Altamira (Pará)

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Altamira
Koordinaten: 3° 13′ S, 52° 13′ W
Karte: Pará
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Altamira
Lage der Stadt Altamira im Bundesstaat Pará
Basisdaten
Staat BrasilienBrasilien Brasilien
Bundesstaat ParáPará Pará
Stadtgründung 6. November 1911
Einwohner 113.195 (Schätzung 2018[1])
Stadtinsignien
Brasão de Altamira.jpg
Bandeira de Altamira.jpg
Detaildaten
Fläche 159.533,255
Bevölkerungsdichte 0.71 Ew./km2
Höhe 109 m
Stadtgliederung 2 Distrikte (Princesa do Xingu, Castelo de Sonhos)
Gewässer Rio Xingu
Postleitzahl 68370–68379
Vorwahl (+55) 93
Zeitzone UTC−3
Stadtvorsitz Domingos Juvenil (2013–2016)
Stadtpatron Jakobus der Ältere
Website altamira.pa.gov.br
Blick über den Horizont von Altamira mit dem Rio Xingú im Hintergrund
Blick über den Horizont von Altamira mit dem Rio Xingú im Hintergrund

Altamira, amtlich Município de Altamira, ist eine Gemeinde im brasilianischen Bundesstaat Pará, 754 km südlich der Hauptstadt Belém, in der Região Norte Brasiliens. Der Kernort, die Stadt Altamira, entwickelte sich aus einer Missionsstation, die Mitte des 18. Jahrhunderts am Rande von Igarapé das Panelas von dem Jesuitenpriester Roque de Hundefund gegründet wurde, nachdem er als erster Europäer den Rio Xingu erkundete.

Altamira hatte laut Volkszählung 2010 99.075 Einwohner, die Altamirenser genannt werden. Zum 1. Juli 2018 wurden 113.195 Einwohner[1]geschätzt, bei einer Bevölkerungsdichte von etwa 0,71 Einwohner pro km². Mit 159.533,255 km² (zum Vergleich: Deutschland hat 357.168 km²) ist Altamira die flächenmäßig größte Gemeinde in Brasilien, die drittgrößte Gemeinde der Welt und knapp viermal so groß wie die Schweiz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage der Gemeinde Altamira im Bundesstaat Pará

Der Kernort der Gemeinde Altamira liegt an der Transamazônica BR-230 am Westufer des Rio Xingú im äußersten Nordosten des Gemeindeterritoriums. Rund 40 km von diesem stromabwärts entfernt befindet sich das Belo Monte-Wasserkraftwerk, das seit Anfang Mai 2016 teilweise in Betrieb ist. Belo-Monte (Schöner Berg) wird in der Endausbaustufe eine Fläche von 400 km² überfluten. Dazu werden 235 Hektar Urwald gerodet, ein Gebiet so groß wie der Bodensee überschwemmt, und 20.000 indigene Menschen umgesiedelt.[2] Das Projekt im Norden des Amazonasgebiets soll bis 2019 ganz fertiggestellt werden und dann eine Leistung von 11.233 Megawatt haben. Bis zu 60 Millionen Menschen sollen so mit Energie versorgt werden.[3]

Die Gemeinde Altamira belegt 12,8 % des Territoriums des Bundesstaates von Pará, 1,8 % des brasilianischen Territoriums und 0,8 % des Gebietes von Südamerika. Ihre Fläche ist größer als die einiger kleinerer Industrieländer wie Österreich, Niederlande, Südkorea oder Israel. Sie gliedert sich in den Bezirk Altamira und die Stadt mit dem Sitz der lokalen Regierung. Altamira ist Sitz der Territorialprälatur Xingu.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Altamiras lebt hauptsächlich im Kernort, sowie in neun weiteren meist ländlichen Territorien, die meistens vom Amazonas-Regenwald bedeckt sind. Es ist die Heimat von Hunderten von indigenen Gemeinschaften sowie großflächiger Naturschutzgebiete. Die bewohnten Bereiche sind teilweise zwischen zehn bis hundert Kilometern voneinander entfernt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altamira ist potenziell touristisch interessant vor allem im Ökotourismus wegen des riesigen Amazonas-Regenwaldes innerhalb seiner Grenzen. Es gibt eine Reihe von Indianerreservaten. Die Möglichkeiten für die Nutzung des Tourismus werden gegenwärtig noch untersucht.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Brazilian Institute of Geography and Statistics. 2018. Abgerufen am 6. März 2019: „2018 Estimates of Population“
  2. Drama am Rio Xingu. naturwelt.org. Abruf am 25. Juli 2016
  3. Brasilien nimmt umstrittenes Megakraftwerk in Betrieb. spiegel.de. Abruf am 24. Juli 2016
  4. Webseite Bischof Kräutler. bischof-kraeutler.at. Abruf am 25. Juli 2016