Alpen-Distel

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Alpen-Distel
Alpen-Distel (Carduus defloratus)

Alpen-Distel (Carduus defloratus)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Ringdisteln (Carduus)
Art: Alpen-Distel
Wissenschaftlicher Name
Carduus defloratus
L.

Die Alpen-Distel (Carduus defloratus), auch Berg-Distel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ringdisteln (Carduus) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detailaufnahme des Blütenstandes
Detailaufnahme eines Blattes

Die distelartige, mehrjährige, krautige Pflanze wird zwischen 20 und 80 cm hoch und hat bogig aufsteigende Stängel. Der untere Stängelabschnitt ist dicht beblättert. Der obere Teil ist jedoch meist blattlos und filzig behaart. Die Blütenköpfe sind einzeln und werden bis zu 20 mm breit. Zur Blütezeit sind die Köpfe meist nickend und bestehen aus bis zu 200 purpurroten zwei-lippigen Röhrenblüten. Die Blütezeit ist Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 20, 22 oder 24.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kalkliebende Pflanze ist häufig auf steinigen Rasen sowie auf Schutt- und Felsfluren anzutreffen. Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae und der Ordnung Seslerietalia vor, findet sich aber in tiefern Lagen auch in Gesellschaften des Klasse Festuco-Brometea oder der Verbände Erico-Pinion oder Thlaspeion rotundifolii.[1] Das Verbreitungsgebiet umfasst die Alpen und reicht von den Pyrenäen bis zum nördlichen Balkan und den Karpaten, von der Tallage bis in eine Höhe von 3000 m. In den Allgäuer Alpen steigt die Unterart Carduus defloratus subsp. defloratus am Üntscheller in Bayern bis zu 2100 m Meereshöhe auf.[2]

Carduus defloratus
Carduus defloratus subsp. defloratus
Carduus defloratus subsp. rhaeticus

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alpen-Distel tritt im Verbreitungsgebiet in den verschiedensten Formen auf. Im Gegensatz zu anderen Arten hat sie aber nur einzelne Blütenköpfe.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden[3]:

  • Carduus defloratus L. subsp. defloratus: Sie kommt in Spanien, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Italien und in Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. argemone (Lam.) Ces.: Sie kommt in Spanien, Andorra und Frankreich vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. carlinifolius (Lam.) Ces. (Syn.: Carduus medius subsp. carlinifolius (Lam.) Kazmi): Sie kommt in Spanien, Andorra, Frankreich, Italien und in der Schweiz vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. glaucus (Rchb. f.) Nyman (Syn.: Carduus glaucus Baumg. [non Cav. 1795], Carduus crassifolius subsp. glaucus (Rchb. f.) Kazmi): Sie kommt in Österreich, Ungarn, Kroatien, in Polen, der Slowakei, Rumänien und in der Ukraime vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. medius (Gouan) Bonnier (Syn.: Carduus medius Gouan, Carduus petrophilus Timb.-Lagr., Carduus defloratus subsp. medioformis (Rouy) Braun-Blanq.): Sie kommt in Spanien, Andorra und Frankreich vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. paui (Devesa & Talavera) O. Bolòs & Vigo: Sie kommt nur in Spanien vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. rhaeticus (DC.) Murr (Syn.: Carduus rhaeticus (DC.) A. Kern., Carduus tridentinus Evers, Carduus defloratus subsp. tridentinus (Evers) Ladurner): Sie kommt in Frankreich, Italien, der Schweiz, Österreich und Slowenien vor.[3]
  • Carduus defloratus subsp. summanus (Pollini) Arcang. (Syn.: Carduus summanus Pollini, Carduus crassifolius Willd.): Sie kommt in Italien, in der Schweiz, in Österreich, Slowenien und Kroatien vor.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
  • Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 962–963.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, Seite 638. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1
  3. a b c d e f g h i Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Carduus defloratus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpen-Distel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien