Alpenhelm

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Alpenhelm
Alpenhelm (Bartsia alpina)

Alpenhelm (Bartsia alpina)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Bartsia
Art: Alpenhelm
Wissenschaftlicher Name
Bartsia alpina
L.

Der Alpenhelm (Bartsia alpina), auch Braunhelm, Alpen-Trauerblume oder Bartschie genannt, ist die einzige mitteleuropäische Pflanzenart der Gattung Bartsia aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Sturm
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Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Alpenhelm ist ein Halbschmarotzer und bildet gleich nach der Keimung Haustorien (Saugorgane), mit denen sie sich an die Wurzeln benachbarter Pflanzen heftet. Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 10 bis 20, selten bis zu 30 Zentimetern. Die oberirschen Pflanzenteile sind behaart. Sie hat einen stumpfkantigen Stängel. Die Laubblätter stehen kreuzweise gegenständig.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die dunkle Färbung des Blütenstands kommt von Anthocyanen (blauroten Farbstoffen), die hier sogar in den oberen Laubblättern das Chlorophyll überlagern. Die Blüten sitzen einzeln in den oberen Blattachseln. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die Blütenkrone ist dunkelviolett. Die Oberlippe ist flach helmförmig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12, 24 oder 36.[1]

Ökologie[Bearbeiten]

Anthocyane werden im Alpenklima besonders intensiv gebildet, da die durch Assimilation gebildeten Zucker nachts wegen oft zu niedriger Temperaturen von vielen Pflanzen nicht mehr in Stärke umgewandelt werden können, sondern nur noch in diese Farbstoffe.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Der Alpenhelm hat eine holarktische Verbreitung, mit Vorkommen in der westlichen Palä- und der östlichen Nearktis. Fundorte auf den Färöer-Inseln, Island und Grönland verbinden die Verbreitungsgebiete der Alten und Neuen Welt. Dieses Verbreitungsmuster ist charakteristisch für amphi-atlantische Pflanzenarten.

In Europa gehört der Alpenhelm zu den Arten mit arktisch-alpiner (boreo-alpiner) Verbreitung, da neben den Vorkommen in Skandinavien und Westsibirien nur noch die Pyrenäen, Alpen und die Gebirge Ost- und Südosteuropas besiedelt werden. Fundorte im Schwarzwald und den Vogesen stellen Vorposten des alpinen Verbreitungsgebiets dar und können, wie auch die Vorkommen auf Gotland sowie in England und Schottland, als Eiszeitrelikte gedeutet werden.

Als Standort werden in Mitteleuropa kalkhaltige Wiesen, Quell- und Flachmoore sowie Lichtungen in subalpinen Wäldern bevorzugt. Die Habitate befinden sich in Höhenlagen zwischen 1000 und 3000 Metern; sie können generell als feucht und basenreich charakterisiert werden.

In den Allgäuer Alpen steigt er an der Großen Steinscharte in Bayern bis in eine Höhenlage 2260 Meter und am Südwesthang des Linkerskopfs bis 2150 Meter auf.[2]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Bartsia alpina erfolgte durch Carl von Linné. Das Artepitheton alpina bedeutet „aus den Alpen“. Carl von Linné benannte die Gattung Bartsia zum Gedenken an seinen Freund, den deutschen Kolonialarzt und Naturforscher Johann Bartsch, der im Alter von 28 Jahren in Suriname/Südamerika dem tropischen Klima zum Opfer fiel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bücher
    •  Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
    •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
    • Hans Christian Weber: Parasitismus von Blütenpflanzen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-10529-X.
    • Ulf Molau: The genus Bartsia (Scrophulariaceae, Rhinanthoideae). In: Opera Botanica, Volume 102, Kopenhagen 1990, S. 1–99.
    • Hans Christian Weber: Schmarotzer: Pflanzen, die von anderen leben. Belser, Stuttgart 1978, ISBN 3-7630-1834-4
  • Zeitschriftenaufsätze
    • K. Taylor, F. J. Rumsey: Bartsia alpina L. - Biological Flora of the British Isles No. 231 - In: The journal of Ecology, Volume 91, Issue 2003, S. 908–921 doi:10.1046/j.1365-2745.2003.00809.x.
    • M. M. Kwak: Early flowers of Bartsia alpina (Scrophulariaceae) and the visitation by bumblebees. In: Acta botanica Neerlandica, Volume 45, 1996, S. 355–366, ISSN 0044-5983.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alpenhelm (Bartsia alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien