Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (2019)

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Filmdaten
OriginaltitelAls Hitler das rosa Kaninchen stahl
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2019
Stab
RegieCaroline Link
DrehbuchAnna Brüggemann,
Caroline Link
ProduktionJochen Laube,
Fabian Maubach
KameraBella Halben
SchnittPatricia Rommel
Besetzung

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl ist ein Familienfilm von Caroline Link, der am 26. Dezember 2019 in die deutschen Kinos kommen soll. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Judith Kerr, der 1971 unter dem Originaltitel: When Hitler Stole Pink Rabbit veröffentlicht wurde.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1933 in Berlin. Anna ist erst neun Jahre alt, als sich ihr Leben von Grund auf ändert. Um den Nazis zu entkommen, muss ihr Vater Arthur Kemper, ein bekannter jüdischer Journalist, nach Zürich fliehen. Seine Familie, Anna, ihr zwölfjähriger Bruder Max und ihre Mutter Dorothea, folgt ihm kurze Zeit später. Anna muss alles zurücklassen, auch ihr geliebtes rosa Stoffkaninchen, und sich in der Fremde einem neuen Leben voller Herausforderungen und Entbehrungen stellen.

Literarische Vorlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film basiert auf dem Roman Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Judith Kerr, der 1971 unter dem Originaltitel: When Hitler Stole Pink Rabbit veröffentlicht wurde. Das autobiografisch geprägte Kinder- und Jugendbuch gilt als Standardwerk zur Einführung in die Themen Drittes Reich und Flüchtlingsproblematik und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, so 1974 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis als „herausragendes Kinderbuch“. Ins Deutsche übersetzt wurde es von Annemarie Böll. Bis 2013 wurden in Deutschland 1,3 Millionen Exemplare des Buches verkauft.

Der Film basiert auf dem Roman When Hitler Stole Pink Rabbit der im Mai 2019 verstorbenen Judith Kerr

Der Roman beginnt in der Zeit vor der Reichstagswahl im März 1933, als Anna neun Jahre alt ist und mit ihrer jüdischen Familie in Berlin lebt. Annas Vater ist ein bekannter Schriftsteller, der auch Artikel gegen Hitler und die NSDAP in Zeitungen und Magazinen veröffentlicht. Aus Sorge vor einer Machtübernahme Hitlers und einer damit einhergehenden Verhaftung flüchtet er.

Als Hitler das rosa Kaninchen stahl bildet den Auftakt einer Roman-Trilogie, in deren Verlauf Anna, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, zu einer erwachsenen Frau heranwächst. Die Trilogie beginnt im Jahr 1933 und endet in den 1950er-Jahren. Die Titel der Fortsetzungen lauten: Warten bis der Frieden kommt und Eine Art Familientreffen.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Caroline Link, die gemeinsam mit Anna Brüggemann auch Kerrs Roman für den Film adaptierte. Ähnlich wie seinerzeit Judith Kerr, die ihre Kindheitserinnerungen für ihren achtjährigen Sohn aufschrieb, versuchte auch Link mit ihrem Film auf eine für Kinder unter 14 Jahren zugängliche Weise von Verfolgung und Flucht während des Nationalsozialismus zu erzählen.[1]

Das Medienboard Berlin-Brandenburg fördert den Film mit 650 000 Euro.[2] Vom BKM erhielt er eine Produktionsförderung in Höhe von 500.000, vom FilmFernsehFonds Bayern in Höhe von 500.000 Euro und von der Filmförderungsanstalt ebenso in Höhe von 500.000. Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg gewährte eine Produktionsförderung von 400.000 Euro.

Die neunjährige Protagonistin Anna wird von der Newcomerin Riva Krymalowski gespielt. Die in Berlin lebende Kinderdarstellerin besucht nach eigenen Angaben die gleiche Schule, die einst von Judith Kerr besucht wurde, und ihr Roman gehöre dort zur Schullektüre. „Eigentlich erst in der sechsten Klasse. Aber meine Mama, die auch schon auf der Schule war, hat mir das Buch schon vorher gegeben, und ich liebe es sehr“, so Krymalowski.[1] Annas Bruder Max wird von Marinus Hohmann gespielt. In die Rollen der Eltern Dorothea und Arthur Kemper schlüpften die Schweizer Schauspielerin Carla Juri und Oliver Masucci. In weiteren Rollen sind unter anderem Justus von Dohnányi als Onkel Julius und Ursula Werner als Haushälterin Heimpi zu sehen.[3] Juri beschreibt Mutter Dorothea als eine spannende Figur. „Sie fängt als jemand an, der ein schönes und behagliches Leben führt, dann aber alles verliert, ihr Klavier, ihre Karriere als Pianistin, ihr Geld, ihre Kultur, ihre Sprache. […] Sie lernt, sich über einfache Dinge zu freuen. Und sie merkt, wie sehr sie ihre Familie liebt.“[1]

Die Dreharbeiten wurden am 17. Juli 2018 begonnen[3] und am 25. September 2018 beendet.[4] Gedreht wurde in Baden-Württemberg, hier am Bodensee, in Berlin, in der Schweiz, in Prag[3] und in Bayern, so im August 2018 in München, das dem winterlichen Paris als Kulisse diente. Hier entstand im Antiquariat an der Schellingstraße eine Papeterie. Die Regale des Geschäfts wurden hierfür mit Vorbauten versehen, in denen Waren aus den 1930er Jahren präsentiert werden. In Prag entstanden Außenaufnahmen, die Paris darstellen.[1]

Die Vorstellung eines ersten Trailers erfolgte Anfang Oktober 2019.[5] Der Film soll am 26. Dezember 2019 in die deutschen Kinos kommen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Barbara Hordych: Paris liegt in Schwabing: Oscar-Preisträgerin Caroline Link verfilmt den Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Ein Set-Besuch in München. In: Süddeutsche Zeitung, 12. August 2018.
  2. Medienboard Förderzusagen Januar 2018 (PDF). Medienboard Berlin-Brandenburg. Abgerufen am 28. März 2019.
  3. a b c Svenja Runciman: "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl": Erste Klappe gefallen. Goldene Kamera, 23. Juli 2018.
  4. Tom Stolzenberg: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl: Ende der Dreharbeiten. In: Film.tv, 27. September 2018.
  5. Björn Becher: „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“: Der Trailer zur neuen Verfilmung der berühmten Flüchtlingsgeschichte. In: filmstarts.de, 4. Oktober 2019.
  6. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 28. März 2019.