Alles Geld der Welt

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Filmdaten
Deutscher TitelAlles Geld der Welt
OriginaltitelAll the Money in the World
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2017
Länge132 Minuten
Stab
RegieRidley Scott
DrehbuchDavid Scarpa
ProduktionDan Friedkin,
Bradley Thomas,
Quentin Curtis,
Chris Clark,
Ridley Scott,
Mark Huffam
MusikDaniel Pemberton
KameraDariusz Wolski
SchnittClaire Simpson
Besetzung

Alles Geld der Welt (Originaltitel: All the Money in the World) ist ein US-amerikanischer Spielfilm von Ridley Scott aus dem Jahr 2017. Der Thriller basiert auf einem Drehbuch von David Scarpa, das wiederum von dem 1995 erschienenen Sachbuch Painfully Rich des britischen Autors John Pearson inspiriert wurde. Gegenstand ist die Anfang der 1970er-Jahre begangene Entführung des US-amerikanischen Milliardär-Enkels John Paul Getty III.

Die Uraufführung war ursprünglich am 16. November 2017 als Abschlussfilm auf dem Festival des American Film Institute (AFI Fest) geplant.[1] Im Zuge des Skandals um Kevin Spacey, der ab Ende Oktober 2017 mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert wurde, entschlossen sich das Filmteam und Sony Pictures, alle Szenen mit Spacey als Jean Paul Getty aus dem Film zu streichen und mit Christopher Plummer nachzudrehen. Der ursprünglich geplante reguläre Kinostart in US-amerikanischen Kinos im Vertrieb der Sony-Tochter TriStar Pictures verschob sich daraufhin um drei Tage und erfolgte am 25. Dezember 2017. Ab 15. Februar 2018 soll der Film in deutschen Kinos zu sehen sein.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien, im Sommer 1973: In Rom wird John Paul Getty III, Enkel des US-amerikanischen Milliardärs Jean Paul Getty, entführt. Die Täter arbeiten für die italienische Mafia (’Ndrangheta) und verlangen 17 Mio. US-Dollar Lösegeld für die Freilassung des Jungen. John Pauls aufopferungsvolle Mutter Gail, mittlerweile geschieden, versucht ihren früheren Schwiegervater davon zu überzeugen, die geforderte Summe zu zahlen. Doch der reiche Öl-Tycoon weigert sich, den Forderungen der Entführer nachzugeben. Jean Paul Getty vermutet zunächst eine vorgetäuschte Entführung, später fürchtet er Nachahmer. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schneiden die Entführer dem Jungen das rechte Ohr ab und schicken es an eine italienische Zeitung. Während ihr Sohn in Lebensgefahr schwebt, tut sich Gail mit dem von Getty angeheuerten CIA-Vermittler Fletcher Chase zusammen, um ihren Sohn zu befreien.[3][4]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2017 wurde bekannt, dass der britische Regisseur Ridley Scott die Regie an dem Film übernehmen würde. Für die weibliche Hauptrolle waren ursprünglich Angelina Jolie und Natalie Portman im Gespräch.[5] Dreharbeiten fanden bis Juli 2017 in Italien statt.[1] Als Produzent konnte u. a. Mark Huffam, als Kameramann Dariusz Wolski gewonnen werden. Beide hatten in ihrer jeweiligen Position bereits an den fünf vorangegangenen Filmprojekten von Scott mitgearbeitet. Die Filmmusik wird von Daniel Pemberton komponiert, der bereits mit Scott an The Counselor (2013) zusammengearbeitet hatte.[6]

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Christopher Plummer (li.) wurde als Ersatz für Kevin Spacey, den ursprünglichen Darsteller von Jean Paul Getty, verpflichtet.

Ursprünglich war für die Rolle von Jean Paul Getty der US-amerikanische Schauspieler Kevin Spacey verpflichtet worden. Spacey hätte eigenen Angaben zufolge fast zwei Jahrzehnte lang mit Ridley Scott arbeiten wollen. Um in der Rolle des 80-jährigen Jean Paul Getty authentisch auszusehen, musste der 58-jährige Schauspieler täglich fünf Stunden geschminkt werden.[7] Im Zuge eines Ende Oktober 2017 aufgekommenen Skandals um Spacey, der von Männern mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung konfrontiert wurde und sich daraufhin als homosexuell outete, entschlossen sich das Filmteam und Sony Pictures Anfang November 2017, alle Szenen mit Spacey als Jean Paul Getty aus dem Film zu streichen und mit dem kanadischen Schauspieler Christopher Plummer nachzudrehen. Der 87-Jährige sei Berichten zufolge auch die erste Wahl für Ridley Scott gewesen, der Regisseur habe aber unter Druck gestanden, einen bekannteren Darsteller auszuwählen.[8] Aufgrund der Entscheidung für den Nachdreh, sechs Wochen vor dem regulären Kinostart, konnte der prestigeträchtige Premierentermin am 16. November 2017 als Abschlussfilm auf dem Festival des American Film Institute (AFI Fest) nicht gehalten werden. Das gesamte Filmteam von Alles Geld der Welt und die Hauptdarsteller Mark Wahlberg und Michelle Williams hätten sich einstimmig für die Streichung Spaceys ausgesprochen. Spacey hatte etwa acht bis zehn Drehtage an Alles Geld der Welt mitgewirkt. Neben dem Nachdreh mit Plummer musste auch das gesamte Werbematerial für den Film überarbeitet werden.[9]

Der Nachdreh mit Plummer begann am 20. November 2017. Laut dem Branchendienst Variety soll ab 4. Dezember 2017 eine „grobe“ Endfassung von Alles Geld der Welt vorgelegen haben, um sie Mitgliedern der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) in New York zu zeigen. Damit konnte sich Scotts Regiearbeit für mögliche Nominierungen bei den Golden Globe Awards 2018 qualifizieren.[10] Ab 18. Dezember 2017 hat Sony Vorführungen für Mitglieder von Filmpreis-Komitees in Städten wie Los Angeles, New York, London und San Francisco geplant. Der ursprünglich geplante US-Kinostart am 22. Dezember 2017 wurde um drei Tage nach hinten verlegt.[11]

Alles Geld der Welt konkurriert mit der für 2018 geplanten Fernsehserie Trust (FX), in der sich Regisseur Danny Boyle und Drehbuchautor Simon Beaufoy ebenfalls dem Entführungsfall um John Paul Getty III annehmen.[12] Die Hauptrollen wurden mit Hilary Swank (Gail Harris), Donald Sutherland (Jean Paul Getty), Brendan Fraser (James Fletcher Chace) und Harris Dickinson (John Paul Getty III) besetzt.[13]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte September 2017 wurde ein erster Trailer zu Alles Geld der Welt veröffentlicht, zu diesem Zeitpunkt noch mit Kevin Spacey in der Rolle von Jean Paul Getty. Kritiker merkten an, dass man Spacey in den gezeigten Szenen aufgrund des verwendeten Make-ups nicht erkennen könne. Seine Darstellung wurde mit der von Gary Oldman als Winston Churchill in Die dunkelste Stunde verglichen und Spacey sowie der Film als mögliche Oscar-Kandidaten gehandelt.[14][1][7] Ein erster Trailer mit Christopher Plummer als Jean Paul Getty wurde Ende November 2017 veröffentlicht.[15]

Nach seiner Veröffentlichung erhielt der Film im anglo-amerikanischen Raum überwiegend positive Kritiken. Auf der Webseite Rotten Tomatoes hält Alles Geld der Welt derzeit (Stand: Januar 2018) eine Bewertung von 77 Prozent, basierend auf der Einstufung von über 140 englischsprachigen Kritiken und einer Durchschnittswertung von 7,1/10. Das Fazit der Seite lautet: „‚Alles Geld der Welt‘ bietet ein packendes Porträt einer wahren Geschichte, überwältigend zum Leben erweckt durch eine starke Leistung von Christopher Plummer.“[16] Auf Metacritic erhielt der Film eine Bewertung von 73 Prozent, basierend auf über 40 ausgewerteten Kritiken.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Verleihung der Golden Globe Awards 2018 folgten Nominierungen für Regisseur Ridley Scott sowie die beiden Darsteller Michelle Williams (Beste Hauptdarstellerin – Drama) und Christopher Plummer (Bester Nebendarsteller).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c D’Alessandro, Anthony: Ridley Scott’s ‘All The Money In The World’ To Premiere At AFI Fest In Closing-Night Slot. Deadline, 14. September 2017.
  2. All the Money in the World (2017) – Release Info – IMDb. Zugegriffen 18. September 2017.
  3. All the Money in the World – Film 2017 – FILMSTARTS.de. Zugegriffen 18. September 2017.
  4. All The Money In The World – Official Site | Sony Pictures. Zugegriffen 18. September 2017.
  5. McNary, Dave: Ridley Scott to Direct Getty Kidnapping Drama; Natalie Portman May Star. Variety, 13. März 2017.
  6. Daniel Pemberton Scoring Ridley Scott’s ‘All the Money in the World’ In: filmmusicreporter.com, 25. September 2017.
  7. a b Kevin Spacey Is Unrecognizable as J. Paul Getty in First ‚All the Money in the World‘ Trailer. EW.com, 14. September 2017.
  8. „Alles Geld der Welt“: Regisseur schneidet Spacey aus neuem Film. zeit.de, 11. November 2017 (abgerufen am 10. November 2017).
  9. Fleming Jr, Mike: Shocker: Kevin Spacey Dropped From ‘All The Money In The World;’ J Paul Getty Role Recast With Christopher Plummer – Deadline.com. Zugegriffen am 9. November 2017.
  10. Tapley, Kristopher: Golden Globes: Ridley Scott Scoots ‘All the Money in the World’ in Under the Wire (EXCLUSIVE). In: Variety, 29. November 2017 (abgerufen am 8. Dezember 2017).
  11. Erbland, Kate: ‘All the Money in the World’: Sony Bolsters Ridley Scott Awards Campaign With Slew of Newly Announced Screenings. In: IndieWire.com, 6. Dezember 2017 (abgerufen am 8. Dezember 2017).
  12. Danny Boyle’s FX Anthology Series ‘Trust’ Casts Donald Sutherland | Variety. Zugegriffen 18. September 2017.
  13. Trust (TV Series 2018– ) – IMDb. Zugegriffen 18. September 2017.
  14. Sharf, Zack: ‘All the Money in the World’ First Trailer: Kevin Spacey Will Shock You as J. Paul Getty. IndieWire, 14. September 2017.
  15. Erster Filmtrailer mit Christopher Plummer statt Kevin Spacey. In: derstandard.de, 30. November 2017 (abgerufen am 4. Dezember 2017).
  16. All the Money in the World. In: rottentomatoes.com (abgerufen am 5. Januar 2018).
  17. All the Money in the World. In: metacritic.com (abgerufen am 5. Januar 2018).