Altenberg (Bern)

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Wappen von Altenberg
Wappen von Bern
Altenberg
Quartier von Bern
Karte von Altenberg
Koordinaten 601253 / 200880Koordinaten: 46° 57′ 32″ N, 7° 27′ 18″ O; CH1903: 601253 / 200880
Fläche 0,39 km²
Einwohner 1394 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 3574 Einwohner/km²
BFS-Nr. 351024
Postleitzahl 3013
Stadtteil Breitenrain-Lorraine
Stürlerhaus Südseite
Plakette Diakonissenhaus Bern 1844, Altenbergstrasse 60
Forum Altenberg an der Altenbergstrasse 40

Der Altenberg (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist ein Quartier der Stadt Bern und gehört zum Stadtkreis V Breitenrain-Lorraine. Es liegt am nördlichen Aarehang zwischen Aargauerstalden und Lorrainebrücke. Der Quartierverein hat sich den Doppelnamen Altenberg-Rabbental-Leist gegeben.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flurname Altenberg ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt und wird auf das lateinische altus mons (hoher Berg) zurückgeführt.[2]

Um 1840 entstand der Begriff Altenbergdrittel als Bezeichnung für einen Teil des Stadt-Aussenbezirks Untenaus. Das Altenbergdrittel umfasste auch das Gebiet der Lorraine. Dieses wurde in den 1860er Jahren abgetrennt. Seither reicht das Altenbergquartier nordwestlich noch bis zum heutigen Botanischen Garten.[3]

Die frühsten Gebäude im Altenberg dürften ein mittelalterliches Siechenhaus und das kleine Kloster Marienthal gewesen sein. Im 16. und vor allem im 17. Jahrhundert setzte die bauliche Entwicklung ein, nachdem das Krankenhaus aus dem Gebiet entfernt worden war. Wirtschaftlich dominierte im Altenberg die Landwirtschaft, insbesondere der Rebbau, bis im 17. Jahrhundert aus den Rebhäusern und Trotten zum Teil stattliche Landhäuser wurden. Das auffälligste unter ihnen ist das im Jahr 1659 errichtete Stürlerhaus (Altenbergstrasse 60), das heute als Stürlerspital bekannt ist, da es dem Diakonissenhaus Bern von 1903 bis 1918 als Spital für Nervenkranke diente. [4] Eine Plakette an der Hausmauer erinnert an das Jahr 1844, als Sophie von Wurstemberger, die Gründerin des Diakonissenhauses Bern, die Arbeit im Krankenasyl an der Aarbergergasse 36 zusammen mit einer Magd aufnahm. Die Darstellung nimmt Bezug auf die biblische Legende „Das Öl der Witwe“ (2 Kön 4, 1-7).[5] Wichtig für die siedlungsgeschichtliche Entwicklung des Altenbergquartiers war die Errichtung der Brücken und Stege, welche anstelle älterer Fährverbindungen das Quartier mit der Berner Altstadt verbinden: die Untertorbrücke, der Altenbergsteg, die Kornhausbrücke, die Lorrainebrücke sowie von 1858 bis 1941 die einstige Eisenbahnbrücke.

Quartierleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem heutigen Altenberg fehlt ein Quartierzentrum; vielmehr erstrecken sich die Siedlungen entlang dem ganzen rechten Aareufer sowie dem darüber liegenden, steilen Hang. Den oberen Abschluss bilden stattliche Bauten an der Hangkante. Die markanten Eckbauten sind die Schönburg im Osten sowie der Kursaal im Westen.

Nachdem der Altenberg lange landwirtschaftlich genutzt worden war, dominiert heute der Dienstleistungssektor. Bedeutend sind namentlich die Klinik Beau-Site und das Salem-Spital der Privatklinikgruppe Hirslanden, mehrere Alters- und Pflegeheime sowie der Kursaal mit Spielcasino. Die Schönburg war 1970 als Sitz der damaligen Generaldirektion PTT erbaut worden; seit der Verselbständigung von Swisscom und Schweizerischer Post 1998 diente sie letzterer als Hauptsitz. Dieser wurde im Frühling 2015 ins Wankdorfquartier verlegt.[6] Entgegen ersten Plänen der neuen Eigentümerin soll die Schönburg nicht in ein Hotel umgewandelt werden.[7]

Mit der Schule für Gestaltung Bern und Biel hat eine der Berner Berufsfachschulen ihren Hauptsitz im Altenberg, genauer an der Schänzlihalde. Volksschulen und Kindergärten gibt es keine im Quartier, jedoch eine Kindertagesstätte für Kleinkinder. Bis Ende November 2014 war das Forum Altenberg im Gebäude der ehemaligen Auto-Reparaturwerkstätten L. Hafen ein beliebter Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Derendinger: Bauinventar Altenberg-Rabbental 1994. Bern: Denkmalpflege der Stadt Bern 1998.
  • Hugo Haas: Altenberg und Rabbental in Bern. Bern: Haupt 1947 (Sonderdruck aus: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 1947, Heft 3).
  • INSA Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850–1921, Band 2: Basel, Bellinzona, Bern. Zürich: Orell Füssli 1986, ISBN 3-280-01716-5, Seiten 426-429.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altenberg (Bern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Altenberg-Rabbental-Leist: Website. Abgerufen am 27. April 2014.
  2. Berchtold Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern. In: DigiBern. Universität Bern, abgerufen am 26. April 2014.
  3. Gottfried Derendinger: Bauinventar Altenberg-Rabbental 1994. Bern: Denkmalpflege der Stadt Bern, 1998.
  4. Denkmalpflege der Stadt Bern: Begleitete Restaurierungen. Abgerufen am 26. April 2014.
  5. Stiftung Diaconis: Geschichte der Stiftung. Abgerufen am 27. April 2014.
  6. Die Schweizerische Post: EspacePost. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  7. Hans Galli: Post Schönburg wird doch kein Luxushotel. Abgerufen am 26. Mai 2016.
  8. klb: Forum Altenberg schliesst die Türen. Abgerufen am 26. Mai 2016.