Alsbach-Hähnlein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Alsbach-Hähnlein
Alsbach-Hähnlein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alsbach-Hähnlein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 44′ N, 8° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 92 m ü. NHN
Fläche: 15,78 km²
Einwohner: 9203 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 583 Einwohner je km²
Postleitzahl: 64665
Vorwahl: 06257
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bickenbacher Straße 6
64665 Alsbach-Hähnlein
Webpräsenz: alsbach-haehnlein.de
Bürgermeister: Georg Rausch
Lage der Gemeinde Alsbach-Hähnlein im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Erzhausen Weiterstadt Griesheim Pfungstadt Bickenbach (Bergstraße) Alsbach-Hähnlein Seeheim-Jugenheim Modautal Mühltal Ober-Ramstadt Messel Eppertshausen Münster (bei Dieburg) Dieburg Roßdorf (bei Darmstadt) Fischbachtal Groß-Bieberau Reinheim Groß-Zimmern Otzberg Groß-Umstadt Schaafheim Babenhausen (Hessen) Darmstadt Bayern Odenwaldkreis Kreis Bergstraße Kreis Groß-Gerau Landkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild
Schloss Alsbach und Alsbach-Hähnlein vom Melibokus aus gesehen

Alsbach-Hähnlein ist eine Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg an der Bergstraße.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alsbach-Hähnlein grenzt im Norden an die Gemeinde Bickenbach, im Osten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, im Süden an die Städte Bensheim und Zwingenberg (beide Kreis Bergstraße) sowie im Westen an die Stadt Gernsheim (Kreis Groß-Gerau).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alsbach-Hähnlein besteht aus den Ortsteilen Alsbach (Sitz der Gemeindeverwaltung), Hähnlein und Sandwiese.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Erwähnung fand Alsbach 779 im Lorscher Codex.[2] Funde bezeugen, dass die Gemarkungen Alsbach und Hähnlein bereits in der Jungsteinzeit (2800 bis 1800 v. Chr.) von Menschen bewohnt waren. Im Laufe der Jahrhunderte wird der Ort in historischen Dokumenten mit wechselnden Ortsnamen genannt[2]. Von Altdolfesbach im Jahr 779 über Aldenspach (1307), Altzpach (1357) bis Alßbach im Jahr 1493. Die Verwaltungszugehörigkeit von Alsbach zur Mark Heppenheim ist 795 belegt. Von 1783 bis 1820 gehörte es dann zum Amt Zwingenberg und Jägersburg, von 1820 bis 1821 zum Amt Zwingenberg, von 1821 bis 1832 zum Landratsbezirk Bensheim, von 1832 bis 1848 zum Kreis Bergstraße, vom 1848 bis 1852 während der kurzen Zeit der Regierungsbezirke in der Provinz Starkenburg zum Regierungsbezirk Dieburg, von 1852 mit der Neueinführung von Kreisen zum Kreis Bensheim.[3] 1938 wurde mit einer Gebietsreform in Hessen der Kreis Bensheim aufgelöst und Alsbach kam zum Kreis Darmstadt, seit 1977 gehört es zum Kreis Darmstadt-Dieburg[2].

1240 wurde das Schloss Alsbach von Gottfried I. von Bickenbach erbaut. Vorgänger war wahrscheinlich eine Turmhügelburg bei Hähnlein, der sogenannte Weilerhügel. Seit 1423 ist ein jüdischer Friedhof nachweisbar. Von 1527 bis 1534 lebte Herzog Ulrich von Württemberg in Alsbach im Exil. Am 18. September 1997 wurde auf Empfehlung der Liegenschaftsverwaltung des Landes Hessen (Landesvermögensverwaltung) der Bürgerverein Historischer und kultureller Förderverein Schloss Alsbach e.V. ins Leben gerufen. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, für die Burgruine zu werben, diese instand zu halten, zu pflegen und verschönern und zu restaurieren. Weiter soll der Verein durch kulturelle Veranstaltungen das hessische Kulturgut Schloss Alsbach den Besuchern attraktiv darstellen und zu einem beliebten und sehenswertem Ausflugsziel für die ganze Familie machen. Seit dem Jahr 2000 verwaltet der Verein das Schloss eigenständig.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von 1897 bis 1955, verkehrte eine Dampflok-betriebene Nebenbahn zwischen Bickenbach, Alsbach, Jugenheim und Seeheim. Die Planungen für die Verbindung hatten bereits 1869 begonnen, aber es gab viele Widerstände gegen den Bau. So fürchtete man Lärm, Störung der Feldarbeit und die Abwanderung von Feriengäste. Zu damaligen Zeit war die Bergstraßen ein beliebtes Erholungsgebiet für Gäste aus ganz Europa, vor allem aus den Fürstenhäusern. Die Nebenbahn verband die nördliche Bergstraße mit der wichtigen Main-Neckar-Eisenbahn am Bahnhof Bickenbach. Neben den Feriengästen benutzte auch die einheimische Bevölkerung die „Ziggelsche“ genannte Nebenbahn. Da einige Züge bis nach Darmstadt fuhren und von Reisenden zum Besuch des Darmstädter Staatstheaters genutzt wurden, erhielten diese den Spitznamen „Theaterzug“.[4]

Hähnlein wurde das erste Mal 1333 im Lorscher Codex unter dem Namen Hennechen urkundlich erwähnt.

Der Name hat jedoch nichts mit einem Hahn zu tun. Schreibweisen wie Hainlin (1578) zeigen, dass der Name von Hagen abstammt, also einer Siedlung im Wald.[5] Den Kern der späteren Dorfsiedlung bildete der Hainer Hof, das spätere Rettungshaus und die heutige Bürgermeisterei.

Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1977 durch den Zusammenschluss per Gesetz der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Alsbach und Hähnlein unter dem Namen Alsbach.[6] Am 1. Januar 1978 wurde diese Gemeinde in Alsbach-Hähnlein umbenannt.[7] Ortsbezirke wurden in der Gemeinde nicht gebildet.

Die Einwohnerentwicklung von Alsbach ist wie folgt belegt [2]:

  • 1629: 82 Hausgesessene
  • 1829: 579 Einwohner
  • 1939: 1576 Einwohner
  • 1961: 2906 Einwohner
  • 1970: 3319 Einwohner
Alsbach: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
557
1840
  
598
1846
  
680
1852
  
691
1858
  
686
1864
  
659
1871
  
666
1875
  
669
1885
  
748
1895
  
791
1905
  
996
1910
  
1.075
1925
  
1.197
1939
  
1.576
1946
  
2.205
1950
  
2.237
1956
  
2.454
1961
  
2.906
1967
  
3.238
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortswappen von Alsbach

Neben dem alten Wappen mit der Alsbacher Lilie und dem Hähnleiner Hahn existiert seit 2009 ein neues Logo der Gemeinde. Darauf findet sich erstmals der Ortsteil Sandwiese wieder. Mit der Aufschrift "Gemeinde im Dreiklang" wird eine versöhnliche Botschaft vermittelt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
  • SPD: 7
  • IUHAS : 7
  • CDU: 10
  • FW: 7
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,5 10 29,3 9 29,9 9 22,4 7
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,9 7 25,6 8 29,2 9 33,8 10
FW Freie Wähler Alsbach-Hähnlein 23,0 7 11,4 4 20,9 7 25,5 8
IUHAS Initiative Umweltschutz Hähnlein Alsbach Sandwiese 20,6 7 33,7 10 20,1 6 18,4 6
gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 49,5 50,8 44,6 55,7

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Rausch, aktueller Bürgermeister von Alsbach-Hähnlein

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2007
(1)
Georg Rausch IUHAS 53,9
Jürgen Götz SPD 46,1
Wahlbeteiligung in % 45,4
2007 Georg Rausch IUHAS 21,9
Sebastian Roth FW 4,0
Jürgen Götz SPD 26,0
Sebastian Bubenzer CDU 15,7
Werner Schneider 18,6
Reinhard Meyer 7,4
Karl Gerd Zimmermann 6,4
Wahlbeteiligung in % 58,0
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2007
(1)(2)
Georg Rausch IUHAS 52,2
Jürgen Götz SPD 47,8
Wahlbeteiligung in % 49,8
2007 Georg Rausch IUHAS 19,2
Sebastian Roth FW 4,5
Jürgen Götz SPD 26,1
Sebastian Bubenzer CDU 16,3
Werner Schneider 19,2
Reinhard Meyer 7,8
Karl Gerd Zimmermann 7,0
Wahlbeteiligung in % 58,7
Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2001 Reinhard Wennrich BfW 75,1
Christel Fleischmann IUHAS 24,9
Wahlbeteiligung in % 55,6
1995 Reinhard Wennrich BfW 66,1
Rainer Maurer SPD 16,3
Christian Fleischmann IUHAS 17,6
Wahlbeteiligung in % 70,5

(1) Stichwahl
(2) ungültige Wahl aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Briefwahl

Das Rathaus in Alsbach

Bei der vorletzten Wahl am 1. Juli 2007 gewann Georg Rausch (IUHAS) mit 53,9 % gegen Jürgen Götz (SPD), der 46,1 % erreichte, die Stichwahl. Vorher waren sieben Kandidaten angetreten, davon vier von Parteien nominierte und drei unabhängige Kandidaten. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,4 %.

Bei der letzten Wahl am 24. Februar 2013 gewann Georg Rausch (IUHAS) erneut, diesmal mit genau 60 % der Stimmen. Herausforderer Sebastian Bubenzer erreichte genau 40 % der Stimmen.[11]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alsbach-Hähnlein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Diósd in Ungarn seit 1989 und zu Crinitzberg in Sachsen seit 1991.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bushaltestelle Hähnlein-Alsbach Bahnhof, an der Busse der Linien K50 und 8N halten
Der Alsbach-Hähnleiner Bahnhof auf der Main-Neckar-Eisenbahn

Die Gemeinde Alsbach-Hähnlein verfügt über ein gutes ÖPNV-Netz:

  • Straßenbahnlinie 6: Arheilgen – Darmstadt-Innenstadt – Eberstadt – Seeheim – Jugenheim – Alsbach (Mo-Fr zwischen 6 und 19 Uhr)
  • Straßenbahnlinie 8: Arheilgen – Darmstadt-Innenstadt – Eberstadt – Seeheim – Jugenheim – Alsbach (in der Nebenverkehrszeit und am Wochenende)
  • Buslinie 669: (Bickenbach) – Alsbach – Zwingenberg – Bensheim – Heppenheim
  • Buslinie K51: Bickenbach – Alsbach – Hähnlein
  • Buslinie 8N: Darmstadt – Eberstadt – Malchen – Seeheim – Jugenheim – Bickenbach – Alsbach – Hähnlein (nur im Spätverkehr, Ersatz für Straßenbahnlinie 8)

Vom Bahnhof Hähnlein-Alsbach (liegt bei Sandwiese) fahren die RB-Züge der RMV-Linie 60 nach Darmstadt und Frankfurt sowie Mannheim/Heidelberg.

Bis 1961 verfügte Alsbach über einen Haltepunkt an der heute abgebauten Bahnstrecke Bickenbach–Seeheim.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alsbach-Hähnlein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Alsbach-Hähnlein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Alsbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 21. September 2012, abgerufen am 11. März 2013.
  3. Schlagzeilen aus Bensheim zum 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“. Die Entstehung des Kreises Bergstraße. 2007, S. 109, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014, abgerufen am 9. Februar 2015 (PDF; 9,0 MB).
  4. 175-jährigen Bestehen des „Bergsträßer Anzeigers“ 2007. Zum Theater mit dem „Ziggelsche“. S. 48, abgerufen am 28. Dezember 2014 (pdf 8,61 MB).
  5. Hähnlein, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 21. September 2012, abgerufen am 11. März 2013.
  6. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt vom 26. Juni 1974 In: GVBl.I 1974/22
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 382.
  8. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  11. Morgenweb: Amtsinhaber Rausch bleibt Bürgermeister, abgerufen am 24. Februar 2013
  12. Darmstädter Echo, Mittwoch, 2. September 2015, S. 18
  13. Darmstädter Echo, Freitag, 4. Dezember 2015, S. 20