Alpen-Mannstreu

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Alpen-Mannstreu
Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)

Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Saniculoideae
Gattung: Mannstreu (Eryngium)
Art: Alpen-Mannstreu
Wissenschaftlicher Name
Eryngium alpinum
L.

Die Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie wird auch als „Blaue Distel“ oder „Anhakn“ bezeichnet.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 50 bis 70 cm (bis 80 cm). Die Pflanze ist sehr distelähnlich. Der Stängel ist im Blütenbereich verzweigt und gerillt.

Die weichen Grundblätter sind sehr lang gestielt. Ihre Form ist ungeteilt, dreieckig oder oval mit herzförmigen Grund. Der Rand ist ungleich grannig gezähnt. Die handförmig gefiederten Stängelblätter sind wechselständig angeordnet und besitzen distelartige Stacheln.

Die Blüten werden zwei bis drei Millimeter lang und sitzen dichtgedrängt in einem rundlichen, walzenförmigen Blütenstand. Bemerkenswert sind die amethystfarbenen, bläulichen Hüllblätter die einen extrafloralen Schauapparat bilden, der die Anlockung der Insekten übernimmt. Die Hüllblätter sind stechend und gezackt.

Blütezeit ist von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptverbreitung dieser Art ist in den Westalpen, Jura (Gebirge) und dem Dinarischen Gebirge. Als Standort werden kalkhaltige Böden, Hochstaudenflure und Wildheuplanggen in 1200 bis 2500 m Höhe bevorzugt. Sie kommt vor allem in Gesellschaften des Caricion ferrugineae und der Adenostyletalia vor.[1]

In Österreich kommt die Art sehr selten in Südwest-Kärnten (westliche Karnische Alpen) vor und ist auch in Vorarlberg nachgewiesen.

Die Pflanze wird selten als Zierpflanze kultiviert. Sie ist manchmal auch angesalbt wie in Südtirol (Ultental).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dornige Doldenhülle schließt sich bei Nässe und Dunkelheit und wehrt Schnecken, Raupen und das Weidevieh ab.

Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Alpen-Mannstreu bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Edeldistel (Entlibuch), Edler Distel und Mattscharte (Entlibuch).[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 700.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 145.(online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpen-Mannstreu – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien