Alizée

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Alizée in Paris (2013)
Alizées Unterschrift

Alizée Lyonnet[1] [a.li.ze] (* 21. August 1984 in Ajaccio, Korsika als Alizée Jacotey) ist eine französische Sängerin und Tänzerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacotey ist die Tochter einer Kauffrau und eines Informatikers, sie wuchs in der korsischen Stadt Ajaccio auf. Ihr Vorname leitet sich von Alizé ab, der französischen Bezeichnung für den Passatwind. Sie hat einen jüngeren Bruder.

1995 gewann Jacotey einen Malwettbewerb der Fluggesellschaft AOM French Airlines. Ihre Zeichnung wurde auf den Rumpf einer MD-80 reproduziert, die außerdem auf ihren Namen getauft wurde. Später wurde das Flugzeug umlackiert und an die südafrikanische Fluggesellschaft 1time verkauft.

Bei der Aufzeichnung der TV-Sendung Eurobest im März 2003 lernte sie Jérémy Châtelain kennen, einen Sänger und Ex-Teilnehmer der französischen Castingshow Star Academy. Die beiden heirateten am 6. November 2003 in Las Vegas, USA. Das Paar trennte sich im Jahr 2011, wobei die Trennung wesentlichen Einfluss auf Alizées fünftes Album 5 hatte.[2]

Zusammen mit der gemeinsamen Tochter Annily (* 2005) zog Jacotey kurz darauf von Paris zurück nach Ajaccio. Sie ist seit Ende 2013 mit dem Tänzer Grégoire Lyonnet[3] liiert, ihrem ehemaligen Tanzpartner aus der vierten Staffel der Sendung Danse avec les stars. Das Paar heiratete am 18. Juni 2016.[4]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon früh interessierte sich Alizée für Tanz, Gesang und Schauspielerei. Im Alter von vier Jahren nahm sie klassischen und spanischen Tanzunterricht sowie Unterricht in Jazz Dance und Stepptanz. Ein Jahr später wechselte sie an die renommierte Tanz- und Schauspielschule École du Spectacle de Monique Mufraggi, wo sie in zwölf Jahren Ausbildung auch erste Bühnenerfahrung sammelte.[5]

Ihr musikalischer Erfolg begann 1999: Alizée nahm an einem Casting zur französischen Talent-Show Graines de Star des Fernsehsenders M6 teil. Sie wollte die Chance nutzen, um professionelle Tänzerin zu werden, genommen wurde sie aber in der Kategorie Gesang. In der Sendung, ausgestrahlt am 25. Februar 2000, trat sie dann mit dem Titel Ma Prière der in Frankreich populären Sängerin Axelle Red auf und gewann. Den Regeln der Sendung folgend trat sie in der nächsten Sendung eine Woche später noch einmal auf, erneut mit Ma Prière.

2000–2002: Gourmandises[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die beiden Fernsehauftritte wurden Mylène Farmer, französische Sängerin, und Laurent Boutonnat, französischer Produzent, auf Alizée aufmerksam. Farmer hatte gerade den Song Moi… Lolita, inspiriert durch den Roman Lolita von Vladimir Nabokov, geschrieben und suchte eine zum Song passende junge Sängerin. Nach Probeaufnahmen produzierten sie den Song dann mit Alizée.

Am 4. Juli 2000 wurde Moi… Lolita in Frankreich veröffentlicht und erreichte sofort Platz 2 der Charts. Es wurde die erste Single, die 73 Wochen in den Charts blieb. Auch außerhalb Frankreichs war der Song erfolgreich, er ist beispielsweise bis heute die erfolgreichste nicht-englischsprachige Single in Großbritannien. In Deutschland im September 2001 erschienen, kletterte Moi… Lolita dort bis auf Platz 5.

Die zweite Single L’Alizé wurde mit rund 500.000 verkauften Platten ebenfalls ein Hit. Zeitgleich veröffentlichte Alizée ihr erstes Album Gourmandises. Sie verkaufte mehr als vier Millionen Singles in Europa und wurde bei den World Music Awards 2002 als international erfolgreichster französischer Künstler ausgezeichnet.

2003–2007: Mes courants électriques[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für ihr 2003 erschienenes zweites Album Mes courants électriques zeichneten wieder Mylène Farmer und Laurent Boutonnat verantwortlich. Es verkaufte sich in Frankreich über 200.000 Mal und erreichte dort Chartplatz 2. Für die internationale Ausgabe des Albums nahm Alizée zusätzlich englischsprachige Versionen von vier Songs auf.

Von August 2003 bis Januar 2004 war Alizée auf Konzert-Tournee durch Frankreich. Während dieser Tour entstand die Live-CD und -DVD Alizée en concert, die im Oktober 2004 erschien. Zu deren Promotion wurde in Frankreich ein Video-Clip des Songs Amélie m'a dit veröffentlicht, der Ausschnitte aus der DVD enthielt.

2007 wurde Mexiko auf Alizée aufmerksam. Nachdem bereits einige ihrer Songs in den mexikanischen Radios gespielt wurden, erschien dort im Februar 2007 Alizée en concert als CD+DVD-Edition, kletterte bis auf Platz 8 der Albumcharts und erreichte Goldstatus (50.000 verkaufte Platten).

2007–2009: Psychédélices[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das dritte Album Psychédélices, das am 3. Dezember 2007 erschien, arbeitete Alizée nicht mehr mit Mylène Farmer und Laurent Boutonnat. Stattdessen wurde das Album von Ehemann Jérémy Châtelain produziert, außerdem haben unter anderem Jean Fauque, Oxmo Puccino und Daniel Darc mitgewirkt. Die erste Single Mademoiselle Juliette erschien in Frankreich am 30. September 2007 – zunächst nur als Download; die CD-Variante folgte am 21. Januar 2008. Als zweite Single-Auskopplung wurde Fifty-Sixty veröffentlicht. Am 8. Februar 2008 erschien Psychédélices auch in Deutschland.

In Frankreich und Europa konnte Alizée mit dem Album nicht an ihre früheren Erfolge anknüpfen, wohingegen sie ihren Erfolg in Mexiko fortsetzte. Sowohl Psychédélices als auch die nur dort veröffentlichte Kompilation Tout Alizée erreichten gute Chartpositionen. Für die am 25. Juni 2008 veröffentlichte „Mexican Tour Edition“ von Psychédélices produzierte Alizée ein Cover von Madonnas La Isla Bonita.

Am 18. Mai 2008 startete Alizée ihre Psychédélices Tour mit einem Konzert in Moskau. Im Juni folgten einige Konzerte in Mexiko. Das ursprünglich für den 23. Oktober 2008 geplante Konzert im Le Grand Rex in Paris wurde erst auf März 2009 verschoben und schließlich ganz abgesagt.

2010–2012: Une enfant du siècle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alizées viertes Studioalbum Une enfant du siècle erschien am 29. März 2010. Nachdem Alizée bereits für Remixe der Single Fifty-Sixty mit dem Elektro-Label Institubes in Kontakt kam, wurde nun Une enfant du siècle von Künstlern des Labels produziert – insbesondere vom Label-Chef Jean-René Etienne und der Gruppe Chateau Marmont. Und ebenfalls wie schon Fifty-Sixty orientieren sich die Lieder des Albums am Leben des Models Edie Sedgwick.[6] Die erste Single Les collines (Never Leave You) erschien in Frankreich am 8. März 2010 als Download. In Deutschland wurde ihr Album am 2. April 2010 veröffentlicht.

Gemeinsam mit Alain Chamfort nahm Alizée das Duett Clara veut la lune auf. Die Neuaufnahme des Songs, dessen Original Chamfort für sein Album Neuf (1993) schrieb, wurde auf seinem Album Elles & Lui (2012) veröffentlicht.

2012–2013: 5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alizées fünftes Studioalbum – 5 (französisch „Cinq“ [sɛ̃k]) – wurde von ihr zunächst für Oktober 2012 angekündigt, beteiligt sollten unter anderem Jean-Jacques Goldman, Thomas Boulard (Sänger und Gitarrist der Gruppe Luke) und die BB Brunes sein. Am 27. Juni 2012 veröffentlichte Alizée auf ihrer Homepage die erste Single À cause de l’automne. Der Song wurde ursprünglich als Never Again vom Briten Pete Russell geschrieben, Thomas Boulard schrieb dann den französischen Text.[7]

Die Veröffentlichung des Albums wurde jedoch mehrfach verschoben, bis es schließlich am 25. März 2013 in Frankreich erschien. Produziert wurde es von Alexandre Azaria, weitere Mitwirkende sind neben Thomas Boulard auch Adrien Gallo (Sänger der BB Brunes), Antoine „Bartone“ Barrailler und Christian Vié.

Zusammen mit Olly Murs nahm Alizée eine für den französischen Markt produzierte Version von Murs’ Single Dear Darlin’ auf, welche am 2. September 2013 erschien.[8]

Seit 2014: Blonde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Juni 2014 erschien nur ein Jahr nach 5 das sechste Studioalbum Blonde.[9] Die gleichnamige erste Single wurde am 18. März 2014 veröffentlicht.[10] Am 16. Juni 2014 erschien die zweite Singleauskopplung Alcaline.[11]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab um das Jahr 2000 einige sehr junge Sängerinnen vom Typ 'Lolita', namentlich Christina Aguilera (* 1980) und Britney Spears (* 1981). Aguilera hatte in den USA am 24. August 1999 ihr erstes Album veröffentlicht; Spears' Single Oops! … I Did It Again war am 16. Mai 2000 (sieben Wochen vor Moi ... Lolita) erschienen. Beide Platten waren große kommerzielle Erfolge. Die französische Sängerin Lorie (* 1982) veröffentlichte ihren ersten Song (Près de moi[12]) im Jahr 2000; Priscilla Betti (* 1989) veröffentlichte 2001 ihre erste Single (Quand Je Serai Jeune). Vanessa Paradis (* 1972, erster Hit 1987 Joe le Taxi) veröffentlichte im Oktober 2000 das Album Bliss.

In den Jahren 2001 und 2002 sowie 2008 bis 2013 nahm Alizée an der jährlichen Wohltätigkeitsveranstaltung Les Enfoirés teil, bei der französische Prominente Konzerte geben, deren Erlöse der Hilfsorganisation Les Restos du Cœur zugutekommen.

Alizée gewann 2013 mit ihrem Tanzpartner Grégoire Lyonnet die vierte Staffel der Sendung Danse avec les stars (französische Fassung von Let’s Dance bzw. Strictly Come Dancing). Seit November 2013 ist sie mit ihm liiert.[13] Beide nahmen auch an den Danse-avec-les-stars-Tourneen 2013/2014, 2014/2015 und 2015/2016 teil.

Sie lieh in der französischen Synchronfassung des Films Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest der Fee Nyx ihre Stimme.[14]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Alizée/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[15] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK FrankreichFrankreich FR Wallonische RegionWallonische Region BEW
2000 Gourmandises 29
(21 Wo.)
40
(9 Wo.)
27 Platin
(50 Wo.)
1
(84 Wo.)
7 Gold
(49 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. November 2000
Verkäufe: + 4.000.000[16]
2003 Mes courants électriques 26
(10 Wo.)
13
(13 Wo.)
2 2-fach Gold
(49 Wo.)
9
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. März 2003
Verkäufe: + 200.000
2007 Psychédélices 99
(1 Wo.)
16 Gold
(16 Wo.)
50
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Dezember 2007
Verkäufe: + 125.000
2010 Une enfant du siècle 24
(6 Wo.)
60
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. März 2010
2013 5 23
(6 Wo.)
41
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. März 2013
2014 Blonde 79
(1 Wo.)
19
(3 Wo.)
19
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Juni 2014

Künstlerauszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2000: M6 Music Award (Beste weibliche französische Neuentdeckung)
  • 2001: DMX Music Award (Bestes nicht in den USA erschienenes Lied)
  • 2001: NRJ Music Award (Beste französische Neuentdeckung und Beste Künstler-Website)
  • 2002: World Music Award (International erfolgreichster französischer Künstler)
  • 2008: Lunas del Auditorio Award in Mexiko (Bester ausländischer Popmusiker)[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alizée – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Audrey Kucinskas: Alizée et Grégoire Lyonnet se sont mariés après trois ans de passion. In: L’Express. 22. Juni 2016, abgerufen am 23. Juni 2016 (französisch).
  2. Alizée ; Les Soul Men. France Bleu, 24. März 2013, abgerufen am 25. März 2013.
  3. http://www.purepeople.com/article/alizee-avec-gregoire-lyonnet-elle-deborde-d-amour-pour-la-saint-valentin_a136601/1
  4. Corinne Calmet: Alizée et Grégoire Lyonnet : ils se sont mariés ce week-end ! In: Télé-Loisirs. 20. Juni 2016, abgerufen am 20. Juni 2016 (fr-fr).
  5. www.ecole-du-spectacle.com
  6. Alizée : écoutez le titre "Limelight". Charts in France, 12. Februar 2010, abgerufen am 25. März 2013.
  7. Publishing News. DWB Music, Mai 2012, abgerufen am 25. März 2013.
  8. http://www.chartsinfrance.net/Olly-Murs/news-87712.html
  9. http://www.alizee-fanpage.de/newsscript/2014/06/blonde/
  10. http://www.alizee-officiel.com/news/blonde-nouveau-single-disponible
  11. http://www.amazon.fr/Alcaline/dp/B00KX0B182/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1402871939&sr=8-1&keywords=alizee+alcaline
  12. siehe auch fr:Près de moi
  13. www.tf1.fr
  14. www.parismatch.com
  15. Chartquellen: DE AT CH UK FR BEW
  16. laut.de-Biographie Alizée. In: Laut.de. Abgerufen am 26. Februar 2016.
  17. Mitschnitt der Verleihung auf YouTube