Alpen-Gänsekresse

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Alpen-Gänsekresse
Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)

Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Arabideae
Gattung: Gänsekressen (Arabis)
Art: Alpen-Gänsekresse
Wissenschaftlicher Name
Arabis alpina
L.

Die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 40 cm und besitzt einen verzweigten Stängel. Die Grundblätter sind kurz gestielt und in Rosetten angeordnet. Ihre Form ist breit oval und grob gezähnt. Die Stängelblätter sind wechselständig und herzförmig stängelumfassend. Die weißen Blüten stehen in einer dichten Traube. Die Kronblätter werden 6 bis 10 mm lang. Die Schoten sind 20 bis 60 mm lang. Blütezeit ist von März bis Herbst, manchmal auch im Winter blühend[1]. Sie streut ihre Samen auf Schnee.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Blütenbiologie[Bearbeiten]

Die Alpen-Gänsekresse besitzt sackförmige seitliche Kelchblätter, in denen sich Nektar aus Drüsen des Blütenbodens sammelt. Bei Sonnenschein ist aber der Zugang zu ihnen durch die Staubbeutel versperrt, was eine bessere Bestäubung sichert [1].

Die Früchte enthalten Glucoarabin[1].

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Alpengänsekresse ist amphiatlantisch in Europa, auf Grönland und in Nordostamerika verbreitet. In Europa ist die Pflanze aus Niederungen bis in Gebirgsregionen in 3300 m Höhe (z.B. Kalkalpen) bekannt. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Nordgrat des Biberkopfs in Bayern bis zu 2420 m Meereshöhe auf.[3]

Als Standort bevorzugt die kalkliebende Pflanze Schutt, Geröll und Fels. Die kälteliebende Pflanze ist als Relikt auch in Schluchten von Gebieten, die üblicherweise wärmeliebende Pflanzen beherbergen (Südharz, Fränkischer und Schwäbischer Jura) erhalten geblieben. Sie ist eine Thlaspietea-rotundifolii-Klassencharakterart.[2]

Wirtspflanze[Bearbeiten]

An der Alpen-Gänsekresse wurde erstmals der Falsche Mehltau Hyaloperonospora arabidis-alpinae (Syn. Peronospora arabidis-alpinae) festgestellt, von dem auch andere Kreuzblütengewächse befallen werden. Diese Falsche Mehltauart steht auf der Roten Liste "Pilze" des Landes Sachsen [4]. Die systematischen Stellung dieses Mehltaus wurde 2004 von Göker u.a. revidiert[5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Hegi, Band IV/1, 2.Auflage, Seite 248-251
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 467-468. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 467-468. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 597. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6
  4. Rote Liste "Pilze" des Landes Sachsen, als pdf-Datei
  5. Markus Göker, Alexandra Riethmüller, Hermann Voglmayr, Michael Weiss and Franz Oberwinkler: Phylogeny of Hyaloperonospora based on nuclear ribosomal internal transcribed spacer sequences. Mycological Progress Band 3, 2004, Seite 83-94.

Literatur[Bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3.
  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald, Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, Verlag OÖ Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV/1 (2. Auflage), Carl Hanser Verlag München, 1958.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien