alla breve

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alla breve (italienisch: „nach (= gemäß) der brevis“, eingedeutscht auch Allabreve) ist eine Taktangabe in der Musik. Alla breve ist dabei Abkürzung für Tactus alla breve. Diese Schreibweise für den 22-Takt (kleines Allabreve) und 42-Takt (großes Allabreve) bezieht sich darauf, dass die Semibrevis „gemäß der Brevis“ (= alla Breve) zu spielen sei. In moderner Notation werden dabei die halben Noten zur Zählzeit und die beiden Schreibweisen entsprechen sich.

Im englischen Sprachraum und in der populären Musik ist Alla breve auch als cut time bekannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Alla breve ist die Abkürzung für Tactus alla breve. Der Begriff hat seinen Ursprung in der Mensuralnotation des 15. beziehungsweise 16. Jahrhunderts. Während ein Dreier-Metrum als tempus perfectum bezeichnet und durch Kreis Mensural time signature 2.svg als Mensurzeichen symbolisiert wurde, wurde das Zweier-Metrum als tempus imperfectum angesehen und durch einen Halbkreis Mensural time signature 4.svg symbolisiert. Das tempus imperfectum diminutum, bei dem die Notenwerte im Verhältnis 1:2 umgewandelt werden, wurde durch einen Halbkreis mit einem Punkt Mensural time signature 3.svg symbolisiert. Die beiden letzteren Zeichen haben sich in den Formen 4/4-Takt und alla breve bis in die heutige Notenschrift als Taktangaben erhalten.

Die Frage, ob mit dem alla breve eine Tempobeschleunigung oder gar -verdopplung verbunden ist, ist nicht einfach und auch nicht für alle Epochen gleichermaßen zu beantworten. Gotthold Frotscher weist darauf hin, dass das alla breve bei verschiedenen Kompositionen ein und desselben Komponisten sowohl Verdoppelung wie auch Halbierung des Brevis-Wertes bedeuten könne, etwa bei Wilhelm Friedemann Bach.[2] Johann Georg Sulzer fordert in seiner Theorie der schönen Künste (1771 ff.) die Verdoppelung des Tempos.[3] Auch Johann Philipp Kirnberger fordert in der Regel eine Verdoppelung des Tempos:

„Der Zweyzweytel oder besser der Allabrevetackt, der durchgängig mit alla breve, oder auch mit 2 bezeichnet wird, ist in Kirchenstücken, Fugen und ausgearbeiteten Chören von dem vielfältigsten Gebrauch. Von dieser Tacktart ist anzumerken, dass sie sehr schwer und nachdrücklich, doch noch einmal so geschwind, als ihre Notengattungen anzeigen, vorgetragen wird, es sey denn, daß die Bewegung durch die Beywörter grave, adagio etc. langsamer verlangt wird.“[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Essentials of Music
  2. Gotthold Frotscher: Aufführungspraxis alter Musik (= Taschenbücher zur Musikwissenschaft 6). Heinrichshofen, Wilhelmshaven 1984, ISBN 3-7959-0072-7, S. 41–44.
  3. Johann Georg Sulzer: Allgemeine Theorie der Schönen Künste, Band 1. Leipzig 1771, S. 27 (online. Bei: Zeno.org.)
  4. Johann Philipp Kirnberger: Die Kunst des reinen Satzes in der Musik. 2. Teil, 1. Abteilung. Decker und Hartung, Berlin und Königsberg 1776, S. 118 (Digitalisat in der Google-Buchsuche)