Allenwiller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Allenwiller
Wappen von Allenwiller
Allenwiller (Frankreich)
Allenwiller
Gemeinde Sommerau
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Koordinaten 48° 39′ N, 7° 23′ OKoordinaten: 48° 39′ N, 7° 23′ O
Postleitzahl 67310
ehemaliger INSEE-Code 67004
Status commune déléguée

Blick zur protestantischen Kirche
katholische Kirche St. Michael Allenwiller

Allenwiller (deutsch: Allenweiler) ist eine ehemalige Gemeinde mit zuletzt 535 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Kanton Saverne im Département Bas-Rhin in der Region Elsass in Frankreich. Sie war Mitglied der Communauté de communes de la Sommerau. Durch ein Dekret vom 8. Dezember 2015 wurde sie per 1. Januar 2016 mit Birkenwald, Salenthal und Singrist zur neuen Gemeinde Sommerau in der ebenso neuen Region Grand Est zusammengelegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden waren Salenthal und Singrist im Norden, Romanswiller im Südosten und Birkenwald im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Silber drei rot gemauerte Zinnentürme.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allenweiler gehörte zur Herrschaft Ochsenstein. Es war ein Lehen des Bischofs von Metz.[1] Als die Familie derer von Ochsenstein im Mannesstamm mit Georg von Ochsenstein 1485 ausstarb, gelangte das Erbe über dessen Schwester an die Grafen von Zweibrücken-Bitsch.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1570 kam es zu einem weiteren Erbfall, der Allenweiler zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg brachte: Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) und sein schon 1540 verstorbener Bruder Simon V. Wecker hinterließen nur jeweils eine Tochter als Erbin. Die Tochter des Grafen Jakob, Margarethe (* 1540; † 1569), war mit Philipp V. von Hanau-Lichtenberg (* 1541; † 1599) verheiratet. Zu dem sich aus dieser Konstellation ergebenden Erbe zählte auch die Herrschaft Ochsenstein. In der Verwaltungsstruktur der Grafschaft Hanau-Lichtenberg wurde Allenweiler dem Amt Westhofen zugeschlagen.[2] Philipp V. von Hanau-Lichtenberg führte in den ererbten Gebieten sofort die Reformation durch, die wie sein übriges Herrschaftsgebiet nun lutherisch wurden.

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kamen das Amt Westhofen und Allenweiler unter französische Oberhoheit. Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel das Erbe – und damit auch Allenweiler – 1736 an den Sohn seiner einzigen Tochter, Charlotte, den Erbprinzen und späteren Landgrafen Ludwig (IX.) von Hessen-Darmstadt. Mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde das Amt Westhofen Bestandteil Frankreichs und in den folgenden Verwaltungsreformen aufgelöst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl[3]
1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
358 381 378 393 418 453 495 526

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Erwerbszweige sind das Kleingewerbe und die Landwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Allenwiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 17.
  2. Knöpp, S. 17; Matt, S. 9.
  3. cassini.ehess.fr