Alraune (Kulturgeschichte)

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Alraun-Mann und Alraun-Frau im Hortus sanitatis Mainz 1491

Die (Gemeine) Alraune (Mandragora officinarum) aus der Gattung Mandragora ist eine giftige Heil- und Ritualpflanze, die seit der Antike als Zaubermittel gilt, vor allem wegen ihrer besonderen Wurzelform, die der menschlichen Gestalt ähneln kann.

Etymologie und Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Alraune stammt von althochdeutsch alrūna (wahrscheinlich entstanden aus dem weiblichen Personennamen Albrūna aufgrund der Menschengestalt der Wurzel; belegt ist althochdeutsch Albrūn; zur Endung vgl. zum Beispiel „Gudrun“) und war die Übersetzung von lateinisch mandragora (einer Übersetzung von hebräisch dūdaīm: in der Bibel Bezeichnung für gelbe Beeren einer zum Liebeszauber dienenden Nachtschattenart). Der Name Albrūna (mit der Bedeutung „die mit der Zauberkraft der Alben Begabte“) ist in der Germania des Tacitus nachweisbar.[1]

Benannt wurde die Alraune gemäß Grimm nach dem Namen der altgermanischen Seherin Albruna, welcher sich von ahd. alb ‚Alb, Mahr, Faun‘ und ahd. rûnen ‚leise sprechen, heimlich flüstern, raunen‘, got. runa („Geheimnis“) oder nord. run („Geheimnis, Rune“) ableitet.

Der Name Mandragora ist möglicherweise altpersischen Ursprungs[2] und mit persisch mardom („Leute, Menschen“) verwandt.

Andere Namen sind: der Alraun, das Alräunchen, ’s Alraunl („das Alraunerl“)[3], Araunl,[3] Oraunl, Uraundl, Arun, das Alruneken, die Alruncke, Baaras, Galgenmännchen, Heinzelmännlein,[4] Springwurz, Wurzelknecht, Dollwurz, Zauberwurzel, niederländisch pisdiefje, isländisch þjófarót, deutsch ‚Diebeswurzel‘ und arabisch Geister-Ei (arabisch بیض الجن baiḍ al-ğinn) oder Apfel der Verrückten (oder Besessenen, arabisch تفاح المجانین tuffāḥ al-mağānīn).

Altes Testament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeine Alraune (Mandragora officinarum)

Wahrscheinlich ist, dass die u. a. in Genesis 30,14–16 OT und Hld 7,14 OT genannte Pflanze dudai (pl. duda'im דודאים) mit der Alraune identisch ist, die sich bis heute auf den Bergen Hermon, Karmel und Gilboa findet. (vgl. Löw 1924, III, 363–368; Zohary 1986) In den Althochdeutschen Glossen zur Textstelle wird die Mandragora respektive dudai mit alrūna, alrūn transliteriert.[5]

Während die Vulgata den Begriff „Mandragora“ verwendet („Egressus autem Ruben tempore messis triticeae in agrum, reperit mandragoras, quas matri Liae detulit“), lässt Luther den Begriff zunächst unübersetzt („Dudaim“). Die revidierte Luther-Bibel (Gen 30,14–16 LUT) spricht von „Liebesäpfeln“: „Ruben ging aus zur Zeit der Weizenernte und fand Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie heim zu seiner Mutter Lea.“ Der Pflanze, die sonst als Aphrodisiakum angesehen wird (siehe Hld 7,14 LUT), wird hier eine empfängnisfördernde Wirkung zugeschrieben.

Dass hier die Alraune gemeint ist, war jedoch lange umstritten. Heinrich Heine schrieb von Helgoland an Ludwig Börne:

„Im Alten Testamente habe ich das erste Buch Mosis ganz durchgelesen. […] Ich höre, wie sie blöken, die Schafe Jakobs […] Unterdessen kommt Ruben nach Hause und bringt seiner Mutter einen Strauß Dudaim, die er auf dem Felde gepflückt. Rahel verlangt die Dudaim, und Lea gibt sie ihr mit der Bedingung, dass Jakob dafür die nächste Nacht bei ihr schlafe. Was sind Dudaim? Die Kommentatoren haben sich vergebens darüber den Kopf zerbrochen. Luther weiß sich nicht besser zu helfen, als dass er diese Blumen ebenfalls Dudaim nennt. Es sind vielleicht schwäbische Gelbveiglein. […]“[6]

Noch 1879 findet sich in manchem Bibel-Register zu Dudaim, „dem Wortverstande nach: etwas liebliches, angenehmes. Ob es eine Blume oder Frucht gewesen, ist noch ungewiß“. Auch die Etymologie des Wortes duda'im bleibt unklar.

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mesopotamien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Identifizierung wird mit der sumerischen Namtar-Pflanze (NAM.TAR.(IRA)) als Lieferant der Alraunewurzel (SUḪUŠgišNAM.TAR)[7][8] erwogen, ist jedoch unsicher. Dabei ist auch nicht klar, ob sich die Übersetzung „Schicksal“ auf die Pflanze oder den damit verbundenen Unterweltsgott Namtaru bezieht. Dieser wird mit den Bewohnern von Martu in Nordmesopotamien in Verbindung gebracht.

Nordiran[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Golestan wurden traditionell die Blätter und Beeren der turkmenischen Mandragora in geringer Dosierung gegessen. Ob dies zur Unterstützung einer schamanistischen Reise zu den Göttern diente, ist unklar. Auf jeden Fall ist diese Region die Herkunftsregion der turkmenischen Art.

Ägypten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mandragora war im alten Ägypten nicht heimisch, wurde dort aber seit dem Einfall der Hyksos und im Neuen Reich als Gartenpflanze angebaut. Im Grab des Pharao Tutanchamun (ca. 1332 bis 1323 v. Chr., 18. Dynastie) wurden Früchte und Erntedarstellungen gefunden, im Grab des Baumeisters Sennedjem (Grab TT1 in Theben-West) aus der Regierungszeit von Pharao Sethos I. (1290 bis 1279 v. Chr., 19. Dynastie) wurde sie zusammen mit Doumpalme, Maulbeer-Feige, Dattelpalme, Klatschmohn und Kornblume dargestellt.

In einem demotischen Papyrus aus dem dritten Jahrhundert n. Chr. wird die Alraune als Bestandteil eines Schlaftrunkes genannt.[9]

Griechenland und Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es muss offen bleiben, ob die Pflanze, die in Griechenland »Mandragoras« genannt wurde, mit der heute so bezeichneten Alraunwurzel gemeint war.[10] Dioscurides und Plinius beschrieben eine „weibliche“ »Mandragoras« (mit schmalen und kleinen Blättern) und eine „männliche“ »Mandragoras« (mit großen und breiten Blättern). Dioscurides erwähnte zudem eine dritte »Mandragoras« mit dem Namen »Morion«, die besonders stark hypnotisch wirke. Im 16. Jahrhundert deuteten die Väter der Botanik die von Dioscurides und Plinius beschriebenen »Mandragoras«. Die „weibliche“ Pflanze deuteten sie als Mandragora officinarum, die „männliche“ Pflanze als Mandragora autumnalis und die dritte Pflanze als Atropa belladonna.[11][12][13][14][15]

In Griechenland waren die Früchte der »Mandragoras« der Göttin Aphrodite geweiht, die daher den Beinamen Mandragoritis trug. Dioscurides und Plinius nannten die Pflanze auch Kirkaia – Circekraut und leiteten daraus ab, dass sie ein Liebesmittel sei.

Theophrast und Plinius beschrieben ein Zeremoniell, das bei der Ernte der »Mandragoras« ausgeführt wurde. Die Wurzel wurde dreimal mit einem Schwert umkreist. Ausgegraben wurde sie dann mit einem nach Westen gerichteten Gesicht. Derweil tanzte ein anderer im Kreis und besang die Liebeskraft. Theophrast bezeichnete dies als betrügerische Fabel der Wurzelgräber.[17]

Die bildliche Darstellung eines Ernteverfahrens, bei dem ein angeleinter Hund verwendet wurde, fußt auf dem Bericht des Flavius Josephus über die Ernte der Wurzel »Baaras«.[18] In dem im 4. Jahrhundert zusammengestellten Herbarius Pseudo-Apuleius fehlte das Mandragora-Kapitel zunächst, wurde aber schon früh an den Textkorpus angehängt.[19] In diesem Kapitel wurde der Ritus der mit der Hilfe eines angeleinten Hundes durchgeführten Mandragora-Ernte ausführlich beschrieben:

„Die Wirkung der Mandragora. Man soll sie folgendermaßen sammeln, da ihre Wohltaten gewaltig sind. Wenn du zu ihr gelangst, erkennst du sie so: Des Nachts leuchtet ihr Haupt wie eine Lampe. Wenn du sie erblickst, schlage schnell mit Eisen einen Kreis um sie, damit sie dir nicht entflieht. Derartig groß ist ihre Macht, dass sie, wenn ein unreiner Mensch zu ihr kommt, schnell von ihm flieht. Daher schlage schnell einen Kreis mit Eisen um sie und ziehe um sie herum einen Graben, ohne sie mit dem Eisen zu berühren, und ganz sorgsam entferne mit einem elfenbeinernen Stab vor ihr die Erde, und wenn du die Füße und die Hände der Mandragora selbst erblickst, dann schließlich fessele die Pflanze mit einem neuen Bindfaden. Und nachdem du sie gebunden hast, binde auch einem Hund den Bindfaden um den Hals. Vorher machst du den Hund hungrig und sein Futter soll entfernt von ihm hingestellt werden, damit er, zerrend, die Pflanze ausreißen kann; wenn du den Hund aber nicht vernichten willst, da die Göttlichkeit der Pflanze so groß sein soll, dass sie denjenigen, der sie ausreißt, in demselben Moment vernichtet, daher, wenn du also, wie oben gesagt, den Hund nicht vernichten willst, so mache es wie die Händler …“[20][21]

Im 1. Jahrhundert machten Dioscurides und Plinius gleichlautende Angaben zur medizinischen Verwendung der »Mandragoras«. Der Saft aus der Wurzel, insbesondere aus der Wurzelrinde, sollte stärker wirken als der Saft aus den Früchten. Die Blätter, welche in Salzlake konserviert wurden, dienten zur äußerlichen Anwendung:

  • Die Wurzel mit Rosenöl und Wein zerquetscht wirkt als Augenarznei gegen Tränenfluss und Augenschmerz.
  • Der Saft bewirkt Erbrechen und treibt so Phlegma und Melancholie aus.
  • Er macht schlafen, tötet im Übermaß eingenommen.
  • Der alkoholische Auszug aus der Wurzelrinde macht schmerzunempfindlich.
Er ermöglicht, dass schmerzfrei geschnitten und gebrannt werden kann.
  • Der Saft als Zäpfchen eingenommen regt die Monatsblutung an und treibt den Embryo aus.
  • Die Blätter heilen als Umschlag Entzündungen, Abszesse und Hautveränderungen.

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im arabischen und lateinischen Mittelalter sowie in der frühen Neuzeit schöpften die medizinischen Autoren aus antiken und spätantiken Quellen, insbesondere aus den Werken von Dioscurides und Plinius. Eine Ausnahme bildete Hildegard von Bingen, die in ihrer Physica ausschließlich über die mit der Alraunwurzel auszuführenden Heilriten berichtete. Der französische Chirurg Guy de Chauliac beschrieb die betäubende und schmerzlindernde Wirkung der Alraune.

Arabisches Mittelalter:

Lateinisches Mittelalter:

Hildegard von Bingen, die der Alraun ein ganzes Kapitel in der Physica widmete, wähnte im 12. Jahrhundert den Teufel in der unbehandelten Pflanze wohnen. Wenn diese durch 24stündiges Einlegen in Quellwasser (queckborn) vom Bösen gereinigt war, so konnte sie für Heilriten verwendet werden. Bei guter Heilanwendung sollte die Pflanze gegen sexuelle Begehrlichkeiten wirken, die weibliche Pflanze beim Mann, die männliche Pflanze bei der Frau. Gegen Erkrankungen einzelner Körperteile sollte der Verzehr der entsprechenden Teile der in Quellwasser gereinigten Alraunwurzel helfen. Gegen Schwermut dagegen war hinreichend, die Wurzel mit ins Bett zu nehmen und bei deren Erwärmung ein bestimmtes Gebet zu sprechen. In diesem Fall konnten Bucheckern die Alraune ersetzen.[27]
Unter Bezug auf Theoderich von Lucca beschrieb Guy die Fertigung und den Gebrauch eines Schlafschwamms: Ein Schwamm wurde mit einer Lösung aus Opium, dem Saft des schwarzen Nachtschattens, Schwarzem Bilsenkraut, Alraun, Efeu, Schierling und Gift-Lattich getränkt und anschließend getrocknet und gelagert. Vor der Operation wurde der Schwamm angefeuchtet und dem Patienten zur Betäubung unter die Nase gehalten.[32]
An seine Chirugia Magna hängte Guy eine Liste von häufig in der Chirurgie verwendeten Drogen an. Zur Mandragora bemerkte er darin:
„Mandragora. Ein Kraut kalt und trocken im dritten Grad mit Betäubung.“[33][34]
  • Mainzer Kräuterbuchinkunabeln.
Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Cap. 94 [35]
Gart der Gesundheit, Mainz 1485, Kapitel 257: Mandragora alrun Man, Kapitel 258: Mandragora alrun Fraw[36]
Hortus sanitatis, Mainz 1491, Kapitel 276: Mandragora vir, Kapitel 277: Mandragora femine [37]
„… Ettliche sprechen also ... vnd werd gegraben vnder dem galgen / kum von der natur eyns harnnenden diebs / das doch falsch ist. … Etlich falsch betrieger schnydent uß der wurtzlen brionia in tütscher zungen hundskirbs / gestalt eines menschlichen bilds / vnd faden von renemr garn gezogen mit einer subtilen nodlen durch ire höubter in gestalt des hores / vnd ab geschnitten nach irem begeren / dan gelegt in ein lietem [lehmiges] erdrich / so gewynnet es die farb einer wurtzeln / vnd verkauffen es für die wurtzel alrun. Es ist aber falsch …“ [38]

Neuzeit:

Leonhart Fuchs, Kräuterbuch, Basel 1543, Cap. 201:
„… Die Alraun wechßt gern in wälden vnnd schattechten orten. Man pflanzt sie auch in gärten. …“ [39]
Hieronymus Bock, Kräuterbuch, Straßburg 1546, Teil II, Cap. 126:
„ … Jetzgemelte Mandragora ist mir noch nit zů sehen worden / darumb ich nit weiter daruon schreiben kan. …“ [40]
Pietro Andrea Mattioli und Joachim Camerarius der Jüngere Kräuterbuch. Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 379r-380r:
„… Dioscorides meldet seiner zwey geschlecht / das Männle vnd Weible / wachsen an viel orten deß Welschenlands / vnd insonderheit in Apulia auff dem Berg Gargano, dannen bringt man die öpffel / vnd die Rinden von der Wurtzlen / in vnsere Apotecken. Man zilet sie auch in etlichen Gärten zum Spectackel / dann ich hab zu Neapel / Rom / vnd Venedig beyde Alraun in Gärten vnd Scherben für den Fenstern gesehen. …“[41][42]
  • Albrecht von Haller (Herausgeber). Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollständig erkläret [...]. Gaumische Handlung, Ulm/ Frankfurt am Main/ Leipzig 1755, Spalte 952-53:
„... Es ist das ganze Gewächs hauptsächlich wegen der Wurzel bekannt, von welcher man mehr abergläubisches sagt, und schreibet, als sie wahrhaftig gutes an sich hat. … Die Rinde hat durchaus etwas betäubendes, welches offenbar der ganz widerwärtige und besondere Geruch anzeiget; man brauchte hauptsächlich die Rinde der Wurzel … man bedienet sich aber derselben heut zu Tag fast gar nimmer, und hält sie für verdächtig, wenigstens zu innerlichem Gebrauch …“ [43]
  • August Friedrich Hecker’s practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Camesius, Wien 1814, Band I, S. 508:
„… Man kann sie leicht entbehren, da es uns an ähnlichen Mitteln gegen Gicht, Scirrhus, Epilepsie, Hysterie, Kolik etc. nicht fehlt.“ [44]

Fabeln und Riten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Sagen war, um einen Alraun besitzen und nutzen zu können, in jedem Fall ein Bündnis mit dem Teufel einzugehen. Einem verstorbenen Besitzer eines Alrauns musste Brot und Geld in das Grab gegeben werden. (Meyer 1884, 64). Auch das Weiterschenken vor dem Tod löste dies Problem nur bedingt, denn das Geschenkte ließ sich nicht weiter verschenken, sondern kehrte immer zum ersten Besitzer zurück. (Manz 1916, 99). Auch wurden Alraunen nicht nur als Wurzel gedacht, sondern zum Beispiel auch als Kröte (vgl. Lütolf 1862, 192f.), als goldene Eier legender Drache (vgl. Vernaleken 1859, 260) oder als undefiniertes Wesen mit rollenden Augen, was der Symptomatik einer Alraunen-Vergiftung nachempfunden scheint (Rauchholz 1856, II, 43).

Ab dem 16./17. Jahrhundert fanden sich nun auch zahlreiche Legenden und Fabeln um die Alraunen. Sie gehörten zu den begehrtesten pflanzlichen Talismanen und sollten als Amulette gegen bösen Zauber und bei Verwundungen aller Art helfen. Mit unechten, aus dem Orient eingeführten Alraunwurzeln, der Wurzel der Zaunrübe, des Blutwurzes (Tormentille), des Wegerichs oder des Knabenkrauts (oft mit dem Schnitzmesser nachbearbeitet) wurde reger Handel getrieben. Bächtold-Stäubli ging sogar davon aus, dass nahezu jede in Europa als Alraune verkaufte Pflanze keine echte war. (HWbDA 1,316). Auch nicht-psychedelisch wirkende Pflanzen, wie Knabenkraut und die Schwertlilie wurden wegen ihrer der Mandragora ähnlichen Wurzel nachgefragt.

Abendländische Alraune waren nun aber (im Gegensatz zu orientalischen Originalen) bekleidet. Zudem darf angenommen werden, dass je nach Aufwand der Schnitzerei, die diesen Alraun hervorbrachte, eine Weiterverarbeitung zunehmend unwahrscheinlich wurde. Unklar bleibt auch, ob sich bei der zunehmenden Bekleidung der Figuren schon kirchlicher Einfluss geltend machte und wie sich diese Tendenz (sofern vorhanden), den Liebestrank-Charakter zu entfernen, mit der zunehmenden Vergeschlechtlichung der Wurzeln übereinbringen lässt – die auch dazu führte, dass man männliche von weiblichen Alraunen kaum noch unterschied. Die Alraunen-Krämer zählten somit zu Recht zu den Gauklern. Ob dies noch eher dem Magieaspekt oder schon demjenigen der falschen Alraune Rechnung trug, muss ebenfalls offenbleiben (vgl. HWbDA 1,319). In Hexenprozessen wurde in jedem Fall der erste Aspekt wieder in den Vordergrund gebracht und gegen die entsprechenden Kräuterkundler ausgelegt. Noch in einem Hexenprozess in Rottenburg (Württemberg) von 1650, den Bächtold-Stäubli erwähnte (HWbDA 1, 318 nach Birlinger 1874, I, 162), gestand der Angeklagte, er habe in der Nacht in einem Wald in ein Geschirr masturbiert und dieses vergraben, dass daraus ein Glücksbringer entstehe (der insbesondere für Reichtum sorgen sollte).

Nach verschiedenen Gegenden und Sagenbildungen konnte das Geld auch vom Alraun durch den Schornstein hereingebracht werden (vgl. Strackerjan in HWbDA 1, 320), um dann manchmal auf gleichem Wege das Haus wieder zu verlassen. Oder aber der Alraun, zu dem man ein Geldstück legte, verdoppelt dies (ebd.). Ebenso wurde die aphrodisische Funktion erweitert. Über die Geburtshilfe für Schwangere (vgl. Leithaeuser, Bergische Pflanzennamen, 1912, 6; nach HWbDA 1, 320) fanden die Alraune dann auch in den Kursus diffuser allgemeine Heilmittel Eingang. (vgl. auch Grimm, Sagen, 75).

Noch 1820 wurde auf dem Leineberg bei Göttingen angeblich ein „Alruneken“ mit Hilfe eines schwarzen Hundes aus der Erde geholt. In diesem Fall überlebte der Hund, was jedoch keine Verwunderung hervorrief (HWbDA 1, 319). Als hervorragende Ernteplätze galten nun auch Plätze unter dreigipfeligen Haselstauden oder solchen, die von einer Mistel befallen waren. (ebd.).

Noch um 1890 bot man in Ostpreußen so genannte Glückswurzeln an, die der gelben Schwertlilie (Iris pseudacorus) entstammten und Reichtum sowie Kindersegen versprachen (HWbDA 1, 318). Doch neben diesen beiden Aspekten, denen noch dunkel eine Ahnung von der Vermehrung zu Grunde liegen mochte, wurde zunehmend diffus jedwedes Glück an Alraunen gebunden. Anfang des 20. Jahrhunderts verkaufte nach einer Information von Bächtold-Stäubli (HWbDA 1, 318) das Berliner Kaufhaus Wertheim so genannte Glücksalraune für 2,25 Mark. Hierbei handelte es sich um Stücke von Allermannsharnisch und von Siegwurz, die in ein Medaillon gebracht wurden, um nahezu jedwede positive Veränderung herbeizuführen, für die je der Aberglaube sich Mittel erdacht hat: Sowohl Gesundheit, als auch Glück und Reichtum und zuletzt auch die Liebe der angebeteten Person sollte dies Medaillon verschaffen – so bekundete ein beigefügtes Zettelchen.

Auch die Boland-Schwestern kannten noch die Alraune, die nicht mit der Bryonia verwechselt werden darf, als Talisman mit aphrodisischer Wirkung. Sie warnten vor der narkotischen Wirkung einer Überdosis.

Wirkungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hans Sachs kannte schon gefälschte Alraunen (Werke 9, hg. v. A. Keller, 16) und Niccolò Machiavelli schrieb mit Mandragola 1518 eine böse Korruptionssatire. Grimmelshausen kannte das „Galgenmännchen“. Shakespeare kannte die mandrake, wenn er Julia sagen lässt:

“Alack, alack, is it not like that I, So early waking, what with loathsome smells, And shrieks like mandrakes’ torn out of the earth, That living mortals, hearing them, run mad--”[45]

Ebenso findet sich in Heinrich IV die Wurzel:

„Thou whoreson mandrake.“[46]

und in Antonius und Cleopatra, wenn Cleopatra zu ihrer Dienerin Charmion spricht:

„Charmion…
Eu’r Hoheit?
Ach!
Gib mir Mandragora zu trinken!
Wie?
Dass ich die Kluft der Zeit durchschlafe,
Wo mein Antonius fort ist!.“[47]

Zuletzt auch kennt Jagos im Othello die Mandragora, wenn er spricht:

„[…] Der Mohr ist schon im Kampf mit meinem Gift: -
Gefährliche Gedanken sind gleich Giften,
Die man zuerst kaum wahrnimmt am Geschmack,
Allein nach kurzer Wirkung auf das Blut
Gleich Schwefelminen glühn. Ich sagt’ es wohl! -
Da kommt er. Mohnsaft nicht, noch Mandragora,
Noch alle Schlummerkräfte der Natur,
Verhelfen je dir zu dem süßen Schlaf,
Den du noch gestern hattest.“[48]

In Ludwig Tiecks Erzählung Der Runenberg (1804) markiert das Ziehen einer Alraunenwurzel den Übergang zum Wahnsinn. Die Brüder Grimm überlieferten das Märchen Der Riese und der Schneider, in dem es heißt:

„Der Kerl kann mehr als Äpfel braten, der hat einen Alraun im Leib. Sei auf der Hut, alter Hans, das ist kein Diener für dich.“

In Der kleine Sackpfeifer (aus Irische Elfenmärchen, von Wilhelm Grimm übersetzt) nennt der Erzähler ein Schabernack treibendes Kind, das später zu den Elfen geht, einen Alraun. Und bei Goethe findet sich Mephistos Erstaunen über den Aberglauben:

„Da stehen sie umher und staunen
Vertrauen nicht dem hohen Fund,
Der eine faselt von Alraunen,
Der andre von dem schwarzen Hund.“[49]

Dann schrieben Ludwig Achim von Arnim (Isabella) und Fouqué 1827 (Mandragora. Eine Novelle) über den Alraun. Durch Fouqués Das Galgenmännchen etablierte sich dies als Bezeichnung neben dem Wort Alraun. Und der schon oben erwähnte Heine dichtet:

„Die klügsten Waldgeister sind die Alräunchen,
Langbärtige Männlein mit kurzen Beinchen,
Ein fingerlanges Greisengeschlecht,
Woher sie stammen, man weiß es nicht recht.“

Und an anderer Stelle:

„Wo sind die Alräunchen? Ich glaube, sie halten
Sich ängstlich verborgen in Felsenspalten.
Ihr kleinen Freunde, ich komme zurück,
Doch ohne Kranz und ohne Glück.“

Andrew Lang beschrieb dann den Alraunen-Schrei schon 1893:

“He who desires to possess a mandrake must stop his ears with wax so that he may not hear the deadly yells which the plant utters as it is being dragged from the earth. Then before sunrise on a Friday, the amateur goes out with a dog ›all black‹, makes three crosses 'round the mandrake, loosens the soil around the root, ties the root to the dog’s tail and offers the beast a bit of bread. The dog runs at the bread, drags out the mandrake root and falls dead, killed by the horrible yell of the plant.”[50]

Klabund nutzte in Borgia die Alraune, um den Aberglauben und die Falschheit des Christentums an exponierter Stelle sichtbar werden zu lassen:

„Der Papst hatte schon Zuflucht zur Mandragora, zum Liebestrank, genommen, den ein Leibarzt aus seiner von einem schwarzen Hund bei Vollmondschein aus der Erde gezogenen Alraunwurzel gewonnen hatte. Aber der Trank hatte bisher nicht gewirkt. […] In einer Vollmondnacht ohne Alraunwurzel und schwarzen Hund ergab sich Julia, die Junge, Alexander, dem Alten. […] Alexander Borgia ließ Giulia Farnese als lebendige Heilige in feierlicher Prozession im Reliquienkasten einhertragen.“

Bei James Joyce fand sich das Wurzelextrakt dann 1925:

“THERE’s a coughmixture scopolamine
And its equal has never been seen
’T would make staid Tutankamen
Laugh and leap like a salmon
And hid mummy hop Skotch on the green.”

was Hans Wollschläger übersetzte mit

„S GIBT ’nen Hustensaft Scopolamin,
Da steckt wirklich Musieke drin:
Sogar Tut-ench-amen
Wär’ rasch beisammen
Göß ihm hinter die Binde man ihn.“[51]

Bächtold-Stäubli nennt auch den Roman Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens (1911) von Hanns Heinz Ewers (HDA 1, 321). Nach dem Stummfilm Alraune, die Henkerstochter, genannt die rote Hanne, den Eugen Illés 1918 drehte, verarbeitete 1928 Henrik Galeen in dem Film Alraune mit Brigitte Helm bereits das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung einer Prostituierten mit dem Samen eines am Galgen hingerichteten Verbrechers. 1930 verfilmte Richard Oswald mit Alraune das Buch erneut, ebenfalls mit Brigitte Helm. In einer Inszenierung von Arthur Maria Rabenalt spielte 1952 in Alraune dann Hildegard Knef die besagte Tochter. Hieran scheint auch ein Alraune genanntes Musical nach einer Novelle von Dietmar Ludwig anzuknüpfen.

Der Gitarrist Ritchie Blackmore verwendete Mandrake Root als Namen für ein geplantes Musikprojekt, bevor er 1968 Deep Purple gründete. Auf dem Debütalbum der Band, Shades of Deep Purple, findet sich ein Lied mit diesem Titel, das auf die psychoaktive Wirkung der Alraunenwurzel anspielt und bei frühen Konzerten in teils über 20 Minuten dauernden Versionen mit ausgedehnten Soli dargeboten wurde:

„I've got a mandrake root
It’s some thunder in my brain
I feed it to my babe
She thunders just the same“

Heutige Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alraune erscheint in der gleichnamigen achtteiligen Erotik-Comicserie von Rochus Hahn. Den Namen verwendet auch der US-Comic Mandrake, der Zauberer (nach dem englischen Wort für Alraune). Auch Joanne K. Rowling benutzt dieses Motiv (siehe Alraune), schreibt aber der Wurzel rückverwandelnde Wirkung zu.[52] Ebenso kommt die Alraune im Spielfilm Pans Labyrinth aus dem Jahr 2006 und im Horrorfilm Alraune – Die Wurzel des Grauens von 2010 vor. Weiterhin benannte die deutsche Metalband Edguy ihr im Jahre 2001 erschienenes Album Mandrake nach dem englischen Wort für Alraune.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Italo Michele Battafarano: Mandragora – Alraun – Galgen-Männlin. Grimmelshausens Auseinandersetzung mit dem Aberglauben. In: Jb. f. Volkskunde, NF 7, 1984, S. 179–194
  • Anton Birlinger: Aus Schwaben. Sagen, Legenden, Aberglauben. Neue Sammlung. 2 Bände. Wiesbaden 1874
  • Robert Cermak: Der magische Roman. Diss., Wien 1950
  • Jochen Gartz: Halluzinogene in historischen Schriften. Eine Anthologie von 1913–1968. Nachtschatten-Verlag, Solothurn 1999
  • Rolf Giebelmann u. a.: Kulturgeschichtliches zur Alraune. In: Toxichem + Krimtech. Mitteilungsblatt der Gesellschaft für Toxikologische und Forensische Chemie, 69 2002, S. 73–76, gtfch.org (PDF)
  • H. Harms: Anregungen und Antworten. Zum Aufsatze von Prof. Dr. Killermann über Alraun (Mandragora) in Nr. 11. In: Naturwissenschaftliche Wochenschrift, NF 16, 1917, S. 351 f.
  • Walter Hävernick: Wunderwurzeln, Alraunen und Hausgeister im deutschen Volksglauben. In: Beiträge z. dt. Volks- und Altertumskunde, 10, 1966, S. 17–34
  • Vera Hambel: Die alte Heydnische Abgöttische Fabel von der Alraun. Verwendung und Bedeutung der Alraune in Geschichte und Gegenwart. Dipl.-Arb., Passau 2002
  • Heidi Heres: Zuflucht zum Glauben – Flucht in den Aberglauben (= Kulturgeschichte des Dachauer Landes 8). Dachau 1997
  • Juljan Jaworski: Die Mandragora im südrussischen Volksglauben. In: Zschr. f. österr. Volkskunde, 2, 1896, S. 353–361
  • S. Killermann: Der Alraun (Mandragora). Eine natur- und kulturhistorische Studie. In: Naturwissenschaftliche Wochenschrift, NF 16, 1917, S. 137–144
  • Friedrich S. Krauss: Ein Altwiener Alraunmännchen. In: Anthropophyteia, 10, 1913, S. 29–33
  • Richard Kühnau: Breslauer Sagen. 2 Bände. Breslau 1926
  • Immanuel Löw: Die Flora der Juden. 4 Bände. 1924–1934
  • Alois Lütolf: Sagen, Bräuche, Legenden in den fünf Orten Lucern, Uri, Schwiz, Unterwalden und Zug. Lucern 1862
  • Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel. Band II. Olms, Hildesheim / New York 1976, ISBN 3-487-05891-X, S. 1835–1840 (Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1938) (online)
  • Werner Manz: Volksbrauch und Volksglaube des Sarganserlandes (=Schriften der Schweizer Gesell. f. Volkskunde 12). Basel / Straßburg 1916
  • Heinrich Marzell: Alraun. In: Hanns Bächtold-Stäubli (Hrsg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens.10 Bände. Berlin/ Leipzig 1927–1942; 3. unveränd. Aufl., Berlin/ New York 2000 – abgek. als HWbDA - Band I, Berlin/ Leipzig 1927, S. 312–324.
  • Ernst Mechler. Mandragora. In: Rudolf Hänsel, K. Keller, H. Rimpler und G. Schneider (Hrsg.) Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 5. Auflage, Springer, Band 5 Drogen E-O Berlin etc. 1993 ISBN 3-540-52638-2, S. 762–767
  • Carl Meyer: Der Aberglaube des Mittelalters und der nächstfolgenden Jahrhunderte. Basel 1884
  • Jürgen Müller: Pharmaca diabolica und Pocula amatoria. Zur Kulturgeschichte der Solanaceen-Alkaloide Atropin und Skopolamin. In: Würzburger medizinhistorische Forschungen 17, 1998, S. 361–373, insbesondere S. 366.
  • Claudia Müller-Ebeling: Die Alraune in der Bibel. In: Alfred Schlosser 1912, Nachdr. 1987, S. 141–149
  • Christian Rätsch: Die Alraune heute. In: Adolf Taylor Starck 1917, Nachdr. 1997, S. 87–103
  • E. L. Rauchholz: Schweizersagen aus dem Aargau. 2 Bände. Aargau 1856
  • Alfred Schlosser: Die Sage vom Galgenmännlein im Volksglauben und in der Literatur. Diss., Münster 1912 (Nachdr. Express, Berlin 1987)
  • Peter Schmersahl: Alraune – Heilpflanze und sagenhafte Zauberpflanze. In: Deutsche Apotheker Zeitung, 147, 2007, S. 3666–3670
  • Wolfgang Schmidbauer: Die Magische Mandragora. In: Antaios, 10, 1969, S. 274–286
  • E. Scholz: Alraunenfrüchte – ein biblisches Aphrodisiakum. In: Zschr. f. Phytotherapie, 16, 1995, S. 109 f.
  • Adolf Taylor Starck: Der Alraun, ein Beitrag zur Pflanzensagenkunde. Diss. (1916), Baltimore MD 1917 (Nachdr. Berlin (Express) 1997)
  • Charles J.S. Thompson: The Mystic Mandrake. Rider, London 1934
  • Theodor Vernaleken: Mythen und Bräuche des Volkes in Österreich. Wien 1859
  • Gerlinde Volland, Mandragora – Ikonographie einer anthropomorphen Zauberpflanze. In: Jahrbuch für Ethnomedizin und Bewußtseinsforschung, 6, 1997, S. 11–38
  • [Dr.] Vollmer’s Wörterbuch der Mythologie aller Völker; neu bearb. v. W. Binder. 3. Auflage. Hoffmann’sche, Stuttgart 1874, vollmer-mythologie.de
  • Michael Zohary: Pflanzen der Bibel. Calwer, Stuttgart 1995, ISBN 3-7668-3397-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mandragora officinarum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Der Alraun – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Eine Zauberwurzel – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Aufl., hrsg. von Walther Mitzka, De Gruyter, Berlin/ New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 16.
  2. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 1967, S. 16.
  3. a b Idiotikon. In: Johann Gabriel Seidl: Gedichte in der niederösterreichischen Mundart. Flinserln. Dritte Auflage. J. P. Solinger, Wien 1844, S. 283 (Digitalisat in der Google-Buchsuche) (Erstauflage der Flinserln mit Worterklärungen: 1837; Digitalisat in der Google-Buchsuche)
  4. Adelung Wörterbuch von 1811: Das Heinzelmännlein
  5. Elias von Steinmeyer: Die Althochdeutschen Glossen. Band III. Sachlich geordnete Glossare. Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1895, S. 51, 100, 197, 338, 387.
  6. 18. Juli 1830; aus: Ludwig Börne. Eine Denkschrift. In: Heine: Werke; hrsg. v. H. Kaufmann, Bd. VII, S. 120 f.
  7. Franz Köcher: Die babylonische und assyrische Medizin in Texten und Untersuchungen. I–VI, Berlin 1963–1980, BAM 574:I 1–3.
  8. Martha Haussperger: Gab es vor Hippokrates bereits eine empirische Medizin in Vorderasien? In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 17, 1998, S. 113–128; hier S. 121 f.
  9. Erika Feucht: Alraune. In: Wolfgang Helck (Hrsg.): Lexikon der Ägyptologie (LÄ). Band I, Harrassowitz, Wiesbaden 1975, ISBN 3-447-01670-1, Sp. 144–145.
  10. Wolf-Dieter Müller-Jahncke: Alraun(e). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 42.
  11. Julius Berendes. Des Pedanius Dioskurides Arzneimittellehre in 5 Büchern. Enke, Stuttgart 1902, Buch IV, Cap. 76 (S. 408–11) (Digitalisat)
  12. Plinius, 1. Jh., Naturalis historia, Buch XXV, § 147-150 (Kapitel XCIV) (Digitalisat Latein); (Digitalisat Deutsch) Ausgabe Külb 1840-1864
  13. Galen, 2. Jh., De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus, lib. VII, Cap. XII/4 (nach Kühn 1826, Bd. XII, S. 67) (Digitalisat)
  14. Hieronymus Bock, Kräuterbuch, Straßburg 1546, Teil II, Cap. 126 (Digitalisat)
  15. Brigitte Hoppe. Das Kräuterbuch des Hieronymus Bock. Wissenschaftshistorische Untersuchung. Mit einem Verzeichnis sämtlicher Pflanzen des Werkes, der literarischen Quellen der Heilanzeigen und der Anwendungen der Pflanzen. Hiersemann, Stuttgart 1969, S. 327–28
  16. Edition Kästner in: Hermes, Bd. 31 (1896), S. 599–600 (Digitalisat)
  17. Kurt Sprengel. Theophrast’s Naturgeschichte der Gewächse. Friedrich Hammerich, Altona 1822, Teil I Übersetzung. Buch VI, Kapitel 2.9 (Digitalisat); Buch IX, Kapitel 8.8 (Digitalisat); Buch IX, Kapitel 9.1 (Digitalisat)
  18. Philipp Kohout. Flavius Josephus‘ Jüdischen Krieg. Quirin Haslinger, Linz 1901, S. 501 (Buch VII, Kapitel 6.3) (Digitalisat)
  19. Ernst Howald und Henry E. Sigerist. Antonii Musae De herba vettonica, Liber Pseudo-Apulei herbarius, Anonymi De taxone liber, Sexti Placiti Liber medicinae ex animalibus., Teubner, Leipzig 1927 (= Corpus medicorum latinorum, Bd. IV), S. XVIII (Digitalisat)
  20. Übersetzung des Textes nach: Heide Grape-Albers. Spätantike Bilder aus der Welt des Arztes. Medizinische Bilderhandschriften der Spätantike und ihre mittelalterliche Überlieferung. G. Pressler, Wiesbaden 1977, S. 51
  21. Oswald Cockayne. Leechdoms Wortcunning, and Starcraft of Early England … 1864. Darin London, British Library, MS Cotton Vitellius C. iii (11. Jh.) als Leithandschrift. (Digitalisat)
  22. Übersetzung des Textes nach: Franz Unterkircher. Tacuinum sanitatis ... Graz 2004, S. 78: Alraunfrüchte: kalte Komplexion im 3., trockene im 2. Grad. Vorzuziehen: große, duftende. Nutzen: wenn man daran riecht, gut gegen warme Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit; als Pflaster verwendet gegen Elefantiasis und gegen schwarze Infektion der Haut. Schaden: sie stumpfen die Sinnesempfindungen ab. Verhütung des Schadens: mit Efeufrüchten. Was sie erzeugen: sie sind nicht essbar. Zuträglich für Menschen mit warmer Komplexion, für Jugendliche, im Sommer und in südlichen Gegenden.
  23. Avicenna. Kanon der Medizin. Überarbeitung durch Andrea Alpago (1450–1521). Basel 1556, S. 249 (Digitalisat)
  24. Circa instans. Druck. Venedig 1497, Blatt 202v (Digitalisat)
  25. Pseudo-Serapion. Druck. Venedig 1497, Blatt 147v-148r (Digitalisat)
  26. Ibn al Baitar. Kitāb al-jāmiʿ li-mufradāt al-adwiya wa al-aghdhiya - Große Zusammenstellung über die Kräfte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel. Übersetzung. Joseph Sontheimer unter dem Titel Große Zusammenstellung über die Kräfte der bekannten einfachen Heil- und Nahrungsmittel. Hallberger, Stuttgart, Band II 1842, S. 592–95 (Digitalisat)
  27. Charles Victor Daremberg und Friedrich Anton Reuß (1810-1868). Physica I / 56. Hildegardis Abbatissae Subtilitatum Diversarum Naturarum Creaturarum Libri Novem. Migne, Paris 1855. Sp. 1151. Nach der Handschrift Paris. Liber beate Hildegardis subtilitatum diversarum naturarum creaturarum et sic de aliis quam multis bonis. Paris. Bibliothèque Nationale. Codex 6952 f. 156-232. Vollständige Handschrift. 15. Jh. (1425-1450) (Digitalisat)
  28. Carl Jessen und Ernst Heinrich Meyer. Alberti Magni ex Ordine Praedicatorum. De vegetabilibus libri VII : historiae naturalis pars XVIII. Reimer, Berlin 1867, S. 535–36 (Digitalisat)
  29. Cpg 226, Elsass, 1459-69, Blatt 201r (Digitalisat) Algaricia heißt alrün. Die ist heiß an dem ersten grade vnd drucken an dem andern. Vnd ist zweyer hande. Die ein ist der man die ander heißt das wip. Deß wibeß name ist besser. Alrün gestossen vnd genutzet ist gut wider vergifft. Sie ist auch gut genuczt wider die leber sucht. Sie ist gut genuczt zu der lenden sucht. Sie hilfft auch der lungen sucht. Sie mynnert auch die geswollen milcz. [Fehlt in Cpg 226: Si ist gůt genutzet wider di sucht unde hilfet wider daz vallende. Si vurdirt di wip an ir suche.] Alrün ist zu allen zyten gut genüczet.
  30. Bernhard Schnell und William Crossgrove. Der deutsche Macer. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus „De virtutes herbarum“. Kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003, S. 476 haben als Quelle für das Algaricia-Kapitel im Deutschen Macer das 2 Kapitel („Agaricus“) der „Spuria Macri“ eruiert.
  31. Ausgabe. Franz Pfeiffer. Konrad von Megenberg. Buch der Natur. Aue, Stuttgart 1861, S. 406 (Digitalisat)
  32. Edouard Nicaise. La Grande Chirurgie de Guy de Chauliac. Composée en l’an 1363. Felix Alcan, Paris 1890, S. 436 (Digitalisat)
  33. Edouard Nicaise. La Grande Chirurgie de Guy de Chauliac. Composée en l’an 1363. Felix Alcan, Paris 1890, S. 650 (Digitalisat)
  34. Hieronymus Brunschwig, Buch der Chirurgie, Straßburg 1497, Blatt 127r: Mandragora alrun krut kalt vnd drucken im andern vnd macht fücht aber die rind der wůrtzlen macht schlaffen vnd benimpt die sin vnd entpfindung (Digitalisat)
  35. Herbarius Moguntinus, Mainz 1484, Cap. 94 (Digitalisat)
  36. Gart der Gesundheit, Mainz 1485, Kapitel 257-58 (Digitalisat)
  37. Hortus sanitatis, Mainz 1491, Kapitel 276-77 (Digitalisat)
  38. Hieronymus Brunschwig, Kleines Destillierbuch, Straßburg 1500, Blatt 19v-20r (Digitalisat)
  39. Leonhart Fuchs, Kräuterbuch, Basel 1543, Cap. 201: (Digitalisat)
  40. Hieronymus Bock, Kräuterbuch, Straßburg 1546, Teil II, Cap. 126: (Digitalisat)
  41. P. A Mattioli und J. Camerarius d. J. Kräuterbuch. Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 379r-380r (Digitalisat)
  42. In der 1. Ausgabe Venedig 1554, S. 478: „… Mandragorae utrunque genus frequens nascitur in compluribus Italiae locis, praesertim in Apulia Gargano monte, unde radicum cortices, & poma herbarii quotannis ad nos conuehunt. Habentur & in uiridariis spectaculi gratia. Etenim Neapoli, Romae, & Venetijs utraque Mandragoram in hortis & uasis fictilibus sat am uidimus. …“ (Digitalisat)
  43. Albrecht von Haller (Herausgeber). Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon [...]. Gaumische Handlung, Ulm/ Frankfurt am Main/ Leipzig 1755, Spalte 952-53 (Digitalisat)
  44. August Friedrich Hecker’s practische Arzneimittellehre. Revidiert und mit neuesten Entdeckungen bereichert von einem practischen Arzte. Camesius, Wien 1814, Band I, S. 508 (Digitalisat)
  45. Shakespeare, Romeo and Juliet 4,3,45-48
  46. Shakespeare, Henry IV, 2, 1.2
  47. Shakespeare, Antonius und Cleopatra, 1, 5
  48. Shakespeare, Othello, 3, 3
  49. Goethe, Faust II; v4977-4980; (=MA 18.1, 116)
  50. Andrew Lang, Custom and Practice
  51. James Joyce, Kammermusik; Frankfurt a.M. 1982, 110
  52. Joanne K. Rowling, Harry Potter und die Kammer des Schreckens, 96f.