Allertalbahn

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Allertalbahn
Streckennummer (DB): 1724 (Gifhorn–Celle)
1721 (Celle–Wahnebergen)
Kursbuchstrecke (DB): ehem. 211e (Gifhorn–Celle)
ehem. 210a (Celle–Wahnebergen)
Streckenlänge: 118,8 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Strecke – geradeaus
von Gifhorn
Bahnhof, Station
0,0 Gifhorn Stadt
Brücke über Wasserlauf (groß)
Aller
   
nach Uelzen
   
5,7 Gamsen-Kästorf
   
10,0 Wilsche
   
zum ehem. Fliegerhorst Wesendorf
   
15,0 Bokelberge
   
17,6 Müden-Dieckhorst
   
19,8 Flettmar
   
Aller
   
24,2 Langlingen
   
27,6 Offensen
   
31,6 Wienhausen
   
34,2 Bockelskamp
   
37,7 Altencelle
   
40,6 Westercelle
   
Strecke von Lehrte
Spitzkehrbahnhof – rechts
43,4
0,0
Celle Strecke nach Hamburg
   
Strecke nach Hannover
   
Fuhsekanal
   
zum Heeresflugplatz Celle
   
4,3 Wietzenbruch
   
8,6 Hambühren
   
12,6 Oldau
   
15,5 Winsen (Aller)
   
20,0 Wietze-Steinförde
   
25,3 Jeversen
   
28,4 Marklendorf
   
31,0 Buchholz (Aller)
   
Heidebahn von Hannover
Bahnhof, Station
36,0 Schwarmstedt
   
Heidebahn nach Soltau
   
38,7 Bothmer
   
41,6 Gilten
   
44,3 Büchten Bedarfshalt
   
47,6 Ahlden (Aller)
   
50,8 Eilte
   
53,2 Bosse Bedarfshalt
   
54,8 Hedern
   
56,3 Hedern West
   
59,5 Rethem (Aller)
   
63,4 Hülsen
   
65,4 Hülsen Nord Bedarfshalt
   
68,8 Westen
   
70,1 Hiddinghausen (Aller)
   
Strecke von Hannover
A/D: Überleitstelle, CH: Spurwechsel
75,4 Wahnebergen (ehem. Bf)
   
79,0 Verden (Aller)
Strecke – geradeaus
Strecke nach Bremen

Die Allertalbahn war eine Eisenbahnstrecke mit regionaler Bedeutung in Niedersachsen. Sie verlief entlang des Flusses Aller und verband Gifhorn über Celle, Schwarmstedt, Rethem (Aller) und Wahnebergen mit Verden (Aller).

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Bahnhof Celle erreichte und verließ die Strecke in südlicher Richtung, so dass durchgehende Züge dort ihre Fahrtrichtung ändern mussten. Damit war die Allertalbahn in zwei Äste ohne durchgehenden Reisezugverkehr geteilt. Der Ostteil aus Gifhorn hatte die Streckennummer 1724, für den Westteil nach Wahnebergen galt die Nummer 1721. In Celle bestanden Übergangsmöglichkeiten zu den Osthannoverschen Eisenbahnen, zur Bahnstrecke Hannover–Hamburg, zur Bahnstrecke Celle–Braunschweig und zur Kreuzbahn Celle–Lehrte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Allertalbahn in Gifhorn Stadt (26. September 1981)

Nach dem Plan von Taylor-Vignoles sollte die erste Eisenbahn von Hannover nach Bremen durch das Allertal führen. Hier wurde jedoch bis 1847 die heutige Streckenführung über Nienburg trassiert. Spätere Pläne zum Bau einer Strecke von Magdeburg nach Bremen durch das Allertal existierten schon seit 1866. Jedoch wurde erst in den 1890er Jahren die konkrete Umsetzung realisiert. Der Westabschnitt von Verden über Wahnebergen und Schwarmstedt nach Celle wurde zwischen 1903 und 1905 eröffnet, der östliche Teil von Celle nach Gifhorn folgte 1913.

Im Bahnhof Oldau zweigte ein Anschlussgleis in östliche Richtung zum Kaliwerk Einigkeit II (Prinz Adalbert) in Ovelgönne ab; das Bergwerk bestand von 1905 bis 1925.

In Südwinsen verzweigte sich im westlichen Bereich ein Anschlussgleis zum Kaliwerk Steinförde; das Kaliwerk in Wietze-Steinförde wurde von 1907 bis 1923 betrieben. In Richtung Norden zweigte ein Anschlussgleis zum nahegelegenen Hartsteinwerk ab. Auf dem wurde u. a. Kalk für die Produktion transportiert. Über den Zeitraum des Rückbaus ist noch nichts bekannt.

Im Zuge der Errichtung der Lufthauptmunitionsanstalt I/XI Hambühren 1939 wurde ein Anschlussgleis zum Transport der Rohstoffe sowie der fertigen Munition gebaut. Es verließ die Strecke in südöstliche Richtung, verlief in einem engen Bogen in westliche Richtung und wurde nach 1945 zurückgebaut.

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs bis in die 1950er Jahre bestand ein Anschluss von Wilsche zum Fliegerhorst Wesendorf. Das Gleis zweigte aus Richtung Celle beim Bahnhof Wilsche ab und wurde in den 1970er Jahren abgebaut.[1]

Im Zuge der Berliner Luftbrücke wurde 1948 in Wietzenbruch ein Abzweig zur damaligen Royal Air Force Station Celle, dem heutigen Heeresflugplatz Celle, geschaffen.

Überquerung der Aller (26. September 1981)

Ende der 1950er Jahre kam es regelmäßig zu mittäglichen Zugkreuzungen in Schwarmstedt. Vier dampflokbespannte Züge trafen sich im Bahnhof und erlaubten das Umsteigen von und nach allen Richtungen. Dazu mussten zahlreiche Weichen, Signale und Bahnübergänge in kürzester Zeit bedient werden. Gepäck, Postbeutel und Expressgut wurden umgeschlagen.

Die Einstellung des Personenverkehrs auf dem westlichen Abschnitt erfolgte am 25. September 1966; der Güterverkehr von Wietzenbruch bis Schwarmstedt endete am 31. Januar 1985. Zwischen Rethem und Ahlden fuhren bis zum 31. Januar 1981 Güterzüge, zwischen Ahlden und Gilten bis zum 31. Dezember 1988. Von Verden verkehrten Güterzüge bis zum 28. Mai 1994 bis Rethem und von Schwarmstedt nach Gilten bis zum 31. Dezember 1993. Weite Teile der Strecke wurden nach der endgültigen Stilllegung 1995 vollständig abgebaut. Zwischen Ahlden (Aller) und Dörverden-Westen wurde der Bahndamm zu einem Radweg, der teilweise ein Abschnitt des Aller-Radwegs ist.

Stillgelegte Trasse bei Bockelskamp

Im östlichen Abschnitt wurde der Personenverkehr am 27. September 1981 eingestellt. Gleichzeitig endete auch der Güterverkehr zwischen Gamsen-Kästorf und Müden-Dieckhorst. Der Güterverkehr von Gifhorn Stadt bis Gamsen-Kästorf war noch bis zum 1. März 1983 möglich, zwischen Celle und Müden-Dieckhorst bis zum 22. Mai 1993; zuletzt wurde dieser Abschnitt als Bahnhofsgleis betrieben. Auch die östliche Strecke ist mittlerweile zu großen Teilen zurückgebaut worden.

Der Abschnitt vom Celler Bahnhof zum Militärflugplatz in Wietzenbruch wurde noch bis 2005, ab 1998 durch die Osthannoversche Eisenbahnen, betrieben. Die bis dahin noch bestehende Trasse vom Celler Bahnhof bis zum Luftbrückendenkmal in Wietzenbruch und von dort mit einer Spitzkehre in Richtung des Flugplatzgeländes wurde 2007 zurückgebaut. Die Gleise auf bundeseigenem Gelände liegen noch, verfügen jedoch über keinerlei Anschluss an das öffentliche Schienennetz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Geschichte der Eisenbahn von Gifhorn nach Celle (Oberallertalbahn) im Landkreis Gifhorn. Hrsg. vom Landkreis Gifhorn und dem Museums- und Heimatverein Gifhorn, Gifhorn 1997, ISBN 3-929632-35-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Bericht eines Bahnbediensteten