Alte Leine

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Alte Leine

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

NSG Alte Leine 09.JPG
Lage Südlich von Hannover, Region Hannover, Niedersachsen
Fläche 317 ha
Kennung NSG HA 191
WDPA-ID 318093
Geographische Lage 52° 18′ N, 9° 47′ OKoordinaten: 52° 18′ 8″ N, 9° 46′ 46″ O
Alte Leine (Niedersachsen)
Alte Leine
Meereshöhe von 55,6 bis 58,3
Einrichtungsdatum 10. Juni 1999
Verwaltung NLWKN
f2

Die Alte Leine ist ein Naturschutzgebiet in den niedersächsischen Städten Laatzen, Hemmingen und Pattensen in der Region Hannover. Es ist eingebettet in das Landschaftsschutzgebiet Obere Leine.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 191 ist 317 Hektar groß. Seit 2004 ist es Bestandteil des FFH-Gebietes „Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“.[1] Das Gebiet ist fast vollständig vom Landschaftsschutzgebiet „Obere Leine“ umgeben, durch das es auch mit dem etwas südlich liegenden Naturschutzgebiet „Leineaue zwischen Ruthe und Koldingen“ vernetzt ist. Das Gebiet steht seit dem 10. Juni 1999 unter Naturschutz. Das zum 15. November 1979 ausgewiesene, ehemalige Naturschutzgebiet „Laatzener Teiche“ ist im Naturschutzgebiet „Alte Leine“ aufgegangen. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist die Region Hannover.

Das Naturschutzgebiet liegt südlich von Hannover zwischen Laatzen, Hemmingen und Pattensen und stellt die Alte Leine, den Fuchsbach östlich von Pattensen und den Koldinger Mühlengraben nördlich von Koldingen mit ihren Uferbereichen sowie nördlich des Zusammenflusses von Fuchsbach und Koldinger Mühlengraben einen Teil des die Alte Leine begleitenden Auenbereich sowie mehrere Stillgewässer in der Leine­niederung unter Schutz.

Die Alte Leine ist ein ehemaliger Nebenarm der Leine. Heute entsteht die Alte Leine durch den Zusammenfluss von Fuchsbach und Koldinger Mühlengraben. Bei Hochwasser der Leine kommt ihr noch die Funktion eines Flutarms der Leine zu. Die Alte Leine mäandriert auf einer Länge von rund 12 km naturnah durch die Niederung mit Abbruchkanten, Prall- und Gleithängen. Das Flussbett ist überwiegend sandig und kiesig, an ruhigen Stellen hat sich Lehm und Schlamm abgelagert. Die Fließgewässerabschnitte werden streckenweise von Auwald­resten und Hochstaudenfluren begleitet. Die Auenbereiche werden häufig überflutet und weisen zahlreiche Flutmulden auf. Diese werden von ausgeprägter Feuchtvegetation wie Röhricht und Flutrasen geprägt.

Die Stillgewässer, bei denen es sich teilweise um verlandende Altarm­reste, teilweise um flache, durch Ton­abbau und tiefere, durch Kiesabbau entstandene Gewässer handelt, weisen zum Teil gut ausgeprägte Wasser- und Ufervegetation auf. Nördlich und westlich des Naturschutzgebietes befinden sich zahlreiche weitere durch Bodenabbau entstandene Stillgewässer.

Große Teile der Niederung werden landwirtschaftlich, überwiegend als Grünland genutzt. Daneben sind Feuchtgrünland und Sümpfe zu finden. Vereinzelt werden Flächen als Acker genutzt. Im Süden ist das westlich von Rethen (Leine) liegende, rund 21 Hektar große Koldinger Holz, der Rest eines ehemaligen Hartholzauenwaldes, Teil des Naturschutzgebietes. Die Alte Leine fließt am westlichen Rand des Koldinger Holzes entlang und prägt den Auwald mit regelmäßigen Überflutungen. Im Osten des Koldinger Holzes steht eine rund 350 Jahre alte Stieleiche. Sie ist rund 30 Meter hoch, ihr Stammumfang beträgt 5,5 Meter. Die Eiche wurde 1955 als Naturdenkmal ausgewiesen.[2]

Im Naturschutzgebiet sind hauptsächlich entlang der Alten Leine rund 400 Kopfweiden zu finden, die früher geschneitelt wurden.[3] Da die Zweige der Weiden heute nicht mehr genutzt werden, werden sie im Rahmen von Pflegemaßnahmen zurückgeschnitten, um die Bäume als Lebensraum zu erhalten.

Graureiher und Weißstorch im Naturschutzgebiet „Alte Leine“

Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum für zahlreiche Vogelarten – über 250 wurden nachgewiesen, 90 kommen regelmäßig als Brutvögel vor[1][4] – aber auch viele Insekten, Amphibien und Fledermäuse sowie Pflanzen. Seit 2005 gibt es Nachweise über in der Leineaue lebende Biber.[5]

Das Schutzgebiet dient neben dem Naturschutz auch der Naherholung. Um die Störungen durch Besucher zu minimieren, gibt es ein Konzept zur Besucherlenkung.[6] An mehreren Stellen befinden sich Informationstafeln. Am Hermann-Bettels-See (Steinfeldsee) und am Wehrkamp befinden sich Aussichtstürme, die einen Blick in das Naturschutzgebiet ermöglichen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der das Gebiet betreut,[1] betreibt am Rand des Naturschutzgebietes das Naturschutzzentrum Alte Feuerwache, das sich im Laatzener Ortsteil Grasdorf befindet. Das Naturschutzzentrum dient als Informations- und Anlaufstelle für Besucher des Naturschutzgebietes mit Dauerausstellungen über den Naturraum Südliche Leineaue. Das Naturschutzzentrum dient gleichzeitig der Umweltbildung.[7] Am Naturschutzzentrum befindet sich eine etwa 850 m² große Außenanlage.[8] Das Naturschutzzentrum wurde am 1. Mai 2004 eröffnet.[7]

Zwischen 1988 und Ende 2002 betrieb der Naturschutzbund Deutschland bereits das Naturschutz-Informationszentrum Laatzener Teiche, das sich in der Maria-Troll-Hütte am Rand des früheren Naturschutzgebietes „Laatzener Teiche“ befand.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Leine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Naturschutzgebiet „Alte Leine“, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  2. Das Koldinger Holz, Region Hannover. Abgerufen am 13. April 2016.
  3. Kopfweiden, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  4. Das Naturschutzgebiet „Alte Leine“ bei Laatzen@1@2Vorlage:Toter Link/www.nabu-hannover.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., NABU-Gruppe Hannover. Abgerufen am 6. März 2012.
  5. Dammbau in der Alten Leine, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  6. Besucherlenkung in der südlichen Leineaue, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  7. a b Naturschutzzentrum Alte Feuerwache, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  8. Naturschutzzentrum Alte Feuerwache - Außenanlage, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.
  9. Wir über uns, NABU-Gruppe Laatzen. Abgerufen am 6. März 2012.