Altenglan

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Altenglan
Altenglan
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Altenglan hervorgehoben
Koordinaten: 49° 33′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kusel
Verbandsgemeinde: Altenglan
Höhe: 225 m ü. NHN
Fläche: 13,61 km2
Einwohner: 2735 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einwohner je km2
Postleitzahl: 66885
Vorwahl: 06381
Kfz-Kennzeichen: KUS
Gemeindeschlüssel: 07 3 36 003
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 3–7
66885 Altenglan
Webpräsenz: www.altenglan.de
Ortsbürgermeister: Frieder Haag (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Altenglan im Landkreis Kusel
Waldmohr Dunzweiler Breitenbach (Pfalz) Schönenberg-Kübelberg Gries (Pfalz) Brücken (Pfalz) Dittweiler Altenkirchen (Pfalz) Ohmbach Frohnhofen Nanzdietschweiler Börsborn Steinbach am Glan Krottelbach Langenbach (Pfalz) Herschweiler-Pettersheim Wahnwegen Henschtal Hüffler Quirnbach/Pfalz Rehweiler Glan-Münchweiler Matzenbach Selchenbach Herchweiler Albessen Konken Ehweiler Schellweiler Etschberg Theisbergstegen Haschbach am Remigiusberg Kusel Blaubach Oberalben Dennweiler-Frohnbach Körborn Thallichtenberg Ruthweiler Reichweiler Pfeffelbach Rathsweiler Niederalben Ulmet Erdesbach Bedesbach Rammelsbach Altenglan Welchweiler Elzweiler Horschbach Bosenbach Rutsweiler am Glan Föckelberg Niederstaufenbach Oberstaufenbach Neunkirchen am Potzberg Jettenbach (Pfalz) Rothselberg Kreimbach-Kaulbach Wolfstein Rutsweiler an der Lauter Eßweiler Oberweiler im Tal Aschbach (Westpfalz) Hinzweiler Oberweiler-Tiefenbach Relsberg Hefersweiler Einöllen Reipoltskirchen Nußbach (Pfalz) Hoppstädten Kappeln (bei Lauterecken) Medard (Glan) Odenbach Adenbach Ginsweiler Cronenberg (bei Lauterecken) Hohenöllen Heinzenhausen Lohnweiler Lauterecken Unterjeckenbach Langweiler (bei Lauterecken) Merzweiler Homberg (bei Lauterecken) Herren-Sulzbach Grumbach (Glan) Kirrweiler (bei Lauterecken) Sankt Julian Hausweiler Wiesweiler Deimberg Buborn Glanbrücken Offenbach-Hundheim Nerzweiler Saarland Landkreis Birkenfeld Landkreis Bad Kreuznach Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz Landkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Luftbild von 2009 mit Sportplatz und Schule

Altenglan ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Altenglan ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Nach dem Ort ist die Altenglan-Formation, eine lithostratigraphische Gesteinseinheit, benannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Westpfalz am Glan, der namensgebend für die Ansiedlung war. In Altenglan münden der Kuselbach und der Reichenbach in den Glan. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Altenglan, Mühlbach und Patersbach. Die nächste Stadt ist die Kreisstadt Kusel, 5 km westlich von Altenglan gelegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenglan, das seit dem 7. Juni 1969 zusammen mit Mühlbach am Glan und Patersbach die Ortsgemeinde Altenglan bildet,[3] war Teil des großen Reichslandbezirks um Kaiserslautern, des „Vosagus“ oder Wasgauforstes, und gehörte zum Nahegau. Auf eine königliche Schenkung geht der kurz vor 590 an das Bistum Reims gekommene Besitz um Kusel zurück, der 931 an das Reimser Kloster St. Remi übergeben wurde. Das später „Remigiusland“ genannte Gebiet kam um 1125 als Reimser Lehen zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Veldenz und über sie 1444 an die Herzöge von Zweibrücken. Erstmals als „Gleni“ im Jahr 866 urkundlich greifbar, wurde das Dorf seit der Mitte des 12. Jahrhunderts als „Aldenglane“ bezeichnet. Bis zum Herrschaftswechsel im Jahr 1444 gehörte es der Schultheißerei Ulmet an und wurde wie alle Dörfer des Remigiuslandes vom veldenzischen Oberamt Lichtenberg aus verwaltet. Vor dem Dreißigjährigen Krieg (1609) lebten hier 200 Personen in 37 Haushalten. Nach dem Ende des Alten Reichs und der kurzen Zugehörigkeit zu Frankreich (1797–1814) kam Altenglan mit der linksrheinischen Pfalz an das Königreich Bayern. 1802 zählte die Gemeinde 328 Einwohner, deren Zahl sich bis 1867 auf 639 steigerte. 1997 wohnten in Altenglan 1.848 Menschen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die protestantische Pfarrei Altenglan ist ein Zusammenschluss von zwei Kirchengemeinden, zum einen der Kirchengemeinde Altenglan mit den Filialorten Bedesbach, Patersbach und Friedelhausen und zum anderen der Kirchengemeinde Mühlbach am Glan. Rund 3.200 Gemeindemitglieder, 2.400 in Altenglan und 800 in Mühlbach werden von ihr betreut.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Altenglan besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU BL Gesamt
2014 11 4 5 20 Sitze
2009 11 4 5 20 Sitze
2004 11 6 3 20 Sitze
  • BL = Bürgerliste der Verbandsgemeinde Altenglan e.V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heilige Remigius im Wappen verweist auf die frühere Zugehörigkeit der Gemeinde zum Bistum Reims. Der Veldenzer Löwe deutet auf die Zugehörigkeit zur Grafschaft Veldenz und zum späteren Herzogtum Zweibrücken hin. Das untere Zeichen stammt aus dem Gerichtssiegel von Ulmet, mit dem auch die Altenglaner Urkunden besiegelt waren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenglan ist eine anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde. Sie ist Start- und Zielort der Draisinenstrecke. Der Ortsteil Mühlbach liegt am Fuße des Potzberges, auf dessen Gipfel der Potzbergturm und ein Wildpark zu finden sind. Vom Ortsteil Altenglan aus kann man eine schöne Wanderung auf den Remigiusberg bis zur alten Propstei unternehmen.

Draisine der Strecke Altenglan-Staudernheim

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Altenglan

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glaner Kerb ((Alten-)Glaner Kerwe) (am 3. Wochenende im August)
  • Feuerwehrfest

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größtes industrielles Unternehmen in Altenglan ist die Firma Main Metall. Zwei große Lebensmittelmärkte, mehrere andere Geschäfte und Gaststätten, ein Optiker, eine Apotheke und fünf Arztpraxen, mehrere Werkstätten, Schreinereien, ein Lackierer und eine Autoverwertung sind in Altenglan niedergelassen.

Momentan wird das Gewerbe- und Industriegebiet „Im Brühl“ erschlossen, in dem auch die Feuerwehr angesiedelt ist. Die verkehrsgünstige Lage ist mit ein Grund dafür, dass sich die Ansiedlung stetig weiterentwickelt hat. Dort befindet sich inzwischen ein Zimmereibetrieb sowie ein Metallbaubetrieb.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altenglan mündet die Bundesstraße 423 in die Bundesstraße 420, über die man die etwa zehn Kilometer südwestlich von Altenglan gelegene Anschlussstelle Kusel der Bundesautobahn 62 erreicht.

Am Bahnhof Altenglan an der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel halten stündlich Regionalbahnen der Linie RB 67 (KaiserslauternLandstuhl–Kusel). Auf der am Bahnhof Altenglan abzweigenden Glantalbahn nach Staudernheim findet nur noch ein touristischer Draisinenverkehr statt.

Einrichtungen der Verbandsgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Einrichtungen der Verbandsgemeinde sind eine Realschule plus, ein beheiztes Sport- und Freizeitbad,[5] die Verbandsgemeindeverwaltung und -werke sowie die Feuerwehr vorhanden.

Außerdem befinden sich in Altenglan zwei Kindergärten, der protestantische Kindergarten in Altenglan und der gemeindliche Kindergarten in Mühlbach.

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altenglan ist die Stützpunktfeuerwehr der Verbandsgemeinde angesiedelt, die Freiwillige Feuerwehr Altenglan besteht seit dem Jahre 1880 und feierte somit im September 2005 ihr 125-jähriges Bestehen; die dortige Jugendfeuerwehr besteht seit 1980 und feierte im selben Jahr das 25-jähriges Bestehen. Die Freiwillige Feuerwehr sorgt für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe. Sie unterstützt durch ihre Einsatzzentrale sämtliche alarmierten Feuerwehren in der Verbandsgemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Georg Berni (1900–1946), deutscher Nationalsozialist, starb vor Ort
  • Phillip Best (1814–1869), Brauer und Präsident der Phillip Best Brewing Company, starb vor Ort
  • Michael Seyl (* 1963), Künstler, wohnte von 1998 bis 2011 in Altenglan

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • E. Schworm, K.-E. Seitz, L. Seitz: Altenglan - Geschichte eines alten Dorfes; Hrsg. OG Altenglan, 1990
  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 16: KREIS KUSEL, bearbeitet von Christian Schüler-Beigang, herausgegeben im Auftrag des Ministeriums für Kultur, Jugend, Familie und Frauen vom Landesamt für Denkmalpflege; Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1999, S. 36 f., ISBN 3-88462-163-7
  • Literatur über Altenglan in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 168 (PDF; 2,6 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Sport- und Freizeitbad Altenglan (abgerufen am 19. Mai 2011)