Alsternordbahn

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Alsternordbahn
Strecke der Alsternordbahn
Streckennummer (DB): 9122
Kursbuchstrecke (DB): 138
Streckenlänge: ehem. 11,938 km
heute 7,783 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: (U-Bahn Norderstedt Mitte – Ochsenzoll)
seitliche Stromschiene 750 V =
Zweigleisigkeit: Ulzburg–Moorbekhalle
Strecke – geradeaus
von Kaltenkirchen AHVV Logo AKN.svg
Kilometer-Wechsel
11,938 Streckenanfang
Bahnhof, Station
11,720 Ulzburg Süd
   
11,014 nach Eidelstedt / von Tanneneck Gbf
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9,525 Meeschensee Bahnsteig Richtung Ulzburg Süd
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9,465 Elfenhagen
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9,405 Meeschensee Bahnsteig Richtung Norderstedt
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K113
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8,288 Haslohfurth
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8,253 Umspannwerk
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7,620 Industriegleis nach Harkshörn (NIB)
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7,124 Quickborner Straße
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7,068 Quickborner Straße
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6,502 Friedrichsgabe (seit 1992)
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6,383 Friedrichsgabe (bis 1992)
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5,723 Oadby-and-Wigston-Straße (seit 2015)
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5,642 Harckesheyde
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5,603 Friedrichsgaber Weg (bis 2015)
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5,170 Moorbekhalle
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4,681 Friedrichsgabe Waldstraße
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4,676 Waldstraße
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4,155 Norderstedt Mitte seit 1996 ab hier U1Hamburg U1.svg
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3,979 Heidberg
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3,936 Harkseichen-Falkenberg (bis 1979)
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3,198 Buchenweg
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2,738 Garstedt Richtweg
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1,976 Marommer Straße
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1,630 Garstedt Birkenweg (bis 1969)
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1,515 Garstedt ab 1969 (oberirdisch bis 1996)
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1,070 Garstedt (bis 1967)
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1,068 Ochsenzoller Straße
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0,735 Hempberg
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0,577 Ohechaussee
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0,472 Landesgrenze Schleswig-HolsteinHamburg
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0,000 Ochsenzoll (bis 1967)
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Langenhorner Chaussee
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Ochsenzoll (ehem. Gbf)
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nach Ohlsdorf

Die Alsternordbahn (ANB) ist eine Nebenbahn. Sie verband ursprünglich die Bahnhöfe Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn und Ulzburg Süd im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein und mehrere dazwischen eingerichtete Haltestellen.

Der nördliche Teil der Strecke zwischen Henstedt-Ulzburg und Norderstedt Mitte wird heute von der AKN Eisenbahn AG (Linie A2) bedient, ist weitgehend zweigleisig und nicht elektrifiziert. Der südliche Abschnitt zwischen Norderstedt Mitte und Ochsenzoll gehört heute zum Streckennetz der Hamburger U-Bahn (Linie U1), ist durchgehend zweigleisig und mit 750 V Gleichstrom über eine Stromschiene elektrifiziert.

Die Bezeichnung Alsternordbahn ist für diese Route umgangssprachlich noch gebräuchlich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alsternordbahn entstammt einer Idee des Bauingenieurs Heinrich Lönnies („Der Löwe von Norderstedt“) zur Umsetzung des Achsenkonzeptes, das der Architekt und Hamburger Oberbaudirektor Fritz Schumacher in den 1920er Jahren vorstellte. Dieses sah für den Raum Langenhorn – Kaltenkirchen eine Entwicklungsachse in Form einer Bahnstrecke vor. Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits die Strecke der Hamburger Hochbahn bis Ochsenzoll, während bis Ulzburg und Henstedt keine Bahnverbindung existierte, da nördlich von Ohlsdorf eine eher schwache Besiedlung vorlag (siehe Geschichte der Langenhorner Bahn).

Eröffnet wurde die Alsternordbahn am 17. Mai 1953. Obwohl sie zunächst als einfache straßenbahnähnliche Verbindung geplant war, ist sie als normalspurige Kleinbahn nach EBO errichtet worden und damit die erste neu erbaute Eisenbahnstrecke in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gleise verlaufen südlich der Haltestelle Ulzburg Süd in die Eisenbahnstrecke Altona-Kaltenkirchen-Neumünster der AKN hinein. In Ochsenzoll bestand keine Verbindung mit dem dortigen, seit stillgelegten und 2008 abgebauten Gleis der Güterumgehungsbahnstrecke der Deutschen Bundesbahn nach Ohlsdorf, ebenso keine unmittelbare Verbindung mit der U-Bahn-Strecke.

Die Betriebsführung hatte von Anfang an die AKN; sie stellte zudem das Personal.

Eingesetzt wurden zunächst (bis 1967) neue Akkumulatortriebwagen von MaK, ab 1956 MAN-Schienenbusse. Von Beginn an waren die Triebwagen mit UKW-Sprechfunk-Anlagen ausgestattet. Damit wurde der Zugfunk – der erste in Deutschland – mit der Zugmeldestelle durchgeführt. Die wenigen Ausweichstellen der damals eingleisigen Strecke waren mit Rückfallweichen ausgestattet, so konnte ein kostengünstiger Zugleitbetrieb mit wenig Personal durchgeführt werden.

Die ANB verkaufte 1977 ihren Fahrzeugbestand, der danach von der AKN gestellt wurde. 1981 übernahm die AKN die ANB komplett. Die im Hamburger Verkehrsverbund als A2 bezeichnete Strecke wurde im Zuge der schrittweisen Verlängerung der U-Bahn-Linie U1 1967 bis Garstedt und 1996 bis Norderstedt Mitte verkürzt. Die Strecke wurde zwischen 1992 und 1996 zweigleisig ausgebaut, wobei das seit 1973 zwischen Ulzburg Süd und Friedrichsgabe parallel liegende Stammgleis der Norderstedter Industriebahn (NIB) einbezogen wurde. Die Strecke endet eingleisig im 1996 eröffneten Bahnhof Norderstedt Mitte, wo am gleichen Bahnsteig das Umsteigen zur U-Bahn möglich ist.

1992 wurde die Infrastruktur der Verkehrsgesellschaft Norderstedt (VGN), einer Tochter der Stadtwerke Norderstedt, übergeben. Die AKN betreibt weiterhin den Verkehr auf der A2-Strecke mit dieselelektrischen Doppeltriebwagen (LHB VTA), wobei vier Triebwagen Eigentum der VGN sind. Der ebenfalls in VGN-Hand befindliche südliche Abschnitt der Alsternordbahn von Norderstedt Mitte bis Garstedt wird nach Tieferlegung und zweigleisigem Ausbau seit 1996 als U-Bahn-Linie U1 von der Hamburger Hochbahn (HHA) betrieben, hier gehören einige DT4-Triebwagen der VGN.

Güterverkehr gab es erst seit dem 20. Oktober 1971, und nur auf dem nördlichen Streckenteil, als der Anschluss der HEW in Betrieb genommen wurde. Seit 1. Januar 2004 wird er von DB Cargo durchgeführt.

Haltestellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Süden nach Norden, aufgegebene Haltestellen in kursiv:

  • Ochsenzoll, eröffnet 1953 westlich der Langenhorner Chaussee (eingleisig, Bahnsteig auf der Südseite) in Höhe des auf der östlichen Straßenseite liegenden damaligen Endbahnhofs der U-Bahn und des Güterbahnhofs, 1967 aufgelassen wegen Bau der U-Bahn nach Garstedt
  • Garstedt, 1953 nördlich der Ochsenzoller Straße eröffnet (eingleisig, Bahnsteig auf Westseite), 1967 aufgelassen, 1969 weiter nördlich über dem gleichnamigen U-Bahnhof neben dem kurze Zeit später hier eröffneten Einkaufszentrum „Herold Center“ als neuer Endpunkt eröffnet (eingleisig mit Hinterstellgleis, Bahnsteig auf der Westseite), 1996 aufgelassen (durch verlängerte U-Bahn ersetzt)
  • Garstedt Birkenweg, eröffnet 1953 nördlich des Birkenweges (eingleisig, Bahnsteig auf Westseite), provisorischer Endpunkt 1967–1969, danach aufgelassen und abgebaut, ungefähr an dieser Stelle befand sich dann das Hinterstellgleis des neuen Endpunkts Garstedt
  • Richtweg (bis 1979: Garstedt Richtweg), eröffnet 1953 südlich des Richtweges (zweigleisig mit Mittelbahnsteig), 1996 aufgelassen und durch U-Bahn-Haltestelle ersetzt
  • Norderstedt Mitte (bis 1979: Harkseichen-Falkenberg), 1953 südlich der Heidbergstraße eröffnet (eingleisig, Bahnsteig auf Ostseite), Anfang/Mitte der 1990er Jahre mehrmals weiter nördlich verlegt (zuletzt eingleisig nördlich der Rathausallee, Bahnsteig auf der Westseite), seit 1996 Endpunkt im offenen Einschnitt (eingleisig zwischen den U-Bahn-Gleisen), mit direktem Übergang am gleichen Bahnsteig zur verlängerten U-Bahn-Linie U1 Richtung Garstedt − Ochsenzoll − Hamburg
  • Waldstraße, (bis 1979: Friedrichsgabe Waldstraße), 1953 eröffnet, Bahnsteig jeweils vor der Straßenkreuzung Waldstraße (zweigleisig), 1992 aufgelassen und abgebaut (Ersatz durch neue Haltestelle Moorbekhalle weiter nördlich)
  • Moorbekhalle (Schulzentrum Nord), eröffnet 1992 (zweigleisig mit Seitenbahnsteigen)
  • Harckesheyde, (bis 1979: Friedrichsgabe-Heidberg), 1953 eröffnet (eingleisig, Bahnsteig auf Westseite), 1992 aufgelassen und abgebaut (Ersatz durch neue Haltestelle Moorbekhalle weiter südlich)
  • Friedrichsgabe (bis 1979: Friedrichsgabe Mitte), eröffnet im Mai 1957 (eingleisig, Bahnsteig auf Ostseite, jetzt zweigleisig mit Seitenbahnsteigen)
  • Quickborner Straße (bis 1979: Friedrichsgabe Dorf), eröffnet 1953 nördlich der Quickborner Straße (zweigleisig mit Mittelbahnsteig)
  • Haslohfurth (bis 1979: Haslohfurt-Kampmoor), eröffnet 1953 als Haslohfurth (eingleisig, Bahnsteig auf Ostseite, jetzt zweigleisig mit Seitenbahnsteigen)
  • Meeschensee (bis 1979: Meeschensee-Alsterquelle), eröffnet 1953 (zweigleisig mit jeweiligem Seitenbahnsteig auf Westseite und Hinterstellgleis auf Südseite, jetzt zweigleisig mit Seitenbahnsteigen)
  • Ulzburg Süd, eröffnet 1953 an der Strecke Eidelstedt − Kaltenkirchen − Neumünster der AKN (heute Linie A1)

Bis auf Ulzburg Süd liegen alle heutigen Haltestellen in der Stadt Norderstedt. Nach Ausbau in den 1990er Jahren ist die Strecke bis auf die Endstücke in den Bahnhöfen Norderstedt Mitte und Ulzburg Süd durchgehend zweigleisig und wird zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt betrieben.

In den 1950er und 1960er Jahren wurden etliche Fahrten über Ulzburg Süd hinaus auf der AKN-Strecke über Ulzburg nach Kaltenkirchen − hier befindet sich die Betriebswerkstatt − weiter geführt. Seit 2000 ist dies wieder der Fall, der Bahnhof Ulzburg heißt jetzt Henstedt-Ulzburg.

Der Nullpunkt der Streckenkilometrierung wurde nicht geändert und befindet sich nach wie vor in Ochsenzoll.

Heutiger Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute wird der Personenverkehr auf der (nördlichen) Alsternordbahn als Linie A2 durch die AKN durchgeführt. Die Züge verkehren täglich generell zwischen 5 und 1 Uhr in einem Grundtakt von 20 Minuten, der nach 23 Uhr und sonntags auf 40 Minuten ausgedünnt wird. In der Hauptverkehrszeit montags bis freitags zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr besteht ein 10-Minuten-Takt. Dabei fahren die Züge alle 20 Minuten über die AKN-Stammstrecke weiter bis Kaltenkirchen.

Serviceeinrichtungen an Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle heutigen Stationen der Linie A2 verfügen über Fahrscheinautomaten sowie Notrufsäulen und sind videoüberwacht. In Norderstedt Mitte und Ulzburg Süd sind elektronische Fahrtzielanzeiger installiert, die übrigen Haltepunkte verfügen lediglich über Lautsprecher zur aktuellen Fahrgastinformation. An allen Stationen ist seit Mai 2015 kostenloses freies WLAN verfügbar.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Kielmann: Die Alsternordbahn – Idee und Wirklichkeit. VVM, Hamburg 1980, ISBN 3-923999-07-0
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 1: Schleswig-Holstein/Hamburg. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9
  • Emil Ehrhorn: 25 Jahre Alster Nordbahn, Hamburger Hefte zur Eisenbahngeschichte; Folge 2 (1977), Hamburger Museumsverein, Abt. Eisenbahn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]