Alphablocker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Alphablocker bezeichnet man in der Pharmakologie Arzneistoffe, die als Antagonisten an α1- und an α2-Adrenozeptoren die Wirkung von Adrenalin und Noradrenalin aufheben. Sie werden therapeutisch zur Senkung erhöhten Blutdrucks1-Adrenozeptorantagonisten), zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie1-Adrenozeptorantagonisten) und zur Behandlung sexueller Dysfunktionen2-Adrenozeptorantagonisten) eingesetzt.

Die Antidepressiva Mianserin und Mirtazapin gehören zu der Gruppe der NaSSA, blockieren präsynaptische α2-Rezeptoren und hemmen so das negative Feedback, über das Noradrenalin normalerweise seine eigene Freisetzung hemmt; dadurch wird mehr Noradrenalin freigesetzt.

Zu den Alphablockern gehören u. a.:

Alphablocker, Betablocker und Antisympathotonika werden unter der Bezeichnung Sympatholytika zusammengefasst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818 wurde erstmals Clavicleps purpurea von Jean Baptiste Desgranges (1751–1831) zur Therapie von Frauenkrankheiten verwendet. 1831 isolierte August Wiggers Ergotin als erstes Alkaloid, das eine α-Rezeptor-blockierende Wirkung aufweist, aus dem Mutterkorn. Die Wirkung entdeckte 1906 Dale. Das erste reine Alkaloid (Ergotamin) isolierte 1918 Arthur Stoll. Ihm gelang es auch zusammen mit Albert Hofmann die besser wasserlöslichen Alkaloide der Ergometrin-Gruppe, die eine direkte Wirkung auf die glatte Muskulatur besitzen.

Tolazolin wurde erstmals von Adolf von Sonn (1882–1945) dargestellt und schließlich 1940 von H. Schnetz pharmakologisch beschrieben. J. Scholz erkannte das Potential der Imidazolinderivate und synthetisierte daraufhin 1949 das Phentolamin, das Rolf Meier (1897–1966) untersuchte. Anfang der 1970er Jahre entdeckte die Firma Searle den ersten selektiven α1-Blocker, das Prazosin (Minipress®). Davon abgeleitet wurden weitere Chinazolinderivate synthetisiert und auf den deutschen Markt gebracht, z.B. Doxazin (Cardular®) und Terazosin (Heitrin®). Seit 1995 werden α-Blocker (Terazosin und Alfuzosin) auch zur Therapie der benignen Prostatahyperplasie eingesetzt.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolf-Dieter Müller-Jahncke, Christoph Friedrich, Ulrich Meyer: Arzneimittelgeschichte. 2., überarb. und erw. Aufl. Wiss. Verl.-Ges, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-8047-2113-5, S. 170 f. (dnb.de).
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!