Allersberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Allersberg
Allersberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Allersberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 15′ N, 11° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 385 m ü. NHN
Fläche: 59,7 km2
Einwohner: 8370 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90584
Vorwahl: 09176
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 113
Marktgliederung: 26 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
90584 Allersberg
Website: www.allersberg.de
Erster Bürgermeister: Daniel Horndasch[2] (Freie Wähler/Allersberger Bürgerforum)
Lage des Marktes Allersberg im Landkreis Roth
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Allersberg, Luftaufnahme (2016)

Allersberg ist ein Markt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 25 Kilometer südöstlich von Nürnberg am nordwestlichen Rand der Fränkischen Alb. Durch Allersberg fließt die Kleine Roth, die etwa zweieinhalb Kilometer südwestlich des Ortes in den Rothsee mündet, der zum Fränkischen Seenland gehört.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 26 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Eppersdorf, Luftaufnahme (2016)

Realsmühle hat abweichend von den anderen Orten die PLZ 92342.

Es gibt folgende Gemarkungen: Allersberg, Altenfelden, Brunnau, Ebenried, Göggelsbuch, Lampersdorf, Wagnersmühle, Guggenmühle, Uttenhofen, Eismannsdorf, Eisbühl, Reckenricht, Reckenstetten, Polsdorf, Fischhof, Eppersdorf, Schönbrunn, Appelhof, Harrhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allersberg wurde 1254 als Alrsperch erstmals als Zentrum einer Pfarrei urkundlich erwähnt. Es liegt der bajuwarische Personenname Alaher zugrunde.[7]

Im Jahre 1323 erhielt es durch Ludwig den Bayern das Marktrecht, das 1354 durch Kaiser Karl IV. noch erweitert wurde. Bis 1475 saß das Geschlecht der Wolfsteiner in Allersberg, die dort auch 1339 das erste Spital gründeten. Danach belehnte das Hochstift Eichstätt Herzog Ludwig den Reichen mit Allersberg, wodurch es zu Bayern-Landshut kam.

Vor 1800 war Allersberg Pflegamt und gehörte zum 1777 zu Bayern gekommenen wittelsbachischen Herzogtum Neuburg-Sulzbach. Allersberg besaß das Marktrecht mit magistratischen Eigenrechten. Von 1689 bis 2006 war der Ort Sitz der Firma Jacob Gilardi, des ältesten Herstellers leonischer Waren in Deutschland.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Allersberg im April 1945 bei Kämpfen gegen die vorrückende 7. US-Armee stark zerstört.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Altenfelden und Göggelsbuch eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgten Ebenried sowie Teile der Gemeinden Brunnau und Lampersdorf.[9] Gebietsteile von Birkach kamen am 1. Mai 1973 hinzu.[10]

Ortskern Allersberg, Panoramablick, September 2013

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 5130 Einwohner
  • 1970: 6236 Einwohner
  • 1987: 6898 Einwohner
  • 1991: 7469 Einwohner
  • 1995: 7778 Einwohner
  • 2000: 7883 Einwohner
  • 2005: 8055 Einwohner
  • 2010: 8024 Einwohner
  • 2015: 8234 Einwohner

Anfang 2009 verteilte sich die Bevölkerung wie folgt:

  • Allersberg (einschließlich St. Wolfgang): 6346
  • Altenfelden (einschließlich Appelhof, Eisbühl, Eppersdorf, Eulenhof, Harrhof, Reckenricht): 323
  • Birkach (Fischhof, Kronmühle Polsdorf): 247
  • Brunnau (einschließlich Guggenmühle, Wagnersmühle): 183
  • Ebenried (einschließlich Heblesricht, Realsmühle, Reckenstetten, Stockach, Uttenhofen): 654
  • Göggelsbuch (einschließlich Grashof): 526
  • Lampersdorf (einschließlich Eismannsdorf, Lampersdorf, Schönbrunn): 475

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Allersberg
Unteres Tor
Gilardihaus
Ehemaliges Spital
Spitalweiher

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Die Kommunalwahl 2020 führte bei einer Wahlbeteiligung von 59,7 % zu folgendem Ergebnis:[11]

Partei CSU FW ABF* SPD Grüne
Sitze 6 6 4 2 2
Stimmenanteil 28,91 % 27,30 % 21,30 % 11,80 % 10,69 %
* Allersberger Bürger-Forum

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Daniel Horndasch (parteilos) (seit August 2017)
  • Zweiter Bürgermeister: Rainer Just (FW)
  • Dritter Bürgermeister: Bernd Schneider (ABF)

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen
Wappen Allersberg.svg
Blasonierung: „In Rot drei silberne Zinnentürme, deren mittlerer höher ist, über einer durchgehenden silbernen Zinnenmauer, die mit einem goldenen Schild belegt ist; darin übereinander zwei schreitende rote Löwen.“[12]

Allersberg führt seit dem 15. Jahrhundert ein Wappen.

Wappenbegründung: Allersberg wird 1254 erstmals urkundlich erwähnt und war damals Sitz der Wolfsteiner. Aus dem Jahr 1425 sind Abdrucke eines Siegels überliefert mit dem Löwenschild der Reichsgrafen von Wolfstein. Das Bild hat sich seitdem nicht mehr geändert.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist rot-weiß.[13]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung und Soziales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • vier Kindergärten kirchlicher Träger
  • Sybilla-Maurer-Grundschule
  • Mittelschule Allersberg
  • Fachschule für Heilerziehungspflege
  • Volkshochschule Allersberg
  • Stadtbibliothek
  • Pflegestation, kirchlicher Träger
  • Sozialstation der Caritas
  • Altenheim

Es finden im Jahresverlauf hunderte von Veranstaltungen statt;[14] Über das Tagesgeschehen informiert eine Regionalausgabe der Nordbayrischen Nachrichten. In den Sommermonaten sind das Freibad und der nahe Rothsee beliebte Treffpunkte. Zahlreiche Rad- und Wanderwege erschließen die Natur- und Baudenkmäler der Umgegend.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allersberg liegt inmitten des Landschaftsschutzgebietes Schutz des Landschaftsraumes im Gebiet des Landkreises Roth - Südliches Mittelfränkisches Becken östlich der Schwäbischen Rezat und der Rednitz mit Vorland der Mittleren Frankenalb (LSG Ost). Unmittelbar westlich des Ortsrandes befindet sich das Naturschutzgebiet Stauwurzel des Rothsees. Östlich des Ortsteiles Ebenried liegt das Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Schwarzachwiesen bei Freystadt und bietet störungsempfindlichen und wiesenbrütende Vogelarten einen wichtigen Lebensraum.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allersberg ist ein Unterzentrum in der Planungsregion Nürnberg. 2014 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 6.517.000 Euro, davon waren 1.793.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Im Jahre 2014 gab es in der Gemeinde 1718 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. 3266 Einwohner standen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, so dass die Zahl der Auspendler um 1555 Personen höher war als die der Einpendler. Im Jahr 2010 bestanden 75 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1910 Hektar. Davon waren 987 Hektar Ackerfläche und 914 Hektar Wiesen und Weiden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Allersberg

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allersberg ist über die gleichnamige Autobahnanschlussstelle (AS 55) an die 1,5 km westlich verlaufende Autobahn A 9 angebunden. Die Staatsstraße 2237 führt nach Roth zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 (10 km westlich) bzw. nach Freystadt (8 km südöstlich). Die Staatsstraße 2225 führt nach Hilpoltstein (7,5 km südwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2239 bei Wendelstein (14 km nordwestlich). Die Staatsstraße 2402 führt nach Seligenporten (5 km östlich). Die Kreisstraße RH 35 führt nach Lampersdorf (2,8 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Altenfelden (1,5 km nordwestlich) und nach Eppersdorf (2 km nordöstlich).[3]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Spital

Von 1902 bis 1973 war Allersberg der Endpunkt der Nebenbahnstrecke Burgthann–Allersberg. Seit Dezember 2006 wird der bei Altenfelden gelegene neue Bahnhof Allersberg an der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt angefahren. Nach Nürnberg besteht weitgehend ein Ein-Stunden-Takt bei einer Fahrzeit von rund 15 Minuten. Die "S5" der S-Bahn Nürnberg verkehrt dabei ohne Halt zwischen dem Hauptbahnhof Nürnberg und Allersberg. Von 2006 bis 2020 hieß der Zug zwischen Allersberg und Nürnberg Allersberg-Express. Richtung Ingolstadt/München besteht ferner eine zweistündliche Anbindung mit dem München-Nürnberg-Express bei einer Fahrzeit von rund 90 Minuten. Neben dem Bahnhof liegt ein großer Park-and-ride-Platz. Auch der Göggelsbuchtunnel befindet sich im Bereich der Gemeinde. Darüber hinaus wird der Markt Allersberg durch Buslinien des VGN bedient.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieben Kilometer westlich gibt es an der Lände Roth eine Anbindung an das europäische Wasserstraßensystem. Es bestehen dort Möglichkeiten zum Umschlag von Schwerst- und Schüttgütern und ein Landungssteg ermöglicht bei Bedarf dort die Personenschifffahrt.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Allersberg führt die Nürnberg-Eichstätt-Linie des Jakobsweg. Ebenso der Fernwanderweg Rangau-Pfalz-Weg und Rund-Fernwanderweg Kulturwanderweg Rothsee – Naturpark Altmühltal.

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacob Gilardi, ließ das Gilardihaus erbauen und war Inhaber der Firma Jacob Gilardi.
  • Gabriel de Gabrieli (1671–1747), Baumeister des Gilardihauses (1723–1728)
  • Hans-Heinrich Vangerow (1924–2019), Forstmann und Historiker, leitete von 1966 bis 1972 das Forstamt Allersberg und entwickelte in dieser Zeit die Waldjugendspiele.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Allersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Allersberg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Nordbayern.de, Allersberg: Daniel Horndasch macht das Rennen (Abgerufen am 10. November 2017)
  3. a b Allersberg im BayernAtlas
  4. Gemeinde Allersberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 24. September 2019.
  5. Gemeinde Allersberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 25. November 2021.
  6. Die Kronmühle wurde laut der Monumenta Boica Nr. 47 S. 32 (Urbar des Burggrafenthums Nürnberg) erstmals um 1361/64 genannt.
  7. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung; Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C.H.Beck, München 2013, ISBN 3-406-55206-4, S. 21.
  8. Wolfgang Handrick: Allersberg 1930 bis 1950. Zwei schwierige Jahrzehnte in der Geschichte der Marktgemeinde. Allersberg 1997, Seiten 112–132
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 483.
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 732.
  11. [1]
  12. Eintrag zum Wappen von Allersberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. Allersberg. In: kommunalflaggen.eu. Abgerufen am 10. Januar 2021.
  14. Veranstaltungen in Allersberg