Altenburschla

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Altenburschla
Stadt Wanfried
Koordinaten: 51° 9′ 1″ N, 10° 10′ 40″ O
Höhe: 171 m ü. NHN
Fläche: 5,47 km²[1]
Einwohner: 406 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 37281
Vorwahl: 05655

Altenburschla in Nordhessen im Werra-Meißner-Kreis, seit der Gebietsreform 1972 ein Stadtteil der Stadt Wanfried, ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenburschla liegt an der B 250 zwischen Wanfried und Treffurt. Die Gemarkung von Wanfried-Altenburschla grenzt an den Freistaat Thüringen. Der thüringische Nachbarkreis ist der Wartburgkreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche in Altenburschla

Altenburschla wurde 813 erstmals urkundlich erwähnt. In den Kriegen der Neuzeit wurde der Ort infolge seiner Grenzlage wiederholt von durchziehenden Truppen besetzt und geplündert.

Am 1. April 1972 wurde Altenburschla in die Stadt Wanfried eingegliedert.[3] Bedingt durch die innerdeutsche Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort bis 1990 innerhalb des Zonenrandgebietes.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Altenburschla ist Ulrich Flender.[4]

Ortsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern Altenburschla besteht aus gut erhaltenen historischen Fachwerkhäusern. Der Dorfanger ist umgeben von Kirche, Pfarrhaus, Gemeindeschänke, Dorfgemeinschaftshaus mit Kindergarten und Gästehaus.

Der Ort wurde in den Jahren 1959 bis 1973 ausgezeichnet mit der Gold- und Silbermedaille als Landes- und Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Im Ort, nahe dem historischen Anger, startet der Premiumweg 12 Mainzer Köpfe, er führt durch das Lehntal hinauf zu Kimm's Ruh und wieder hinab in den Ort.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche geht in Teilen ihrer Bausubstanz auf die Zeit vor der Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen im Jahre 1526 und vielleicht bereits auf das 1362 zurück. Die Jahreszahl 1564 an einem Eckstein im Chorturm benennt das Jahr, in dem der Turm an das bereits bestehende Kirchenschiff angebaut wurde. Die Kirche wurde 1637 im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt, und erst in den Jahren 1752 bis 1774 konnte sie renoviert werden. Dabei wurde der Oberbau in Fachwerk ausgeführt und auch der Turm erhielt die beiden Fachwerkgeschosse. Das dritte, verschieferte Geschoss des Turms mit der Laternenhaube stammt aus dem Jahr 1825. Die Orgel stammt vermutlich von Johann Wilhelm Schmerbach dem Älteren.

Anger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Anger in der Ortsmitte

Der Anger in der Ortsmitte nahe dem Kirchhof gilt als ein besonders schöner Lindenplatz. In der runden Ummauerung steht ein Baum der, ohne urkundliche Bestätigung, 1825 bei der Umgestaltung der Anlage gepflanzt worden sein soll. Die drei anderen Linden sind Nachpflanzungen aus späterer Zeit. [5] Als ehemaliger Gerichts- und Versammlungsort [6] ist der Anger aus geschichtlichen Gründen ein geschütztes Kulturdenkmal. Von der früheren Gerichtsstätte sind noch Teile der ursprünglichen Ummauerung und ein alter Steintisch mit drei Bänken vorhanden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenburschla ist verschwistert mit Villeneuve-les-Sablons im Département Oise in Frankreich.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Altenburschla, Werra-Meißner-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 26. Januar 2016)
  2. Geodatenzentrum: Altenburschla, abgerufen im Februar 2016.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 389.
  4. Stadt Wanfried: Ortsbeirat Altenburschla, abgerufen im September 2016.
  5. Thomas Wiegand: Bäume aus dem Werraland - Eine Fotodokumentation. Herausgegeben von der Kreissparkasse Eschwege, 1984. S. 131 (Abb.) und S. 165.
  6. "Anger in Altenburschla" in: Gerichtsstätten in Hessen. Webseite des Landesgeschichtlichen Informationssystems Hessen (LAGIS).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altenburschla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien