Alpha Condé

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Alpha Condé (2012)

Alpha Condé (* 4. März 1938 in Boké, Guinea) ist ein guineischer Politiker, mehrfacher Präsidentschaftskandidat und Präsident der Partei Rassemblement du peuple de Guinée (RPG). Seit dem 21. Dezember 2010 ist er Staatspräsident Guineas. Er gehört dem Volk der Mandinka an.[1]

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 15 Jahren emigrierte Condé nach Frankreich, wo er politische Wissenschaften und Recht an der Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne studierte. Als Professor für öffentliches Recht arbeitete er mehr als zehn Jahre an der Fakultät für Rechtswissenschaften der Sorbonne und engagierte sich unter anderem in der Vereinigung schwarzafrikanischer Studenten in Frankreich (FEANF), wo er zwischen 1967 und 1975 für die Koordination der unterschiedlichen Nationalitätengruppen zuständig war. 1970 verurteilte ihn der damalige guineische Präsident Ahmed Sékou Touré in Abwesenheit zum Tode. Am 17. Mai 1991 kehrte Condé nach Conakry zurück.

Nahezu sein gesamtes Erwachsenenleben hat Condé gegen die verschiedenen Diktaturen gekämpft, die Guinea bis vor Kurzem beherrschten. Bei der Präsidentschaftswahl in Guinea 1993 errang er trotz wahrscheinlich massivem Wahlbetrug der Gegenseite 19,55 % der Stimmen. Nachdem er bei der nächsten Präsidentschaftswahl in Guinea 1998 auf gut 16 % der Stimmen gekommen war, wurde er unter der Anklage, das Land illegal verlassen und Söldner zum Sturz des Präsidenten Lansana Conté angeworben zu haben, festgenommen und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, allerdings 2001 vorzeitig entlassen.[2] Als Alpha Condé bei der Präsidentschaftswahl in Guinea 2003 wegen des Vorwurfs der Verschwörung von den Wahlen ausgeschlossen wurde, konnte Staatspräsident Lansana Conté vor dem Hintergrund eines weitgehenden Boykotts der Oppositionsparteien gut 95,6 Prozent der Stimmen erringen.[3]

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Guinea 2010 gewann Condé 18,29 % der Stimmen und qualifizierte sich so für die Stichwahl gegen den ehemaligen Premierminister Cellou Dalein Diallo. In der Stichwahl vom 7. November 2010 erhielt er 52,52 % der Stimmen. Am 3. Dezember 2010 wurde das Ergebnis vom Obersten Gericht für gültig erklärt, am 21. Dezember 2010 trat er sein Amt als neuer Staatspräsident an. Am 11. Oktober 2015 wurde Condé als Staatspräsident wiedergewählt.[4]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine von Condés Ehefrauen ist in die Geschäfte um die panamaische Kanzlei Mossack Fonseca (Panama Papers) verwickelt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alpha Condé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AllAfrica.com
  2. http://www.irinnews.org/report.aspx?reportid=55250
  3. http://www.laender-lexikon.de/Guinea_%28Geschichte%29
  4. Blick.ch:Amtsinhaber Condé liegt bei Präsidentschaftswahl vorne, abgerufen am 16. Oktober 2015
  5. Panama Papers: Steinmetz Guinea deal pried open. tomeslive.co.za vom 4. April 2016 (englisch), abgerufen am 4. Juni 2016