Allan Pinkerton

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Allan Pinkerton, 1861
Pinkerton (links), Präsident Lincoln (Mitte) und General McClernand nach der Schlacht am Antietam, 1862

Allan Pinkerton (* 25. August 1819 in Glasgow; † 1. Juli 1884 in Chicago, Illinois) war ein schottischer Detektiv und Begründer der Pinkerton-Agentur, die heute als erste US-amerikanische Privatdetektei gilt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allan Pinkerton wurde am 25. August 1819 in den Gorbals, einem Stadtteil von Glasgow, geboren als Sohn des Polizisten William Pinkerton und dessen Ehefrau, Isobel McQueen. Im Alter von zehn Jahren verließ er nach seines Vaters Tod die Schule. Als junger Mann war er Chartist und trat für soziale Reformen und eine Ausweitung des Wahlrechts in Großbritannien ein. Kurz nach seiner Eheschließung mit der Sängerin Joan Carfrae (1822–1887) am 13. März 1842 wurden er und seine Frau gewarnt, ihre Verhaftung stehe wegen seiner politischen Umtriebe unmittelbar bevor. Die beiden flohen darauf und wanderten in die USA aus.[1]

Pinkerton ließ sich 1843 in Dundee nieder, etwa 70 Kilometer nordwestlich von Chicago, und betrieb dort eine Böttcherei: Pinkerton's One and Original Cooperage of Dundee. Das Geschäft florierte, und bald arbeiteten zehn Handwerker für ihn. Im Jahr 1846 wurde sein Sohn William geboren, bald folgten die Zwillinge Robert und Joan. 1846 entdeckte Pinkerton den Aufenthaltsort einer Fälscherbande, wodurch diese vom örtlichen Sheriff festgenommen werden konnte. Als ihm der Sheriff von Cook County daraufhin eine Stelle anbot, zog Pinkerton mit seiner Familie 1849 nach Chicago um und arbeitete als Detektiv bei der Polizei. 1850 verließ er den Polizeidienst wieder, um gemeinsam mit dem ehemaligen Staatsanwalt Edward Rucker die North-Western Police Agency zu gründen. Sie wurde später in Pinkerton Agency umbenannt. Die Detektei führte ein weit offenes Auge mit dem Spruch „We never sleep“ als Logo.[2] Gelegentlich wird behauptet, die englische Bezeichnung „private eye“ für einen Privatdetektiv rühre daher – was jedoch nicht zutrifft.[3]

Pinkertons Grab, Graceland Cemetery, Chicago

Die Agentur klärte bald einige aufsehenerregende Raubüberfälle auf Eisenbahnen auf, wodurch man auch in Washington auf sie aufmerksam wurde. Pinkerton war gut befreundet mit General McClellan, der ihn zu Beginn des Amerikanischen Bürgerkrieges zur Aufklärung feindlicher Truppenbewegungen einsetzte. Pinkerton wurde auch damit betraut, für die Sicherheit des Präsidenten zu sorgen. Nach der Abberufung McClellans als Oberbefehlshaber der Unionsarmee im März 1862 weigerte sich Pinkerton, weiter für die Union tätig zu sein. Nach dem Krieg widmete Pinkerton sich weiterhin dem Auf- und Ausbau der Pinkerton Agency. Ein Schwerpunkt der Arbeit wurde nun der Kampf gegen Gewerkschaften. Pinkertons Agentur unterwanderte wiederholt Arbeiterproteste und unterstützte im Dienst von Unternehmern Streikbrecher – ein Tätigkeitsfeld, das nach Pinkertons Tod zu einem Schwerpunkt der Agentur werden sollte.[4]

Am 1. Juli 1884 starb Pinkerton an einer Infektion; er hatte sich auf die Zunge gebissen, als er stolperte. Er ist auf dem Graceland Cemetery in Chicago begraben.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A double life and the detectives. Dillingham, New York.
  • Strikers, communists and tramps. Dillingham, New York 1900.
  • Thirty years of a detective. Dillingham, New York 1900.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MacKay, James: Allan Pinkerton: the first private eye. Wiley, New York 1996, ISBN 0-471-19415-8.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allan Pinkerton wurde eine Ausgabe der Comicreihe Lucky Luke gewidmet, Lucky Luke gegen Pinkerton.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Allan Pinkerton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografie von Pinkerton auf trutv.com (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive)
  2. Logo der Pinkerton Agentur (Memento vom 24. Oktober 2007 im Internet Archive)
  3. Etymologie von Private Eye bei dictionary.com
  4. Wolfgang Knöbl: Polizei und Herrschaft im Modernisierungsprozess