Allgemeine Zeitung des Judentums

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Titelseite der Ausgabe vom Freitag, den 1. Januar 1844

Die Allgemeine Zeitung des Judentums (AZJ), bis Mai 1903 Allgemeine Zeitung des Judenthums, war eine deutsche jüdische Zeitung, die vom 2. Mai 1837[1] bis 1922 zunächst in Leipzig, später in Berlin erschien. Ihr Untertitel lautete „Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse in Betreff von Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Sprachkunde und Belletristik (Mit Königl. Sächsischer allergnädigster Concession.)“, ab etwa 1870 in der Schreibweise „unparteiliches Organ“. Sie erschien anfangs zweimal pro Woche, später wöchentlich. Sie wurde die erfolgreichste jüdische Zeitschrift in Deutschland.

Die AZJ wurde am 1. Mai 1837 von Rabbiner Ludwig Philippson[2] in Leipzig gegründet, der sie bis zu seinem Tod im Jahr 1889 im Verlag von Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig herausgab. 1890 bis 1909 wurde die Zeitung von Gustav Karpeles herausgegeben, seit 1890 im Verlag von Rudolf Mosse in Berlin; ein regelmäßiger Autor in diesen Jahren war Saul Raphael Landau. 1909 bis 1919 lag die Herausgeberschaft in den Händen von Ludwig Geiger, danach bei Albert Katz. Weitere namhafte Mitarbeiter in den ersten Jahren waren Gabriel Riesser, Eljakim Carmoly, Joseph Levin Saalschütz, Samuel David Luzzatto, Leopold Zunz, Leopold Dukes, Julius Fürst, Leopold Löw, Franz Delitzsch, Adolph Jellinek, Abraham Geiger und Isaak Markus Jost. Phöbus Moses Philippson, Bruder des Herausgebers, trug im ersten Jahr der AZJ mit elf Artikeln unter dem Titel Ideen für eine Enzyklopädie und Methodologie der jüdischen Theologie zur Zeitschrift bei.

Das erste Heft (2. Mai 1883) enthielt neben Nachrichten („Politik“) den ersten Teil der Abhandlung „Was heißt Judenthum?“ des Herausgebers sowie in der Rubrik „Belletristik“ Israelitische Lebensbilder.

In der Nummer 41 vom 27. Juli 1837 erschien eine Erklärung zur Programmatik der Zeitung („Über die Grundsätze der Redaction“), in der sich die Zeitung für die bürgerliche Emanzipation der Juden und klare Darlegung jüdischer Standpunkte ausspricht („wir haben unsere Religion auszubauen, Institutionen des Alterthums geltend zu machen, wir haben die schwere Fessel der Beschränkung, des Vorurtheils und des Hasses zu sprengen“).[3]

Seit 1853 enthielt die AJZ eine regelmäßige Beilage unter dem Titel Jüdisches Volksblatt zur Belehrung und Unterhaltung auf Jüdischem Gebiete.[4]

Die letzte Nummer der Zeitung erschien am 28. April 1922. Sie wurde abgelöst von der ebenfalls bei Rudolf Mosse erscheinenden CV-Zeitung des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.

Das Internetarchiv jüdischer Periodika Compact Memory enthält den vollständigen Bestand der Zeitschrift.[5]

Die heutige Jüdische Allgemeine sieht sich in der Tradition der AJZ stehend.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Nagel: Allgemeine Zeitung des Judentums. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur. (EJGK). Band 1, Metzler, Stuttgart/Weimar 2011, S. 39–42.
  • Johanna Philippson: Ludwig Philippson und die Allgemeine Zeitung des Judentums. In: Hans Liebeschütz, Arnold Paucker (Herausgeber): Das Judentum in der Deutschen Umwelt 1800-1850. Studien zur Frühgeschichte der Emanzipation. J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1977, ISBN 3-16-839412-2 (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts, Nr. 35), S. 243ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. pdf der ersten Ausgabe.
  2. Eintrag PHILIPPSON, Ludwig,Dr. In: Michael Brocke und Julius Carlebach (Herausgeber), bearbeitet von Carsten Wilke: Biographisches Handbuch der Rabbiner. Teil 1: Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871. K·G·Saur, München 2004, ISBN 3-598-24871-7, S. 702ff.
  3. http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/cm/wiki/3224737b
  4. Artikel zur AZJ in jewishencyclopedia (englisch)
  5. Internetarchiv jüdischer Periodika: Allgemeine Zeitung des Judentums
  6. http://www.juedische-allgemeine.de/verlag Unter Verlagsgeschichte.