All or Nothing at All

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All or Nothing at All ist ein Popsong, den Arthur Altman (Musik) und Jack Lawrence (Text) verfassten und 1939 veröffentlichten.[1] Es war der erste große Hit des Sängers Frank Sinatra.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Sinatra (1947)

Am populärsten wurde Frank Sinatras Aufnahme des Songs mit dem Harry James Orchestra vom August 1939, aufgenommen im Studio und auf der World's Fair in Flushing, NY für das Radio.[2]

Siegfried Schmidt-Joos schrieb zu Sinatras Aufnahme: In All or Nothing at All [...] zeigte er eine Sensibilität für Texturen, ein Gestaltungsgeschick und eine Feinfühligkeit für den Songtext, die für den späteren Sinatra-Stil typisch werden sollte. Als das am 31. August 1939 aufgenommene All Or Nothing At All ohne Erwähnung des Sängers auf dem Markt kam, schrieb die Jazz-Zeitschrift Down Beat, das Harry-James-Orchester sei wohl wirklich erst ganz am Anfang: The band has still a long way to go.[3]

Nicht mehr als 8000 Exemplare der Schellackplatte wurden danach in den Vereinigten Staaten verkauft. Die Aufnahme wurde 1943 während des Recording ban von Columbia wiederveröffentlicht, diesmal unter der Bezeichnung Frank Sinatra, with Harry James. Am 10. Juli 1943 erreichte sie die Position eins der amerikanischen Charts.[3]

Weitere Coverversionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch das Jimmy Dorsey Orchestra coverte 1939 den Song;[4] in späteren Jahren nahmen ihn auch Billie Holiday (Verve 1956) und John Coltrane (Ballads, 1962) auf.[5] Der Diskograf Tom Lord listet im Bereich des Jazz insgesamt 276 (Stand 2015) Coverversionen,[5] unter denen die Interpretation von Chris Connor, Joey DeFrancesco, Freddie Hubbard (Open Sesame 1960), Al Jarreau, Diana Krall, Hank Jones & Frank Wess und Mark Turner hervorhebenswert sind.[6] 2012 erhielt Randy Brecker für seine Interpretation von All or Nothing at All eine Grammy-Nominierung in der Kategorie Beste Solo-Jazzimprovisation.[7]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Lasser: America's Songs II: Songs from the 1890s to the Post-War Years. 2014, S. 167
  2. Chris Woodstra, Stephen Thomas Erlewine, Vladimir Bogdanov: All Music Guide to Jazz: The Definitive Guide to Jazz Music. 2008
  3. a b Siegfried Schmidt-Joos: My Back Pages: Idole und Freaks, Tod und Legende in der Popmusik. 2004, S. 278.
  4. Möglicherweise handelt es sich bei dem 1937 von Tempo King and His Kings Of Tempo (mit Marty Marsala, Joe Marsala, Eddie Condon und Stan King) eingespielten gleichnamigen Song nicht um den behandelten Popsong. Hinter dem Pseudonym Tempo King verbargen sich mehrere Jazzmusiker, die Fats Wallers populären Stil imitierten. Ab August 1936 nahm die Studioband Tempo King's Kings of Rhythm insgesamt 55 Titel für das Victor-Sublabel Bluebird Records auf, von Juni bis Dezember 1937 für Vocalion. Neben den Marsala-Brüdern, Condon und King waren Mort Stuhlmaker und George Yorke Mitglieder der Combo. Hinter dem Pseudonym Tempo King verbarg sich möglicherweise der Schlagzeuger Stan King.
  5. a b Tom Lord: Jazz discography (online)
  6. All or Nothing at All jazzstandards.com
  7. Liste der Grammy-Nominierten 2012