Altbischof

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Altbischof ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen emeritierten Bischof (lat. episcopus emeritus), der sein Amt nicht mehr ausübt.

Römisch-katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der römisch-katholischen Kirche wird ein Diözesanbischof nach seinem Ausscheiden aus dem Amt Altbischof genannt. Er führt weiterhin den Titel und Weihegrad und genießt die persönlichen Rechte eines Bischofs, hat aber keine Amtsbefugnisse mehr. So kann ein Altbischof zum Beispiel das Weihesakrament gültig spenden, darf dies jedoch nur mit Erlaubnis oder auf Anweisung des zuständigen Diözesanbischofs tun.

Der erste Bischof, der offiziell als Altbischof bezeichnet wurde, war der damalige Passauer Oberhirte Simon Konrad Landersdorfer nach seinem altersbedingten Rücktritt 1968.

Im römisch-katholischen Kirchenrecht (CIC 1983, can. 401) ist die Emeritierung wie folgt geregelt:

§ 1: Ein Diözesanbischof, der das fünfundsiebzigste Lebensjahr vollendet hat, wird gebeten, seinen Amtsverzicht dem Papst anzubieten, der nach Abwägung aller Umstände entscheiden wird.
§ 2: Ein Diözesanbischof, der wegen seiner angegriffenen Gesundheit oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr in der Lage ist, seine Amtsgeschäfte wahrzunehmen, wird nachdrücklich gebeten, den Amtsverzicht anzubieten.

Ein solcher Amtsverzicht wird allerdings nicht zwangsläufig vom Papst angenommen.[1] Der in §2 erwähnte „andere schwerwiegende Grund“ lag beispielsweise beim Rücktritt von Walter Mixa als Folge von Misshandlungs- und Veruntreuungsvorwürfen vor.[2]

Altkatholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der altkatholischen Kirche gelten je nach Nationalkirche eigene Regelungen. Zumeist tritt ein altkatholischer Bischof mit Erreichen des 70. Lebensjahres in den Ruhestand. Er wird ebenfalls Altbischof genannt und hat innerhalb der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen die gleichen Rechte wie ein römisch-katholischer Altbischof in der römischen Kirche. Bevor der Rücktritt aus Altersgründen in den 1980er Jahren eingeführt wurde, wurde einem betagten Bischof ein Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge zur Seite gestellt (so wurde z. B. noch Sigisbert Kraft formell zum Koadjutor gewählt).

Orthodoxe Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der orthodoxen Kirche ist der Rücktritt vom Bischofsamt aus Altersgründen unüblich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Altbischof – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hirtenduell in Himmelspforten Spiegel Online
  2. Rücktrittsgesuch angenommen: Vatikan entfernt Mixa aus Bischofsamt. Spiegel-online. 8. Mai 2010. Abgerufen am 23. September 2013.