände, Lublin 1989.
  • Alex Bein: Die Judenfrage. Biographie eines Weltproblems, zwei Bände, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01963-0.
Erlebnisberichte
  • Jay und Meridel Rawlings: Alija. Rückkehr ins gelobte Land. Schulte + Gerth, Aßlar 1984, ISBN 3-87739-551-1.
Künstlerische Darstellung
  • Wolf Stegemann: Alija - Die Wiedergeburt Israels. 25 Lithografien von Salvador Dali. Dorsten 1993.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Immigration nach Israel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Alija – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alex Bein: Die Judenfrage, Band II, DVA, Stuttgart 1980, S. 354. ISBN 3-421-01963-0
  2. Alex Bein: Die Judenfrage, Band II, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1980, S. 272, 354, ISBN 3-421-01963-0.
  3. The First Aliyah
  4. The second aliyah in: jewishvirtuallibrary.org, abgerufen am 2. April 2018, englisch.
  5. The third aliyah in: jewishvirtuallibrary.org, abgerufen am 2. April 2018, englisch.
  6. Tom Segev : Es war einmal ein Palästina - Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. 4. Auflage. Siedler, München 2005, ISBN 3-88680-805-X, S. 244f.
  7. The fourth aliyah in: jewishvirtuallibrary.org, abgerufen am 2. April 2018, englisch.
  8. The fifth aliyah 1929 - 1939 In: Jewish Virtual Library, englisch, abgerufen am 30. Juni 2018.
  9. Aliyah Bet 1939 - 1948 In: Jewish Virtual Library, englisch, abgerufen am 30. Juni 2018.
  10. Ministry of Immigrant Absorption, “On Eagles’ Wings” – Aliyah from Yemen (1949) englisch, abgerufen am 6. Juli 2018
  11. Megan Melissa Cross: King Hassan II: Morocco's messenger of peace", S. 66–67
  12. http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/Judaism/ejhist.html, Englisch, abgerufen am 7. Januar 2013