Alpenbalsam

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Alpenbalsam
Alpenbalsam (Erinus alpinus)

Alpenbalsam (Erinus alpinus)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Tribus: Digitalideae
Gattung: Erinus
Art: Alpenbalsam
Wissenschaftlicher Name
Erinus alpinus
L.

Der Alpenbalsam (Erinus alpinus) ist eine der beiden Pflanzenarten der Gattung Erinus innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Weitere Trivialnamen des Alpen-Steinbalsam sind Steinbalsam, Alpenleberbalsam oder irreführend Leberbalsam, denn so wird üblicherweise die meist blaublühende Beetpflanze Ageratum houstonianum genannt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Atlas der Alpenflora
Habitus, Laubblätter und Blütenstände

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alpenbalsam wächst als ausdauernde krautige Pflanze lockerrasig und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern.

Die in grundständigen Rosetten angeordneten Laubblätter sind gestielt, aber die am Stängel wechselständig verteilt angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die Stängelblätter sind bei einer Länge von bis zu 2 Zentimetern spatelig, grob kerbrandig und zerstreut behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. In den obersten Blattachseln stehen in anfangs doldigen Blütenständen jeweils 10 bis 15 Blüten zusammen. Während der Anthese streckt sich aber die Blütenstandsachse. Von den lanzettlichen Deckblättern sind die untersten sind laubblattähnlich, die übrigen kleiner und ganzrandig. Der Blütenstiel ist etwa so lang wie der Kelch.[1]

Die zwittrigen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die rotlilafarbene, selten weiße Blütenkrone ist bis zu 10 Millimeter lang. Der flach trichterförmige Kronsaum ist zweilippig mit fünf Kronzipfeln. Die 5 Millimeter lange Kronröhre ist außen und innen kurz behaart. Die Staubblätter sind der Blütenkrone auf etwa halber Höhe eingefügt und zwar die beiden hinteren über den beiden vorderen. Die kahlen Staubfäden sind nur etwa halb so lang wie die Staubbeutel. Sie sind unterhalb des Konnektivs nach vorn gekniet und um 90 Grad verdrillt, sodass sie waagrecht abstehen. Der Fruchtknoten ist kahl. Die Narbe stark kopfig.[1]

Die Frucht ist so lang wie der Blütenkelch. Die Samen sind 0,6 bis 0,8 Millimeter lang, braun und glänzend.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alpenbalsam kommt von den Pyrenäen über die Alpen bis in den Apennin und außerdem in Marokko und Algerien vor.[3] Sie ist in den westlichen und mittleren Kalkalpen verbreitet. Gelegentlich kommt der Alpenbalsam auch außerhalb der Alpen an feuchtem Mauerwerk eingebürgert vor. In Österreich ist der Alpenbalsam autochthon ausgestorben; ehemaliges Verbreitungsgebiet war Vorarlberg und Nordtirol.

Diese kalkliebende Art gedeiht am besten in steinigen Rasen und auf Hängen, Geröll und Felsen. Pflanzensoziologisch gehört sie in den Verband Potentillion caulescentis, sie kommt aber auch in Pflanzengesellschaften der Ordnung Seslerietalia albicantis vor.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Dimitri Hartl: Scrophulariaceae. In: Dimitri Hartl, Gerhard Wagenitz (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Band VI. Teil 1: Angiospermae: Dicotyledones 4 (1) (Scrophulariaceae – Plantaginaceae). Carl Hanser bzw. Paul Parey, München bzw. Berlin/Hamburg 1974, ISBN 3-446-10471-2, S. 136–140 (erschienen in Lieferungen 1965–1974).
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 845.
  3. Erinus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 16. Dezember 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpenbalsam (Erinus alpinus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien