Alpine Gesellschaft Gamsecker

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Alpine Gesellschaft „Gamsecker“
(AGG)
Zweck: Alpinverein
Vorsitz: Johann (Hans) Mittheisz[1]
Gründungsdatum: 1. April 1890
Sitz: Wien
Website: gamsecker.at

Die Alpine Gesellschaft „Gamsecker“ ist ein alpiner Verein in Österreich mit Sitz in Wien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamsecker um 1900

Die Gesellschaft konstituierte sich am 1. April 1890 als „D’Gamsecker“. Zweck der Gesellschaft waren die touristische Erschließung des Raxgebietes (1857 m ü. A.) durch Steige und Markierungen sowie Wanderungen und Bergtouren im Freundeskreis. Der Vereinsname bezieht sich auf das Gamseck (1857 m ü. A.).

Gleich nach der Gründung war der Verein auch humanitär tätig: Kinder aus Kapellen wurden eingekleidet und der Schule wurde eine Spende übergeben.

Josef Kollar sen. hat seinen „Gamsecker Touristen-Marsch der Alpinen-Gesellschaft ‚D’Gamsecker‘ freundlichst gewidmet. Für Pianoforte zu 2 Händen.“[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein im Jahr 1947 neu gegründet.[3]

Vom Schwarzen Turm entlang der Klausen bis in die Vorderbrühl führt ein Steig, der auf Initiative von Mödlinger Gamseckern Gamseckersteig heißt.

Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gamsecker-Hütte liegt in der Steiermark an der Westflanke der Raxalpe unterhalb des Gamseck-Gipels, zum Naßkamm hin, im Gemeindegebiet von Neuberg an der Mürz, Katastralgemeinde Altenberg an der Rax. Sie ist auch von Hinternaßwald im Naßwaldtal von Schwarzau im Gebirge von der niederösterreichischen Seite erreichbar.

Gamseckerhütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gamseckerhütte
AGG-Hütte
Gamseckerhütte
Gebirgsgruppe Rax
Geographische Lage: 47° 42′ 16,9″ N, 15° 40′ 8,7″ O
Höhenlage 1328 m ü. A.
Erbaut 1895
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten privat
p6
p1
p8

Die Hütte[4] liegt auf 1328 m Höhe und gehört mit Orientierungsnummer 82 zu Altenberg an der Rax, das seit 1. Jänner 2015 zur Gemeinde Neuberg an der Mürz gehört.

Auf dem Gruberalmboden pachtete der Verein ein Grundstück und begann mit der Planung einer Schutzhütte. Die Hütte wurde als Fertigteilbau in Mödling zusammengestellt und mit der Südbahn und Pferden zur Gruberalm gebracht. Der Aufbau der Gamseckerhütte erfolgte im Sommer 1895, am 15. September 1895 wurde die Hütte eröffnet und eingeweiht. Der Planer war Architekt Höfler aus Mödling. Nach ihm ist auch die Höflerquelle auf dem Anstieg von Altenberg auf den Naßkamm benannt. Die Bauzeit der damals 6 × 8 Meter großen Hütte betrug sechs Wochen, 200 Stunden betrug der Aufwand. Die Hütte verfügte über zwei Räume im Erdgeschoss, darüber gab es einen Schlafraum.

Gamseckerhütte (1895)

Der steirische Dichter Peter Rosegger wünschte den Gamseckern am 26. Juli 1896 sein „Glück auf“ mit folgendem Spruch

„Die Gamseckerleut i mags
Sie haben es gar wohl bestellt
Sie haben des schönste Platzerl
Auf der Rax
Das beste Wasser von der Welt!“

Peter Rosegger

Im Jahr 1907 wurde die Hütte mit Stockaufbau und Stiegenhaus erweitert. 1916 wurde ein neuer Steig über den Naßkamm durch russische Kriegsgefangene angelegt, daher Russensteig genannt. 1917 gab es kaiserlichen Besuch auf der Hütte – Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita während eines Jagdausflugs. Ab 1937 wurde die Gamseckerhütte auch mit einer Wasserleitung versorgt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die zum Teil verwüstete Hütte wieder instand gesetzt, entwendete Einrichtungsgegenstände wurden wieder beschafft. In den Jahren 1954 bis 1959 erfolgte eine bauliche Überholung mit Dacheindeckung und Verschindelung.

Die Gamseckerhütte ist eine private Hütte und nur für Mitglieder der Alpinen Gesellschaft Gamsecker zugänglich.

Anton-Zimmermann-Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anton-Zimmermann-Hütte (Zimmermannhütte)
AGG-Hütte
Anton-Zimmermann-Hütte (Zimmermannhütte)
Geographische Lage: 47° 42′ 18,9″ N, 15° 40′ 10″ O
Höhenlage 1331 m ü. A.
Erbaut 1924
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten gesperrt (seit 2011)
p6
p1
p8

1924 wurde 60 Meter nördlich der Hütte von den Gamseckern eine Schutzhütte,[5] die Anton-Zimmermann-Hütte (kurz Zimmermannhütte), erbaut. Benannt wurde sie nach dem Vereinsgründer Anton Zimmermann. Sie war jederzeit der Öffentlichkeit zugängig.

Die Hütte musste 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden und wurde am 9. Juni 2018 abgetragen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Satzungen der Alpinen Gesellschaft “D’Gamsecker” in Wien. Reichswehr, Wien 1892 (ÖNB-Eintrag)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesministerium für Inneres: Registerauszug ZVR-Zahl 397942947; eingesehen am 1. Sep. 2018
  2. Gamsecker Touristen-Marsch, o. J. (Eintrag ÖNB).
  3. ZVR: 397942947 abgerufen am 26. Februar 2015.
  4. Gamseckerhütte, kreiter.info.
  5. Anton-Zimmermann-Hütte, kreiter.info.

Koordinaten: 48° 7′ 53,2″ N, 16° 18′ 41,4″ O