Alpines Notsignal

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Das alpine Notsignal ist ein Notsignal im Falle von Bergnot, einem Notfall in alpinem Gelände. Daneben gibt es auch spezielle Notrufnummern, mit denen eine telefonische Alarmierung von Bergrettungsdiensten möglich ist.

Das alpine Notsignal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alpine Notsignal besteht aus einem optischen und/oder akustischen Signal beliebiger Art, welches sechs Mal innerhalb einer Minute abgesetzt wird. Es soll nach einer Minute Pause in gleicher Folge wiederholt werden, solange Aussicht besteht, von anderen Bergsteigern, von Berghütten oder im Tal bemerkt zu werden.

Die Antwort auf ein solches Signal wird mit drei Zeichen pro Minute gegeben und ebenfalls nach einer Minute Pause wiederholt. Dadurch kann dem Alarmierenden bestätigt werden, dass sein Notsignal empfangen worden ist.

Signal und Antwort
1. Minute 2. Minute 3. Minute usw.
Notsignal • • • • • • Pause • • • • • • usw.
Antwort/Bestätigung • • • Pause • • • usw.

• = Optisches und/oder akustisches Signale beliebiger Art:

Wer Notsignale empfängt, sollte diese bestätigen und die Alarmierung an den Bergrettungsdienst oder andere Stellen wie Polizei oder Rettungsdienst weitergeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das alpine Notsignal wurde 1894 auf Vorschlag des Engländers Clinton Thomas Dent eingeführt und hat sich bald international bewährt. Diese Übereinkunft versucht, den extremen, wechselhaften und nur bedingt voraussehbaren Situationen in ausgesetzter Umgebung in alpinem Gelände gerecht zu werden.

Notrufnummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Europa kann grundsätzlich die vereinheitlichte europäische Notrufnummer 112 verwendet werden, die auch mit einem Mobiltelefon gewählt werden kann.

Durch die Verordnung "967/08" des deutschen Bundesrates ist seit dem 17. Dezember 2008 der Notruf ohne eine aktivierte SIM-Karte nicht mehr möglich.[1] Der Rufaufbau kann über alle jeweils erreichbaren Mobilfunknetze erfolgen, nicht nur über das Heimnetz. In Österreich ist die 140 als spezielle Notrufnummer für die Bergrettung ausgewiesen. In anderen Ländern oder Regionen gibt es teilweise ebenfalls Notrufnummern speziell für die Alarmierung des Bergrettungsdienstes, teils läuft die Alarmierung über zentrale Institutionen des Zivilschutzes.

Land Notrufnummer Erklärung
Flag of Austria.svg Österreich 140 Bergrettungsnotrufnummer[2]
Flag of Switzerland.svg Schweiz 1414 Schweizerische Rettungsflugwacht
144 Bergrettung
Flag of Italy.svg Italien & Südtirol 118 Landesnotrufzentrale und Einsatzzentrale des Bergrettungsdienstes[3]
Flag of France.svg Frankreich 15 Zentraler Notruf der Rettungsleitstelle Chamonix Peloton de gendarmerie de haute montagne (PGHM)
Flag of Slovenia.svg Slowenien 112 Bergrettungsdienst Gorska reševalna služba (GRS)
Flag of Croatia.svg Kroatien 112 Kroatischen Bergrettungsdienstes Hrvatska Gorska Služba Spašavanja(HGSS). Alarmierung über die ständig besetzter Alarmzentrale Županijski Centar 112 des Zivilschutzes Državna Uprava za Zaštitu i Spašavanje DUZS[4]

Notruf per Funk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Notruf mittels Funkgerät siehe den Abschnitt Notruf per Funk im Artikel Notruf.

Land Frequenz CTCSS
Flag of Switzerland.svg Schweiz 161,300 MHz 123 Hz

Missbrauch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das absichtliche oder wissentliche Absetzen eines unbegründeten Notrufes oder anderer Notsignale stellt in Deutschland den Tatbestand einer Straftat dar (§ 145 StGB). Unter Umständen macht sich der Täter schadensersatzpflichtig.

Der Missbrauch wird auch in anderen Staaten ähnlich geahndet, etwa in der Schweiz nach Art. 128bis StGB.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verordnung 967/08 des Bundesrates http://www.bundesrat.de/cln_090/SharedDocs/Drucksachen/2008/0901-1000/967-08,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/967-08.pdf
  2. Österreichischer Alpenverein, Notfall-Karte für Vereinsmitglieder
  3. Nützliche Telefonnummern. In: Südtiroler Bürgernetz.
  4. www.gss.hr.