Alte Hafenstraße

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Alte Hafenstraße
Wappen
Straße in Bremen
Alte Hafenstraße
Basisdaten
Stadt Bremen
Stadtteil Vegesack
Angelegt im 17. Jahrhundert
Querstraßen Am Vegesacker Hafen, Rohrstr., Zur Vegesacker Fähre, Sagerstr., Wilmannsberg, Bürgermeister-Wittgenstein-Str.
Nutzung
Nutzergruppen Autos, Fahrräder und Fußgänger
Straßengestaltung zwei- bis vierspurige Straße
Technische Daten
Straßenlänge 300 Meter
Vegesack 1860; mittig die Havenstraße

Die Alte Hafenstraße ist eine historische Straße in Nord-Süd-Richtung in Bremer im Stadtteil Vegesack im Quartier Unteres Vegesack bzw. Fährquartier. Sie führt von der Bürgermeister-Wittgenstein-Straße/Wilmannsberg bergab zum Utkiek an der Weser und zum Vegesacker Hafen. Die Havenstraße – wohl die älteste Straße von Vegesack – wurde später Alte Hafenstraße genannt, in Gedenken an den ersten künstlichen Hafen in Deutschland. In der Straße stehen bemerkenswerte und viele denkmalgeschützte Bauwerke.

Die Querstraßen wurden u.a. benannt als Am Vegesacker Hafen, der seit 1623 besteht, Rohrstraße nach dem Druckereibesitzer Johann Friedrich Rohr (1816–1878), Zur Vegesacker Fähre, die über die Weser nach Lemwerder führt, Sagerstraße nach den Schiffsbauern Jürgen Sager (1777–1854) und Peter Sager (1809–1869), Wilmannsberg nach dem Bibliothekar und Philologen August Wilmanns (1833–1917) und Bürgermeister-Wittgenstein-Straße nach dem Juristen und Bürgermeister Werner Wittgenstein (1882–1965)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1618 bis 1623 wurde der zu Bremen gehörende Vegesacker Hafen als erster künstlicher deutscher Hafen an der Einmündung der Schönebecker Aue zur Weser angelegt. Um den Hafen entwickelte sich vor allem nach Westen das Dorf Vegesack, das 1741, jedoch ohne den Hafen, an das Kurfürstentum Hannover kam, 1803 wieder bremisch und 1852 zur Stadt wurde. Nach 1773 wurde von der Kur-Hannover ein Plan zu Besiedelung der Heideflächen zwischen Fähr und dem Hafen Vegesack entwickelt und langsam, ab 1775, als Neu-Vegesack realisiert, dabei wurde auch die Havenstraße/Alte Hafenstraße ausgebaut.

Spätere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg verfielen viele ältere Häuser zunehmend. Die Verkehrsverhältnisse in und um Vegesack waren desolat. Es gab keine entlastende Umgehungsstraße und der Verkehr zum Fähranleger über die Weser war ungeordnet. Der Verkehr zum Fähranleger und nach Blumenthal führte teilweise noch durch die Alte Hafenstraße und durch die Sagerstraße. Eine Verlegung des Fähranlegers zum Fährgrund wurde diskutiert. Der „Fährdurchbruch“ im ältesten Vegesacker Kern musste gelöst werden. Häuser wurden dafür abgerissen und „ein Trümmerfeld von abgerissenen Häusern“ entstand.[1]

Bei der Sturmflut 1962 wurde das Gebiet an der Alten Hafenstraße vollständig überflutet. Bei allen Baumaßnahmen erfolgten danach wirkungsvolle Schutzmaßnahmen.

1973/75 wurde schließlich der Kern von Vegesack zum Sanierungsgebiet erklärt und diverse Sanierungskonzepte entstanden. Die Bremische Gesellschaft wurde als Sanierungsträger beauftragt, und die Nordbremische Gesellschaft für Wohnungsbau – zeitweise Bauträger – sowie die Bürgerinitiative Vegesack begleitete die Entwicklung. Im November 1975 wurde ein städtebaulicher Plan über die Sanierung beschlossen. 1978 konnte der Verkehr über die neue Straße zur Fähre fließen und die Alte Hafenstraße damit entlasten.

1977 ging der Bauträger Nordbremische in Konkurs und die Sanierungen verzögerten sich. Einen städtebaulichen Wettbewerb für das Fährquartier gewann 1978 der Architekt Gert Schulze. Im Quartier wurde danach viele Häuser saniert und die erhebliche Baulücken mit drei bis fünfgeschossigen Neubauten geschlossen, oft mit Rotsteinfassaden. Häufiger Bauherr war die Bremische Gesellschaft.

Gebäude und Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Nr. 21
Nr. 28
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Nr. 29: Loretta
Nr. 35A
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Nr. 30: Altes Packhaus
Nr. 33: Rattenburg
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Nr. 34
Nr. 35: Havenhaus
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Nr. 36
Nr. 37
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Nr. 38
Nr. 44: Thiele-Speicher
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Nr. 43
Nr. 46/47
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Nr. 48–50
Fährhaus

An der Straße befinden sich überwiegend ein- bis dreigeschossige und wenige vier- bis fünfgeschossige Gebäude, die zumeist Wohn- und Geschäftshäuser sind. Viele ältere Häuser aus dem 19. Jahrhundert wurden im klassizistischen Stil gebaut.

Gebäude unter Denkmalschutz [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Vegesack

Folgende Gebäude stehen unter Bremer Denkmalschutz:

  • Als Ensemble die Häuser Nr. 21, 28, 29, 30, 33, 34, 35, 35A, 36, 37, 38, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49 und 50 sowie als Einzeldenkmale
  • Nr. 21: Wohn- und Geschäftshaus, Gaststätte um 1890
  • Nr. 28: Wohn- und Geschäftshaus von 1908
  • Nr. 29: Loretta am Hafen; 3-gesch. Kontor-, Wohn- und Lagerhaus sowie Gaststätte von 1831 im Stil des Spätklassizismus und der Neorenaissance, umgebaut 1983 nach Plänen von Goldapp und Klumpp
  • Nr. 30: Kito-Haus bzw. Altes Packhaus; 3-gesch. Wohn- und Veranstaltungshaus von vor 1740 bzw. um 1753; Mitte der 1920er Jahre residierte dort die Firma Kistentod (Kito), seit 1990 ist hier das Overbeck-Museum und das Veranstaltungszentrum KITO.
  • Nr. 33: Rattenburg; Wohn-, Geschäfts- und Packhaus, Gaststätte von vor 1847 bzw. um 1860
  • Nr. 34: Wohnhaus von um 1800
  • Nr. 35/Am Vegesacker Hafen 12: 2-gesch. Havenhaus von 1648; erst Amtshaus, dann Post, Gasthaus und Hotel sowie später Restaurant, 1868 wurde das Hafenamt vom Havenhaus getrennt.
  • Nr. 35A: Wohnhaus von um 1870
  • Nr. 36/Ecke Rohrstraße: 4-gesch. geputztes Wohnhaus von um 1890
  • Nr. 37/Ecke Rohrstraße: Wohnhaus von um 1800
  • Nr. 38: Segelmacherei Hinrich Meyerdierks von um 1840, heute Wohn- und Geschäftshaus
  • Nr. 43: Wohnhaus von um 1890
  • Nr. 44, 45: Thiele-Speicher als 3-gesch. Pack- und Lagerhaus von um 1800, genutzt vom Vegesacker Kulturverein
  • Nr. 46, 47: Wohn- und Geschäftshaus von um 1800
  • Nr. 48, 49, 50: Wohnhaus, Schlosserei von um 1820
  • Nr. ? /Am Vegesacker Hafen 14: Restaurant zum Fährhaus von um 1800
  • Am Vegesacker Hafen 10 steht die Gaststätte Grauer Esel von 1777, dessen Stall einer der ältesten erhaltene Gebäude in Vegesack ist. Am Ende des 19. Jahrhunderts zog die Post aus dem Havenhaus. Der Pächter ließ den Stall umbauen und verpachtete ihn als Hafenschänke. Den Namen Grauer Esel erhielt die Gaststätte erst 1910.

Weitere erwähnenswert Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ecke Zur Vegesacker Fähre:
    • Nr. 20: 3-gesch. Wohnhaus mit Rotsteinfassade von um 1980 nach Plänen von Werner Glade
    • Nr. 53: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit Putzfassade von um 1980 nach Plänen von Eberhard Haering
    • Nr. 17/18: 3-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit Putzfassade von nach 1975 nach Plänen von Gert Schulze
  • Nr. 22/26: 2-gesch. Wohn- und Bürohäuser von um 1980 nach Plänen von Werner Pahlke
  • Nr. 39/41: 3-gesch. Wohnhaus und Gaststätte mit Rotsteinfassade von um 1980 nach Plänen von Willi Stadtlander
  • Ecke zur Sagersraße:
    • Nr 58: 4-gesch. Wohn- und Geschäftshaus mit Putzfassade von nach 1980 nach Plänen von ?

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Walkiefer, Havenhaus
Grauer Esel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wendelin Seebacher u. a.: Vegesack. Hg.: Bremische Gesellschaft, NWD-Verlag, Bremerhaven 1990.
  • Eberhard Syring: Bremen und seine Bauten - 1950 – 1979. Schünemann Verlag, Bremen 2014, ISBN 978-3-944552-30-9.
  • Rudolf Stein: Klassizismus und Romantik in der Baukunst Bremens Bd. II, Hauschild, Bremen 1965.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wendelin Seebacher (Konzept, Gestaltung): Vegesack, S. 55. Hg.: Bremische Gesellschaft, Norddeutsche Verlagsgesellschaft, Bremen 1990.

Koordinaten: 53° 10′ 10,8″ N, 8° 37′ 31,2″ O