Alte Landesschule Korbach

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Alte Landesschule Korbach
Korbach-AlteLandesschule-Neu-14-08-10-DSCF3524.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1579
Ort Korbach
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 16′ 27,6″ N, 8° 53′ 25,8″ OKoordinaten: 51° 16′ 27,6″ N, 8° 53′ 25,8″ O
Träger Landkreis Waldeck-Frankenberg
Schüler 1.056(Stand: Schuljahresbeginn 2015/2016)
Lehrkräfte 85
Leitung Robert Gassner
Website www.alte-landesschule.de

Die Alte Landesschule Korbach (kurz: ALS) ist das einzige allgemeinbildende Gymnasium in Korbach. Es kann ohne Unterbrechung auf eine mehr als 430-jährige Geschichte zurückblicken und gehört damit zu den ältesten Schulen Hessens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung als humanistische Gelehrtenschule erfolgte durch die Waldecker Grafen am 7. Mai 1579 in den Gebäuden des ehemaligen Franziskaner-Observanten-Klosters (1487–1566). Besonders in ihrer Frühzeit gelang es der Schule, bekannte Gelehrte als Lehrer zu gewinnen. Dazu muss man sich allerdings klarmachen, dass den Gymnasien damals eine weitaus bedeutendere Stellung zukam als heute. Zwischen den Gymnasien der Frühen Neuzeit und den Universitäten bestand meist eine sehr enge Beziehung. Das Gymnasium in Korbach stand vor allem mit der Philipps-Universität Marburg in engem Austausch. Der erste Leiter des Korbacher Gymnasiums war Lazarus Schoner (1543–1607). Er war zuvor Pädagogiarch und Professor der Philosophie in Marburg gewesen. 1580 erfolgte die Berufung des Rudolf Goclenius des Älteren. Diese scheiterte jedoch am Einspruch des Landgrafen von Hessen Wilhelm IV., in dessen Dienst Goclenius stand. 1581 erfolgte die Berufung von Wilhelm Adolf Scribonius als Lehrer für Logik und Leiter der dritten Klasse. Er wurde vor allem als Hexentheoretiker durch seine Verteidigung des Hexenbades bekannt.

Das ehemals humanistische Landesgymnasium wurde im April 1936 auf Erlass des Reichserziehungsministers Bernhard Rust in eine Deutsche Oberschule umgewandelt und erhielt seinen heutigen Namen.[1]

Nach dem Einmarsch der Amerikaner gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Schule vorübergehend geschlossen und am 1. Dezember 1945 als Realgymnasium wieder eröffnet.

Aus der 1952 gegründeten Schulpartnerschaft mit dem Lycée Littré in Avranches (Normandie) entstand 1963 eine Städtepartnerschaft der beiden Städte.

Aufgrund des starken Anstiegs der Schülerzahl zog das Gymnasium in den 1970er Jahren aus dem Altbau in der Klosterstraße in den Neubau an der Solinger Straße, wo es sich bis heute befindet.

Zum Schuljahresbeginn 2015/2016 besuchten 1056 Schüler die Alte Landesschule, davon 478 Jungen und 578 Mädchen in 45 Klassen. Im Juni 2016 bestanden 104 Schüler ihr Abitur, davon 47 männliche und 57 weibliche.

Historische Übersicht der Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehem. Alte Landesschule
ehem. Alte Landesschule (Kloster)
  • Lazarus Schoner (1579–1586)
  • Wilhelm Adolf Scribonius (1581–1600) Lehrer
  • Rainer Lange (1589–1592)
  • Heinrich Crantz (1603–1608)
  • Stefan Ritter (1616–1635)
  • Heinrich Sölzer (1637–1650)
Inschrift von 1665 des H. Sölzer-Hauses in Korbach, Kirchstr. 22
  • Wilhelm Scipio (1650–1658)
  • Christian Nifanius (1658–1664)
  • Konrad Samuel Schurzfleisch (1665–1667)
  • Jakob Reichard (1667–1670)
  • Johann Christoph Frank (1670–1681)
  • Martinus Michaelis (1681–1684)
  • Johann Franz Scipio (1686–1695)
  • Johann Christian Stiegehauss (1707–1714)
  • Friedrich Wilhelm Vogel (1716–1746)
  • Jeremias Nicolai (1746–1758)
  • Christian Heinrich Engelhard (1758–1768)
  • Friedrich Samuel Winterberg (1768–1775)
  • Christian Wilhelm Kreusler (1775–1786)
  • Friedrich Samuel Winterberg (1788–1799)
  • Johann Christian Friedrich Strube (1799–1836)
  • Carl Friedrich Weigel (1837–1854)
  • Louis Friedrich Christian Curtze (1854–1861)
  • Dr. Gideon Vogt (1862–1866)
  • Carl Diemer (1867–1875)
  • Dr. Hermann Genthe (1875–1878)
  • Dr. Theodor Hartwig (1878–1885)
  • August Wiskemann (1885–1912)
  • Wilhelm Armbröster (1912–1926)
  • Heinrich Dieterich (1926–1945)
  • Ludwig Wagner, kommissarisch (1945–1946)
  • Alfred Ehrentreich (1946–1962)
  • Erwin Hartmann (1962–1974)
  • Dr. Theo Mock (1975–1995)
  • Karl-Heinz Keudel (1995–2003)
  • Robert Gassner (seit 2003)

Bekannte ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meddig, Wolfgang: Korbach, Die Geschichte einer deutschen Stadt, 3. Auflage, Korbach 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]