Getränk

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Trank ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum US-amerikanischen Regisseur siehe Josh Trank.

Getränk (Kollektivum zu Trank; veraltet Trunk) ist ein Sammelbegriff für zum Trinken zubereitete Flüssigkeiten[1], allerdings trifft die Definition auch auf Flüssigkeiten zu, die wie Trinkwasser oder Säfte natürlich vorkommen und nicht zubereitet wurden.[2] Getränke werden entweder zum Stillen von Durst und damit zur Wasseraufnahme des Körpers, als Nahrungsmittel oder auch als reine Genussmittel aufgenommen. Die englische Entsprechung Drink wird im deutschen Sprachgebrauch auch als Oberbegriff für Cocktails sowie für Einzelportionen von Spirituosen verwendet. Mit Mixgetränk sind ebenfalls oft Cocktails gemeint, Mischgetränk deutet auf die Zubereitung aus verschiedenen Einzelflüssigkeiten wie bei Milchshakes oder Biermischgetränken.

Getränke lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. So unterscheidet man:

und

und

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Gruppen sind fließend; so können einige Getränke sowohl kalt, als auch heiß getrunken werden.

Milch wird je nach Definition zu den Getränken gezählt[3] oder auch nicht. Milch gilt als Nährflüssigkeit. Dagegen werden Mischgetränke mit Milch immer zu den Getränken gezählt.

Alkoholfreie Getränke[Bearbeiten]

Zu den alkoholfreien Getränken, gehört das Wasser selbst, welches bekanntermaßen für alle Lebewesen lebensnotwendig ist, und Milch, aber auch alkoholfreie Erfrischungsgetränke, die meist aus Wasser oder Milch, Früchten und Gemüsen sowie teilweise sonstigen zugesetzten Geschmacks- und Aromastoffen hergestellt werden. Als alkoholfrei bezeichnete Erzeugnisse dürfen maximal 0,5 Volumenprozent Alkoholgehalt aufweisen (Traubensaft bis zu einem Volumenprozent[4][5]); eine Besonderheit sind alkoholreduzierte Getränke, die bis zu vier Volumenprozent Alkohol enthalten dürfen.[6]

Alkoholische Getränke[Bearbeiten]

Diverse Alkoholika, von links nach rechts: Rotwein, Single-Malt-Whisky, Bier, Sekt, Bier, Likör und nochmals Rotwein

Alkoholische Getränke oder alkoholhaltige Getränke, auch Alkoholika oder (vor allem in Bezug auf Spirituosen) geistige Getränke genannt,[7] sind Getränke, die Trinkalkohol (Ethanol) enthalten, der in Lebensmitteln meist nur als Alkohol bezeichnet wird. Im chemischen Sinn bilden Alkohole indes eine ganze Stoffklasse. Alkoholische Getränke werden aus kohlenhydrathaltigen Flüssigkeiten durch alkoholische Gärung erzeugt.[8] Nach geltendem Lebensmittelrecht kommen als Rohstoffe für den Alkohol nur landwirtschaftliche Produkte in Frage. Alkoholische Getränke dürfen also weder Alkohol synthetischen Ursprungs noch anderen Alkohol nicht landwirtschaftlichen Ursprungs enthalten.[9]

Zu den alkoholischen Getränken gehören sowohl Getränke, deren Alkohol lediglich durch alkoholische Gärung entstanden ist, zum Beispiel Bier und Wein, als auch Destillate aus solchen Getränken oder aus vergorenen Maischen sowie deren Mischprodukte. Getränke, deren Alkoholgehalt direkt oder indirekt auf Destillation zurückgeht und mindestens 15 % vol. beträgt, werden in der EU als Spirituose bezeichnet.[10]

Aufgrund der toxischen Wirkung des Ethanols auf das zentrale und periphere Nervensystem, die Leber und andere Organe sind alkoholische Getränke ab einer gewissen Dosis gesundheitsschädlich. Regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum kann zur Alkoholkrankheit und zu ernsthaften Folgekrankheiten führen; seine Wirkung ist eindeutig negativ. Vor allem bei Männern, aber auch bei Frauen, wird durch regelmäßigen Alkoholkonsum von mehr als 36 Gramm täglich der Gedächtnisverlust um fast sechs Jahre beschleunigt.[11] Auch die exekutiven Funktionen des Gehirns leiden unter dem Alkoholkonsum.

Da einige alkoholische Getränke wie Rotwein Antioxidantien enthalten, wird durch einige Studien bei einem moderaten Konsum von 0,2 Liter Wein am Tag für einen Erwachsenen eine gefäß- und herzschützende Wirkung prognostiziert. Viele vordergründig positive Wirkungen werden jedoch durch andere aufgehoben, etwa durch die stark erhöhte Krebsgefahr beim regelmäßigen Konsum selbst geringer Mengen, die durch wissenschaftliche Studien bestätigt wurde, z. B. durch eine britische Studie aus dem Jahr 2006[12]. Die meisten positiven Wirkungen gehen auch nicht vom Alkohol selbst aus, sondern von anderen Pflanzenstoffen, die in Getränken wie Rotwein enthalten sind. Mediziner warnen davor, einzelne Wirkungen aus dem Gesamtzusammenhang zu reißen.

Viele Studien wurden von der Alcohol Task Force der Stiftung International Life Sciences Institute finanziert, deren Mitglieder die Konzerne Moët & Chandon, Allied Domecq, Brasseries Kronenbourg, Heineken und Diageo sind. In Deutschland wurden viele Studien von der Deutschen Weinakademie (DWA) in Auftrag gegeben, die von den Weinerzeugern finanziert wird. Alleine für die Pressearbeit im Inland wurden 160.000 Euro ausgegeben. Die französische Sopexa gab 800.000 Euro für deutsche Medien aus. Einige der Studien wurden gefälscht.[13]

Da Alkohol desinfizierend wirkt, wurde Alkoholkonsum früher mit der Vorbeugung gegen durch unsauberes Wasser übertragene Krankheiten gerechtfertigt. Die desinfizierende Wirkung von Ethanol-Wasser-Mischungen ist jedoch nur bei einem Alkoholgehalt zwischen 50 und 80 % signifikant;[14] bei unter 20 % Ethanolgehalt fehlt sie völlig.

siehe Kapitel im Hauptartikel Alkoholkonsum

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

In alkoholischen Getränken sind neben Ethanol und Wasser auch die bei der Gärung entstehenden Nebenprodukte enthalten, etwa Aldehyde, die Alkohole Glycerin, Methanol und 1-Propanol sowie auch höhere einwertige Alkohole. Zusätzlich finden sich aliphatische Carbonsäuren, Milch- und Bernsteinsäure sowie Carbonsäureester darin. Diese Stoffe beeinflussen das Aroma der Getränke. Beim Brennen alkoholhaltiger Flüssigkeiten oder von Maische entstehen Spirituosen mit einem Alkoholgehalt ab 15 % – mit Ausnahme von Eierlikör, der mindestens 14 Volumenprozent haben muss.[15]

Ethanolgehalt[Bearbeiten]

Ethanolgehalte verschiedener alkoholischer Getränke, Angabe in Volumenprozent:

  • Biere
    • Leichtbiere: 1–3,5 % Vol.
    • Vollbiere: ca. 3–5 % Vol., meist um 5 % Vol.
    • Starkbiere: 6–12 % Vol.
  • Weine: 7–14 % Vol., meist um 12 % Vol. und mehr bei Rotweinen
  • Liköre: ca. 15–75 % Vol., meist unter 30 % Vol.
  • Spirituosen: 15–80 % Vol., meist ca. 40 % Vol.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans-Joachim Rose: Küchenbibel – Enzyklopädie der Kulinaristik. Tre Torri Verlag, ISBN 978-3-937963-41-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Getränk – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Getränke – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikibooks: Rezepte für Getränke – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag zu Getränk in der Bertelsmann Lexikothek Online, abgerufen am 26. April 2009
  2. siehe Website der Uni Hamburg
  3. a b Eintrag zu Getränke. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. März 2013.
  4.  Lutz Bertling: Erlaubt – Verboten in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung 2010/2011. Behr's, 2011, ISBN 3-89947-989-0, S. 372 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Eintrag zu Traubensaft. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. März 2013.
  6. Eintrag zu Weinähnliche Getränke. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. März 2013.
  7. Gerhard Eisenbrand, Peter Schreier, Alfred Hagen Meyer: RÖMPP Lexikon Lebensmittelchemie. 2. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-13-736602-7, S. 34, S. 323.
  8. H.-D. Belitz, W. Grosch, P. Schieberle: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. 6. Auflage, 2007, Springer, ISBN 978-3-540-73201-3, S. 921
  9. Verordnung (EG) Nr. 110/2008 („EU-Spirituosenverordnung“). In: eur-lex.europa.eu. Abgerufen am 5. Juli 2015., Kap. 1, Art. 3.
  10. Verordnung (EG) Nr. 110/2008 („EU-Spirituosenverordnung“). In: eur-lex.europa.eu. Abgerufen am 5. Juli 2015., Kap. 2, Art. 1.
  11. S. Sabia, A. Elbaz, A. Britton, S. Bell, A. Dugravot, M. Shipley, M. Kivimaki, A. Singh-Manoux: Alcohol consumption and cognitive decline in early old age. In: Neurology. doi:10.1212/WNL.0000000000000063.
  12. Studie zu Krebsrisiko durch Alkohol
  13. aerztezeitung.de: Rotwein-Forscher hat Studien gepanscht, 16. Januar 2012.
  14. H.-H. Frey, F. R. Althaus: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie für die Veterinärmedizin. S. 469, Georg Thieme Verlag, 2007, ISBN 978-3-8304-1070-6
  15. Eintrag zu Alkoholische Getränke. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 12. September 2013.